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Unser Straelen

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2 INHALT DAS FÄNGT JA

2 INHALT DAS FÄNGT JA GUT AN Was am Aschermittwoch nicht vorbei ist Die feierfreudigen Freunde der fünften Jahreszeit beschleicht jetzt vielleicht so etwas wie Wehmut. Rosenmontag, Veilchendienstag, und das war’s dann wieder. Am Aschermittwoch, das wissen wir alle aus den Zeilen des Karnevalsklassikers im Dreivierteltakt, ist alles vorbei. Ganz so zu Tode betrübt muss mit diesem Tag aber auch der Erz-Jeck nicht sein. Das Leben geht weiter, oder, um es den Anglophilen zu Gefallen zu formulieren: „The show must go on.“ Wobei es sicherlich immer besser ist, sich nicht auf die Show-Effekte zu versteifen. Auf die Dauer setzen sich Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit durch, mögen Blender vielleicht auch kurzfristig Erfolge vorweisen können. Und mögen auch die Schuftenden und Schaffenden manchmal die Faust in der Tasche ballen angesichts der Sorglosigkeit, mit der manch andere durchs Leben schlendern: La Fontaines Fabel von der Ameise und der Grille lehrt, dass mancher Lebenskünstler im wahrsten Sinne des Wortes auch kalt erwischt wird. Am Aschermittwoch ist längst noch nicht alles vorbei. Es gibt genug karnevalistische Attribute, die sich auch für die anderen vier Jahreszeiten ziemen. Der Humor steht an allererster Stelle. Wohlgemerkt nicht derjenige, der mit geschmackloser Zielstrebigkeit regelmäßig unter die Gürtellinie zielt. Der sollte auch im Karneval verpönt sein, ist wahrscheinlich aber bei den berüchtigten „Herrensitzungen“ nicht auszurotten. Es lässt sich auch geistreich spaßen. Da gibt es viele Büttenredner als gute Beispiele, die nicht nur auf den großen Bühnen, sondern auch in der sogenannten Provinz zu finden sind, die übrigens allen Grund hat, sich nicht hinter den Metropolen zu verstecken. Die Lebensfreude ist Faktor Nummer zwei, der nicht zur zwischen dem 11. November und Aschermittwoch sprühen sollte. Wer dafür organisierten Frohsinn benötigt, gehört eher zu den bedauernswerten Zeitgenossen. Hoffnung und Zuversicht lassen sich aus vielen Quellen schöpfen. Das kann ein Spaziergang durch die niederrheinische Landschaft sein, der Genuss der niederrheinischen Kaffeetafel, das Zuhören, wenn einer der hiesigen Organisten in die Tasten greift, der Besuch einer Autorenlesung und ganz allgemein die Freizeitgestaltung mit Verwandten, Bekannten, Freunden und Nachbarn. Die Klage, auf dem „flachen Land´“ sei nichts los, gilt nicht. Gerade das kulturelle Angebot ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die Veranstaltungskalender lesen sich nicht selten wie das „Who is who“ der Szene. Gerade in Zeiten der Computerwelten geht nichts über das Live- Erlebnis. Dafür einfach mal die bequeme Sofalandschaft links liegen lassen. TEXT MICHAEL KLATT Nicht viele können so faszinierend über das Schachspiel berichten wie Heinz-Dieter Mehler, der ehemalige Vorsitzende des Straelener Schachclubs. Seite 8 Die Blumenstadt hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Kanonen und Stadtmauer-Andeutungen erzählen von dieser Zeit. Stadtarchivarin Claudia Kurfürst nimmt den Leser mit in eine Zeit, als Straelen in der Schusslinie lag. Seite 10 35 Jahre ist Angelika Hoffmann, seit 1991 Chefin im Hotel „Straelener Hof“, Gastronomin. Davor leitete sie neun Jahre das „Hannen Fass“ am Markt in Straelen. Seite 4 Annika Humble ist die neue Fachfrau fürs Stadtmarketing in Straelen. Im Gespräch erzählt die 24-Jährige von sich und ihren zukünftigen Aufgaben. Seite 22 INHALT 3 Event des Monats KLT mit fünf Aufführungen ihres Frühjahrsstückes 4 Mein Tag Chefin des Straelener Hofes feiert ihr „35-Jähriges“ 5 Werbering „AusStraelen“ Adler-, Markt- und Löwen- Apotheke 6 Unser Projekt Mit Pfeil und Bogen durch die Blumenstadt 7 Ihre Bank in Straelen Dank Info-Monitor auf dem neuesten Stand 8 Sport Heinz-Dieter Mehler über die Faszination des Schachspiels. 