Aufrufe
vor 10 Monaten

Unser Straelen

  • Text
  • Straelen
  • Straelener
  • Telefon
  • Geldern
  • April
  • Zeit
  • Stadt
  • Angelika
  • Humble
  • Tecklenburg

20 IM BLICKPUNKT Einen

20 IM BLICKPUNKT Einen ganzen Arm voller Frühlingsgrüße präsentiert Gärtner Johannes Schreurs. Die Narzissen werden „grün“ geerntet, damit sie später lange gelb in der Vase blühen. Frühlingsbeginn: Straelen blüht auf Ob Primel oder Narzisse, die Frühblüher lassen sich nicht aufhalten und setzen farbige Akzente nach dem Winter. Wir schauten nach, wo sie zu Hause sind. Wenn sich Johannes Schreurs umschaut, dann sieht er den Frühling vor sich. Er steht mitten in einem Feld aus Narzissen. Bei ihm blühen die ersten Blumen bereits Mitte Januar. Obwohl, blühen, soweit will es der Straelener Gärtner erst gar nicht kommen lassen. Die Narzissen werden geerntet, wenn sie noch grün sind. „Wenn sie gerissen sind“, nennt es der Fachmann. Das zarte Gelb strahlt gerade so durch die grüne Hülle und lässt erahnen, was passiert, wenn man die Stängel in die Vase stellt. Um möglichst lange etwas von den gelben Frühlingsgrüßen zu haben, empfiehlt Schreurs einen nicht allzu beheizten Ort. „Wohnzimmer: eine Woche, Flur: zwei Wochen, Friedhof: vier Wochen“, nennt der Gärtner eine ungefähre Staffelung der Haltbarkeit. Ganz wichtig: Narzissen vertragen sich nicht mit anderen Pflanzen in der Vase. „Der Saft verstopft die Leitungen der anderen Blumen“, erklärt Schreurs. Deswegen sehen die Narzissen am schönsten solo in der Vase aus oder dekoriert mit Zweigen, wie etwa von der Korkenzieherweide. Im Gewächshaus des Straeleners gibt es nur eine Sorte der Narzisse: Carlton. Ungewöhnlich Der Krokus ist, neben dem Schneeglöckchen, einer der ersten Frühlingsboten und gehört zur Gattung der Schwertliliengewächse. Eine bestimmte Krokus-Art liefert übrigens das rote und teure Gewürz Safran. ist der männlich klingende Name für eine Blume. Üblicherweise sind es Frauennamen, die eine Blume betiteln. In der Erinnerung steigt die Sage von „Narziss“ auf. Dabei handelt es sich der Sage nach um einen jungen Mann, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte. Das blieb natürlich eine unerfüllte Liebe. Das war die Strafe dafür, dass er sich über diejenigen lustig gemacht hatte, die sich zuvor in ihn, den schönen, jungen Mann, verliebt hatten. Seine unerfüllte Liebe wiederum führte zum Tod. Nach seinem Tod, so die Legende, sei er in eine Narzisse verwandelt worden. Schön ist diese Blume auf jeden Fall. Insgesamt gebe es zwischen 2000 und 3000 Sorten, resümiert der Straelener Gärtner Schreurs. Aber „Carlton“ habe sich für ihn als am geeignetsten für den Anbau erwiesen. Gegen halb acht am Morgen werden die Stängel geschnitten. Zwischen 2000 und 3000 sind das pro Tag. Er sei noch einer der wenigen, der Narzissen als Schnittblume anbietet, erklärt Schreurs. Die Alternative ist die Pflanze mit Knolle, dann ist sie aber nicht für die Vase. An Gründonnerstag werden die letzten Narzissen ausgeliefert. „Karfreitag werden sie keine mehr bei uns finden“, sagt der Straelener. Nicht umsonst wird die Narzisse auch Osterglocke genannt. Und mit Ostern, dem Fest der Auferstehung von Jesus Christus, endet auch die Narzissensaison. Dafür geht es bei Schreurs dann munter mit anderen Schönheiten weiter, den Rosen. „Die müssen in den Wintermonaten nur zurückgeschnitten werden“, sagt Schreurs. Und so hat er, dank Narzissen, rund ums Jahr etwas zu tun. „Blumen, das ist was für die Seele“, sagt er noch und schaut in die strahlend gelben Gesichter seiner Osterglocken. Noch früher dran als die Osterglocken sind in der freien Natur die Krokusse. Die strahlen in den verschiedensten Farben auf, manchmal sogar durch Schnee hindurch. Die lilafarbenen und orangen Blüten sind Farbtupfer im noch winterharten Boden. „Hokuspokus steckt der Krokus seine Nase schon ans Licht“, textet Rolf Zuckowski ein Lied, an dem keiner vorbeikommt, der Kinder hat. „Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März. Immer wieder bringt er neue Blumen, immer wieder Licht in unser Herz“, geht das Lied weiter. Und der Krokus, der ist ein Zeichen dafür: Der Frühling kommt!

