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Unser Straelen

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10 NEUES AUS DEM

10 NEUES AUS DEM STADTARCHIV INFO Öffnungszeiten Das Stadtarchiv Straelen ist dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Montags ist das Stadtarchiv geschlossen. Adresse Kuhstraße 21 in Straelen, Telefon 02834 6598. Aktiv werden Mittwochs um 10 Uhr (außer in den Ferien) trifft sich der Freundeskreis Stadtarchiv. Wer Interesse an der Geschichte Straelens hat, ist jederzeit willkommen. Den Zauber alter Urkunden im Stadtarchiv entdeckt In grauen Kartons schlummern alte Dokumente mit Wachssiegeln. Weshalb die wichtig sind und wie die zu lesen sind, erklärt Archivarin Claudia Kurfürst. Stadtarchivarin Claudia Kurfürst hat die weißen Handschuhe hervorgeholt. Vor sich hat sie zwei große, graue Kartons. Dem Inhalt möchte sie möglichst mit Vorsicht begegnen. „Der Schatz eines jeden Archivs sind die Urkunden“, sagt die Archivarin und lüftet das Geheimnis der Kartons. In einer Art Bett aus Karton liegen die Urkunden aus längst vergangenen Jahrhunderten. Und das ist auch gut so. Vor der Restaurierung hingen sie in PVC-Folie verpackt in einer Hängeregistratur. „Die Art und Weise der Lagerung entsprach nicht mehr den Erkenntnissen“, sagt Kurfürst. Die sich nach ihrem Amtsantritt 2015 um die Urkunden sorgte. Hängend in einer beweglichen Registratur, das ist nicht das Beste für alte Wachssiegel. Und die sich genauer anzuschauen und für die Nachwelt zu erhalten, lohnt sich. Vorsichtig holt Claudia Kurfürst die älteste Urkunde hervor vom 6. Januar 1328. Darin verspricht Herzog Rainald von Geldern seinen Untertanen Rechtssicherheit. Geschrieben wurde das auf Pergament, gegerbter Tierhaut. Die Schrift ist noch gut lesbar, auch wenn sie schon fast 700 Jahre alt ist. Man bedenke, wie wenig haltbar die Schrift auf einem Kassenbon aus Thermopapier ist. „Das Anmischen der Tinte war eine eigene Wissenschaft für sich“, sagt Claudia Kurfürst. So wie das Entziffern der Urkunden. Die sind meistens nach einem immer gleichen Schema aufgebaut, erklärt die Stadtarchivarin. Beginn der Urkunde ist das Protokoll mit dem Briefkopf, der den Aussteller der Urkunde nennt, einer Grußformel und dem Nennen der Adressaten. Im Kontext geht es dann an das Eingemachte, also warum eine Ur- Foto oben: Äußerst beeindruckend wirkt die Urkunde, die im Jahr 1328 der Straelener Bevölkerung Rechtssicherheit versprach. Foto rechts: „Aufsteigender Pfeil“, das Kennzeichen im Wappen der Stadt Straelen ist unverkennbar. Das Siegel stammt aus dem Jahr 1422. kunde verfasst wurde. Meistens handelt es sich um Verträge oder Anweisungen. Es folgt die Gottesschutzempfehlung und Gnadenversicherung. In der Urkunde von Herzog Rainald ist zum Beispiel von „unverbrüchlicher Treue“ die Rede. Unterschrift und Siegel bilden den Abschluss der Urkunde. Bei der ältesten Urkunde in Straelens Stadtarchiv sind gleich sechs Siegel zu sehen. Das größte zeigt tatsächlich den Herzog auf seinem Pferd. Die kleineren Siegel stammen von seinen Schwestern und Rittern, die sich seiner Rechtssicherung anschlossen. Claudia Kurfürst holt ein weiteres Schriftstück hervor. Es trägt das Siegel der Stadt Straelen mit dem Wappen und dem aufsteigenden Pfeil. Das Symbol ist heute noch im Stadtwappen zu