9 Mehr als Bauen Auszeichnungen für Treue und Einsatz 10 Neues aus dem Stadtarchiv Ein Blick zurück: Als Straelen in der Schusslinie lag 11 Soziale Seite Straelens Zauberhafter Ganztag in der Heronger Amandusschule 12 - 13 Das Kalenderblatt Ortsverband Straelen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) 14 - 16 Was – Wann – Wo? Unter anderem „Jazz im Wintergarten“, Gespräch rund um den Kaffee und die Fußballsaison 17 Nebenan „Die Vermessung der Welt“ auf der Bühne. 18 Geschichten aus Anderswo Übersetzerin Nam Hui aus dem EÜK erzählt über Korea 19 Ausblick April „Delta Q“ mischt Ethno, Trip Hop und Volkslieder 20 - 21 Im Blickpunkt Frühlingsbeginn: Straelen blüht auf 22 Persönlich Annika Humble, Fachfrau fürs Stadtmarketing 23 Rätsel/Vorschau Leichte Kost zum Ausklang Auch wenn draußen noch Winter ist, Tulpen bringen den Frühling und damit gute Laune mit. Wenn sie ihre leuchtenden Blütenkelche öffnen, ist der Lenz in greifbare Nähe gerückt. Rund um Straelen, speziell in den Ortschaften Broekhuysen und Sang, wachsen Millionen dieser Frühlingsblüher heran. Bereits vor Weihnachten beginnt die Ernte. Draußen ist es noch eisig kalt, und es regt sich nichts in der Erde. In den Gewächshäusern werden die Zwiebelpflanzen dagegen aus ihrem Winterschlaf geholt und mit leichten Plusgraden zum Austreiben gebracht. In Kisten schlafen sie, dicht an dicht, in MARKTZEIT TULPEN MACHEN GUTE LAUNE der Kälte. Wenn sie dann Wurzeln entwickelt haben, kommen sie in die Gewächshäuser. Nach drei Wochen sind sie dann soweit gediehen, dass sie als Schnitttulpe geerntet werden können. Dann ist in freier Natur noch lange nicht daran zu denken, Tulpen, Hyazinthen oder Narzissen zu sehen. Die eigentliche Saison beginnt ab Neujahr. Dann haben die Menschen eine Aufbruchsstimmung und möchten Farbe in ihre vier Wände bringen. Mittlerweile haben auch viele Einrichtungshäuser dieses Thema aufgegriffen – passend zum Frühling in Tischdecken und Kissen umgesetzt. Im Gartenbaubetrieb von Hans-Peter Janssen auf dem Sanger Weg in Straelen gedeihen jedes Jahr Millionen von Tulpen. Der Familienbetrieb baut auch ausgefallene Sorten an. Dazu gehören die gefüllten Sorten oder die Papageientulpe mit den ausgefransten Rändern. Die Größe der Blüte ist mittlerweile auch variabel. Von Mini bis Maxi reicht die Palette. Traditionell werden im Frühling gelbe, weiße und rosa-lilafarbene Blüten verstärkt nachgefragt. Natürlich gibt es auch noch die traditionellen roten Tulpen. Egal, welche Farbe – Hauptsache sie kommen aus Straelen! TEXT MARGRET LINSSEN IMPRESSUM Herausgeber Dr. Karl-Hans Arnold, Dr. Manfred Droste, Florian Merz-Betz, Irene Wenderoth-Alt. Geschäftsführer Dr. Karl-Hans Arnold, Patrick Ludwig, Hans Peter Bork, Johannes Werle, Tom Bender, Stephan Marzen. Chefredakteur Michael Bröcker Horst Thoren (stellv. Chefredakteur) Redaktion Lutz Küppers (Leitung) Michael Klatt, Bianca Mokwa, Reinhard Pösel Verlagsgeschäftsführung Tom Bender (verantwortlich Anzeigen), Michael Kowalle (Regionaler Verlagsleiter Kreis Kleve) Ansprechpartner Anzeigen: Elmar Rogmann, Telefon 02831 1325619, E-Mail: elmar.rogmann@rp-media.de Verlag Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Druck Rheinisch-Bergische-Druckerei GmbH 40196 Düsseldorf

Unser STRAELEN EVENT DES MONATS 3 Eine neue Komödie beim Liebhaber-Theater „Othello darf nicht platzen“ heißt das Stück, das derzeit geprobt wird. Fünf Aufführungen sind im Forum des Straelener Gymnasiums geplant. Die Titelfigur gab es schon einmal. Shakespeare schrieb ein Drama namens „Othello“. Das ist schon einige Jahrhunderte her. Und es ging, wie so viele Stücke des großen Engländers, tragisch aus. Ein ähnliches erschütterndes Finale ist nicht zu erwarten, wenn demnächst das Kameradschaftliche Liebhaber-Theater (KLT) Straelen „Othello darf nicht platzen“ auf die Bühne bringt. Es handelt sich dabei um eine Komödie von Ken Ludwig. Und die Akteure des KLT werden zuverlässig dafür sorgen, dass der Heiterkeits-Faktor der Vorlage noch gesteigert wird. Die Handlung führt zurück in die Zeit Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre und spielt im Theater-Milieu. Die Spielleitung liegt in den bewährten Händen von Ulrike Domsalla. Sie hat die Komödie in Absprache mit dem erweiterten Vorstand ausgesucht und die Rollen besetzt. „Bei diesem Stück sind nicht nur schnelle Dialoge gefordert, sondern auch schnelle Handlungen, aus denen der Witz herausgearbeitet wird“, beschreibt die Regisseurin die Charakteristik des Dargebotenen. Sie ist sich sicher: „Die Zuschauer werden begeistert und herzhaft lachen können.