Unser STRAELEN IM BLICKPUNKT 21 Jonas und Papa Christoph Weymans überblicken das Blumenmeer in der heimischen Gärtnerei. Beide strahlen mit der Sonne um die Wette. Primeln in allen möglichen Farben und Formen warten auf ihren großen Auftritt im heimischen Garten, Balkon oder in Küche oder Flur. „Die Vielfalt ist Kundenwunsch“, sagt Christoph Weymans. Und die Vielfalt, die ist tatsächlich nicht zu übersehen. Einen großen Rollbehälter voller Frühblüher schiebt Hans-Peter Maes vor sich her. Die farbigen Töpfe geben bereits einen ersten Eindruck davon, wie die Pflanze einmal blühen wird. Ob Hyazinthe oder Tulpe, ob für drinnen oder draußen, für alles hat der Straelener Gärtner den passenden Frühblüher parat. Aber Achtung: Frost mögen diese frühen Blumen gar nicht. Einen Wagen voll blumiger Frühlingsgrüße schiebt Hans- Peter Maes vor sich her. Tulpen, Narzissen, Traubenhyazinthen, andere Hyazinthen hat er mit an Bord. Einige tragen den wohlklingenden Namen „Hyacinthus orientalis“. Aber außer brauner Zwiebel und grüner Spitze ist nichts zu sehen. In welcher Farbe sie einmal erblühen werden, das ist auf den ersten Blick aber nicht zu erkennen, und das ist auch gut so. „Wenn die blühen, ist es für uns zu spät“, sagt Maes. Denn der Kunde will ja möglichst lange Freude an den Frühblühern haben. Die Katze im Sack kauft er aber nicht. In welcher Farbenpracht die Hyazinthe erblüht, das verrät ihm der Topf. Blaue, pinke, weiße stehen nebeneinander. Bei genügend Sonnenschein und Wärme werden die grünen Spitzen bald von bunten Blüten umgeben sein. Bereits vor Weihnachten beginnt die erste zarte Nachfrage nach den Frühblühern. Zwischen Karneval und Ostern gibt es kein Halten mehr, dann wollen sie alle haben: die blühenden Zwiebelpflanzen. „Die Innenbepflanzung macht den Löwenanteil aus“, sagt Maes. Längst haben sich Hyazinthe und Co. auch zur Wohnzimmerdekoration gemausert. Obwohl auch hier gilt: Je kühler die Pflanze steht, etwa im Flur, desto länger hält die Blütenpracht. Belohnt werden diejenigen, die sich Frühblüher ins Haus holen, mit dem zarten Duft. Besonders Hyazinthen erweisen sich als besonders geruchsintensiv. „Wenn das Wetter langsam offener wird, dann geht es auch raus in den Garten“, kennt Maes das Kundenverhalten. Allerdings ist ein wenig Obacht geboten. Viele Frühblüher mögen keinen Frost. Saisonende ist auch hier Ostern. Bereits im Sommer denkt Hans-Peter Maes aber schon an die nächste Saison. „In den Sommerferien ist die Blumenzwiebelernte in Holland“, sagt Maes. Bei schönem Wetter zieht es ihn mit seiner Familie an den holländischen Strand, bei schlechtem Wetter besucht er seine Lieferanten. Christoph Weymans besucht mit seinem jüngsten Sohn Jonas die Primeln. Die stehen in seinem Gewächshaus in Straelen, nicht weit vom Wohnhaus entfernt. Was auf den ersten Blick wie ein riesiger, bunter Blütenteppich ausschaut, ist in Wirk- und luftig“, nennt Christoph Weymans die optimalen Standortbedingungen. Zu warm mögen es Primeln nicht, deswegen sind im Haus Flur und Küche dem Wohnzimmer vorzuziehen. „Wichtig: Die Blüten rauspflücken, wenn die verblüht sind“, rät der Gärtner. Dann hat man lange Freude an den Primeln. Die kommen schon in einem recht jungen Stadium zu dem Straelener Gärtner. Ein bis zwei Zentimeter klein sind die Pflänzchen, wenn sie bei Familie Weymans ankommen. Im August, September werden sie aufgetopft. Von Januar bis April erlichkeit eine Aneinanderreihung verschiedenster Farben und auch Sorten. Es gibt nämlich gefüllte und ungefüllte Primelsorten. Christoph Weymans kniet sich zu den Pflanzen herunter und erklärt den Unterschied. Die gefüllte der Sorte Dreamer erinnern mit den welligen Blättern ein bisschen an Rosen. Die Klassiker, das sind die ungefüllten Primeln. Gelb und Rot sind dabei, aber auch Lila, Altrosa, alles, was das Herz begehrt. Wohl fühlen sich die Primeln an geschützten Standorten, zum Beispiel vor der Haustüre oder unter dem Terrassendach. „Geschützt, hell strahlen sie in ihrer ganzen Pracht und werden an den Mann und die Frau gebracht. Christoph Weymans muss nicht lange überlegen, um die Vorzüge zusammenzufassen. „Ich finde die Primeln sehr schön, weil sie eine schöne Blüte haben und mit ihren leuchtenden Farben im tristen Winter Anfang des Jahres sehr viel Frische ins Haus bringen.“ Er lässt den Blick noch einmal über die bunte Blumenstraße schweifen. „Die bringen einfach Freude“, sagt er . TEXT BIANCA MOKWA FOTOS MARKUS VAN OFFERN

Sonderveröffentlichungen