sehen. Das Dokument mit dem dunkelbraunen Siegel stammt aus dem Jahr 1422 und beginnt mit den Worten „Wij gemejne Schepen van Stralen seggen end willen“. Es ist eine Mischung aus Mundart und dem Niederländischen, das, was in der Gegend rund um Straelen damals gesprochen wurde. „Nicht alle Texte sind eingedeutscht“, sagt Claudia Kurfürst. Inhaltlich geht es in dem Fall um Schöffen, die sich um ein strittiges Erbe kümmern. „Es gibt auch noch Urkunden im Archiv, deren Inhalt wir noch nicht kennen“, sagt die Archivarin. Es ist eben eine Wissenschaft für sich. „Ich wünsche mir sehr, dass jemand von der Universität kommt und sich die Urkunden ansieht und die Datierungen noch einmal überprüft“, sagt Claudia Kurfürst. Denn die Urkunden haben auch Wirkung in und für unsere Zeit. Zum einen sollen und werden auch die auftauchenden Namen in einer Datenbank festgehalten. Gerade für Ahnenforscher bieten Urkunden damit eine zusätzliche Quelle, weil sie schon vor der Zeit der Kirchenbücher existieren. „Das ging in Straelen erst 1630 los, das älteste Heiratsbuch ist von 1550“, erklärt Claudia Kurfürst. Außerdem führen die Originalurkunden auch zu einem echten Verständnis der Vergangenheit. „Frauen waren im Mittelalter komplett gleichberechtigte Geschäftspartner“, sagt die Stadtarchivarin. Das habe sie erstaunt, denn während in den Zusammenfassungen zu den Urkunden die Frauennamen weggelassen wurden, tauchen sie in den Originalurkunden auf. „So kann man auch falsche Bilder korrigieren.“ Einen Weg, alte Urkunden und Schriftstücke zu lesen und zu erschließen, hat Straelens ehemaliger Stadtarchivar Bernhard Keuck beschritten. Immer Donnerstagabend trifft sich eine Gruppe zum Lesekursus alter Schriften. Wer Interesse hat, kann sich im Stadtarchiv melden. Claudia Kurfürst packt vorsichtig die Dokumente zurück in den Karton und zieht die weißen Handschuhe wieder aus. Die Urkunden sind mittlerweile alle in einer Datenbank erfasst und können nun in Ruhe weiterschlummern, im Magazin. Dort wird regelmäßig das Klima überwacht, damit die alten Schriften sich wohlfühlen und noch viele Jahrhunderte im Dornröschenschlaf überdauern. TEXT BIANCA MOKWA FOTOS SEYBERT

nser STRAELEN NEUES VON DER CARITAS 11 ANZEIGE Straelens soziale Seite präsentiert vom Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. Aufblühen im Sinnengarten Rund um den Marien-Park wird es gesellig. Bei gemeinsamer Gartenarbeit wird unter freiem Himmel die Gemeinschaft genossen. INFOS Rat und Hilfe im Caritas-Centrum Wo Caritas-Centrum Straelen an der Marienstraße 61 in Straelen, ☎ 02834 915190. Allgemeine Sozialberatung – in Straelen am Dienstag, 10 bis 12 Uhr, und am Donnerstag, 14 bis 16 Uhr – in Wachtendonk am Dienstag, 14 bis 16 Uhr. Schuldnerberatung, Integration/Migration, Erziehungsberatung, Familiendienst; Freiwilligen-Zentrum, Fachdienst Gemeindecaritas Die individuelle Beratung erfolgt nach Terminvereinbarung (☎ 02834 915190). Integrationssprachkursus Gemischter Integrationssprachkursus für Frauen und Männer seit Januar, Anmeldung unter ☎ 02834 915190. Caritas-Pflegeteams Straelen Franziskanerstraße 2 in Straelen, Auskünfte unter ☎ 02834 3118860. Karl Honnen und Alltagsbegleiterin Doris Tissen machen gemeinsam das Beet frühlingsfrisch mit bunten Blumen. MITARBEITER Sobald es wärmer wird, werden die Sinnesgärten