“ Zehn Akteure tummeln sich diesmal auf der Bühne. Thomas Raeth spielt Max, die rechte Hand des Operndirektors. Melanie Pleumann ist als Maggie zu erleben. Sie ist Max’ Freundin und die Tochter des Operndirektors. Als Saunders, Direktor der Städtischen Oper Cleveland, tritt Thomas Meuser in Erscheinung. Tito Merelli, einen weltberühmten Tenor, gibt Michael Pooth, Nicht ausgeschlossen, dass die Requisiten durch die Luft fliegen. Abwarten und Tee trinken, das gibt’s nicht für die Darsteller in der neuen KLT-Komödie. Es wird wieder turbulent zugehen. als seine Frau Maria Merelli ist Stephanie Mertens zu erleben. Manfred Arians mimt einen Pagen. Julia-Marie Bonnes tritt als die Opernsängerin Diana auf. Als Julia, die Vorsitzende des Opernrats, spielt Claudia Siebers mit. Die Opernräte Irmtrude und Evelyn werden von Christiane Hirschmann und Trudi Forbriger dargestellt. Neben den zehn Darstellern sind mehr als 35 weitere KLT- Mitglieder bei den Aufführungen in den verschiedenen Funktionen tätig: als Kassierer, beim Kartenvorverkauf, in der Garderobe, als Platzeinweiser, Fotograf, Licht- und Tontechniker, Bühnenbauer, Maskenbildner, Spielleiter, Requisite, Souffleuse, beim Marketing und als Caterer, um nur einige Aufgaben zu nennen. Seit Anfang Januar wird zweimal wöchentlich in der Awo-Begegnungsstätte geprobt. In zwei Akte ist das Stück gegliedert. Die erste Szene spielt an einem frühen Samstagnachmittag im September, die zweite vier Stunden später. In der dritten Szene ist die Uhr am gleichen Tag auf 23 Uhr vorgerückt. Und die Schluss-Szene beleuchtet die Situation eine Viertelstunde später. Insgesamt gibt es 23 Szenarien, wobei auch auf einer Parallelbühne gespielt wird. Mehr soll hier nicht verra- ten werden. Nur, dass es turbulent und heikel wird. „Viele Techtelmechtel, ein temporeiches Verwirrspiel mit viel Amore wird die Zuschauer in den Bann ziehen und für viel Heiterkeit sorgen“, versprechen die Verantwortlichen des KLT. Die Zuschauer dürfen im 1920er Outfit kommen. Auch besteht die Möglichkeit, sich mit den Schauspielern fotografieren zu lassen. Aufführungen sind im Forum des Straelener Gymnasiums am Samstag, 25. März, ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), am Mittwoch, 29. März, ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), am Freitag, 31. März, ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Manchmal ist sogar „Bodenturnen“ angesagt. Ist es ein Schwächeanfall oder ein Kampf? Uhr), am Samstag, 1. April, ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) und am Sonntag, 2. April, ab 16 Uhr (Einlass 15.30 Uhr). Zur letzten Vorstellung ist auch eine Kaffee- und Kuchentheke im Forum aufgebaut. Daran kann man sich bereits ab 14.30 Uhr bedienen. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf zehn Euro, an der Abendkasse zwölf Euro. Der Vorverkauf läuft in Straelen bei op de Hipt am Markt und in der Jacobs- Börse, in Aldekerk in der Jacobs- Börse im Edeka-Markt, bei allen KLT-Mitgliedern und auf der Internetseite www.klt-straelen.de. Wer an allen diesen Terminen verhindert ist, hat noch eine Chance. Am Sonntag, 9. April, gastiert das KLT mit dem Stück in Issum. Die Vorstellung beginnt um 16 Uhr im Bürgersaal am Vogt-von-Belle-Platz. Karten für diese Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Kulturkreis Issum gibt es zum genannten Preis in Issum bei Geschenke Harder, bei Sonntag Schuhe und Accessoires sowie in Sevelen bei Radio Schönell. TEXT MICHAEL KLATT FOTOS MARKUS VAN OFFERN ➤ Titelbild Ganz im Stil der 1920er Jahre haben sich die Schauspieler des Kameradschaftlichen Liebhaber- Theaters für das neue Stück verkleidet FOTO MARKUS VAN OFFERN

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