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Unser Straelen -ET 28.08.2017-

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20 IM BLICKPUNKT Man

20 IM BLICKPUNKT Man nennt es auch „das Motorrad der Lüfte“, in das sich Dominique Müller und seine Frau Prattichhya setzten. Bis 4000 Meter ging es hoch, von dort hatten Dominique und seine Frau fantastische Aussicht. Die Welt mit anderen Augen sehen Ende September erscheint der dritte Teil der Biosphere-Filme. Dominique Müller war dabei. Landschaften wechseln sich mit tiefen Häuserschluchten ab. Jemand reitet langsam durch den Wald, auf einem Elefanten. Dann ist da wieder diese Hektik der Großstadt zu sehen. Es sind diese Kontraste, die den Film ausmachen. Ein Film, an dem der Straelener Dominique Müller wesentlich mitgewirkt hat. Ende September wird der Film „Cosmos“ zu sehen sein. Ob er es bis in die hiesigen Kinos schafft, ist fraglich. „Man muss das Publikum dafür haben. Es ist eher Kunstkino“, sagt der Straelener. Er werde auf jeden Fall auf Festivals eingereicht und „Leute mit Amazon Prime Abo sehen ihn kostenlos“, sagt Müller. Später soll es eine kostenlose, gekürzte Variante online geben. Sehenswert ist der Film auf jeden Fall. Er verzichtet vollkom- Dominique Müller ist eigentlich in Straelen und der Steuerberatungskanzlei der Familie zu Hause. Für gute Bilder reist er aber auch gerne weit. men auf Dialoge. Das macht auch Sinn, wenn er weltweit vermarktet werden soll. Ein ganzes Team ist am Gelingen beteiligt. Der Zusammenschnitt der Bilder und die Musikkompositionen liegen allein in den Händen von Regisseurin Jennifer Athena Galatis. Sie wohnt in Toronto, filmte in ihrer Heimat und New York und Montreal. Es ist schon das dritte gemeinsame Projekte. Alles begann mit Biosphere Teil 1. Es folgte Teil 2, und mit „Cosmos“ ist die Trilogie abgeschlossen und gleichzeitig der Weg zu einer Serie von kleineren Filmen geebnet, erklärt Dominique Müller. Die Aufnahmen sind immer sehr eindrucksvoll. Die Bilderfolge komponiert. „Es ist absichtlich ohne Erzählung, jeder soll sich aus dem Film rausziehen, was er rausziehen möchte“, sagt Müller. Er sagt „Cosmos“ eine durchaus beruhigende Wirkung nach, auch wenn der Zuschauer bei den Zeitrafferaufnahmen ganz schön durchgerüttelt wird, um sich kurz danach wieder in der Natur wiederzufinden. Und es gibt diese sehr rührenden Szenen, die Jennifer Athena Galatis in der Fülle des Filmmaterials gefunden hat. Auch wenn es schwankte: auch beim Ritt mit den Elefanten in Nepal wurde die Kamera keineswegs beiseite gelegt.

Unser STRAELEN IM BLICKPUNKT 21 Da ist dieser alte Mann, der vom Monsunregen völlig überrascht von zwei Männern gestützt über die Straße ins Trockene gebracht wird. Das sind Bilder, die sind nicht planbar. Ja, Fülle von Filmmaterial. Allein sechs oder sieben Stunden Filmmaterial hat Dominique Müller aus Nepal mitgebracht. Die Wahl des Landes lag nahe, es ist die Heimat seiner Frau Prattichhya. Beide engagieren sich in der Nepalhilfe, haben eine eigene Organisation gegründet. In Nepal besuchte das Ehepaar unter anderem Lumbini, den Geburtsort Buddhas. Die Geburtsstätte selbst darf nicht gefilmt werden. „Wer das sehen will, muss selber hin“, sagt Dominique Müller. Ihm ist es aber gelungen, die besondere Atmosphäre einzufangen, die Menschen, die den Ort besuchen. Für einen weiteren Dreh ging es nach Pokhara, dem Geburtsort seiner Frau, und zwar in 4000 Meter Höhe. „Es ist zufällig Teil des Films geworden“, sagt Dominique Müller, dem zunächst nicht klar war, dass er den Rundflug nicht mit einem richtigen Flugzeug begehen würde. Die Kamera wurde mit einer eigens gebastelten Konstruktion festgeschnallt. Vor Sonnenaufgang flogen er und seine Frau mit dem Ultraleichtflieger über schneebedeckte Hügel in das Morgenlicht. Im Chitwan-Nationalpark entstanden noch die Bilder von ge- duldig wartenden Krokodilen am Wasser. Nächste Station war Singapur. „Natur, Vergnügungsparks, verschiedene Religionen, alles auf sehr kleinem Raum aber mit einem gewissen Gigantismus“, beschreibt das Ehepaar, was es in dem Stadtstaat erlebt hat. Die Gardens by the Bay sind ein Beispiel dafür. Auf der Reise sind viele Sequenzen entstanden, die Teil eines großen Ganzen im Film „Cosmos“ werden. Für Dominique Müller ist das Filmen aber nicht reiner Selbstweck. „Als Vielreisender und als jemand, der in eine andere Kultur eingeheiratet hat, möchte man zeigen, dass man die Welt nicht nur aus dem Wohnzimmer heraus beurteilen darf. Gerade bei den vielen Konflikten in der Welt“, sagt der Straelener nachdenklich. Der Film zeige sehr gut, bei aller Un- terschiedlichkeit der Orte und Lebensstandards, dass die Menschen sich über die selben Sachen freuen und gleiche Emotionen und Bedürfnisse haben. „Es geht um die Gemeinschaft der Bewohner unseres Planeten“, fasst er den Inhalt des Films „Cosmos“ zusammen. TEXT BIANCA MOKWA FOTOS DOMINIQUE MÜLLER, ESO Die Gardens by the Bay in Singapur (oben) sind nur eines von vielen beeindruckenden Bildern, die der Zuschauer im Film Kosmos zu sehen bekommt. In Nepal und Singapur waren Dominique und Pratichhya Müller und filmten.

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