zum beliebtesten Platz im Marien-Haus. Dort blühen Mensch und Natur gleichermaßen auf. Das Ehepaar Honnen kümmert sich mit Leidenschaft um die Gartenarbeit. Wenn draußen die Temperaturen steigen, das Wetter mit jedem Tag frühlingshafter wird und die Natur wieder aufblüht, dann beginnt die Zeit für Juliane und Karl Honnen. Das Ehepaar lebt im Erdgeschoss des Marien- Hauses, und ihr gemeinsames Hobby sind die beiden großen Sinnesgärten des Hauses. Nahezu täglich pflegen sie dort die Beete, wässern die Pflanzen und kümmern sich um alles, was in einem so großen Garten zu tun ist. Die Sinnesgärten des Marien- Hauses sind mehr als nur dekoratives Außengelände, sondern gehören fest zum Konzept des Hauses. Von einem Landschaftsarchitekten sind die Gärten mit kleinen Rundwegen geplant worden, die zum Spazierengehen einladen. Vor allem Demenzerkrankte werden dadurch spürbar ruhiger und gelassener. Aber auch die anderen Bewohner nutzen gerne die Gärten. „Jetzt im Frühling zieht es bei schönem Wetter ganz viele Bewohner nach draußen auf die Terrasse, wo sie sich die Sonne aufs Gesicht scheinen und die Seele baumeln lassen können“, sagt Pflegedienstleiterin Sabine Boms. Dann machen die Sinnesgärten ihrem Namen alle Ehre: Denn mit ihren farbigen Blumen, duftenden Kräutern und plätschernden Teichen laden die Anlagen dazu ein, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. „Viele Bewohner waren immer sehr naturverbunden und können das An Straelen mag ich besonders ... . . . die Natur und Freizeitangebote. Wenn die Sonne scheint, sind die Sinnesgärten ein schöner Anlaufpunkt. hier im Marien-Haus auch weiterleben“, erklärt Sabine Boms. Dadurch, dass viele Beete als Hochbeete angelegt sind, können die Senioren, ohne sich bücken zu müssen, Blumen pflanzen, Obst ernten oder Unkraut jäten. Sogar Bewohner im Rollstuhl können mitmachen. Dementsprechend gehört die Gartenarbeit für viele Bewohner im Marien-Haus zum täglichen Leben, immer unterstützt von den Alltagsbegleitern. Bestes Beispiel ist das Ehepaar Honnen: Beruflich ging es für Karl Honnen als gelernten Dachdecker oft hoch hinaus, aber in seiner Freizeit liebte er es sehr geerdet – ebenso wie seine Frau. Auf über 700 Quadratmetern haben sie früher in Walbeck gelebt und ihren Garten mit viel Hingabe gestaltet. „Sogar einen Fischteich mit handtellergroßen Seerosen hatten wir“, berichtet Karl Honnen stolz. Und damit nicht genug: 14 Jahre lang waren die Honnens Mitglied der „grünen Gruppe“ am Walbecker Freibad und kümmerten sich dort um die weitläufigen Außenanlagen. „Es ist einfach schön, draußen in der Natur zu arbeiten“, schwärmt Karl Honnen. Noch heute geht er gerne in Straelen spazieren und schaut sich unterwegs die Vorgärten an. „Da sind wirklich wahre Schmuckstücke dabei“, sagt er und holt sich dort immer neue Anregungen. Eine weitere Idee für die Sinnesgärten hat er auch schon parat: Als nächstes wird er mit seiner Frau Tulpen pflanzen, und schon werden die Sinnesgärten am Marien-Haus noch ein wenig bunter. Ursula Schmitz pflegt und betreut alte Menschen im Marienhaus in Straelen. Ich arbeite bei der Caritas, weil . . . . . . ich seit 20 Jahren einen tollen Arbeitgeber habe. Die Aufgaben, mit denen ich im Marienhaus befasst bin, machen mir großen Spaß.

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