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10 NEUES AUS DEM

10 NEUES AUS DEM STADTARCHIV Den Ahnen auf der Spur Während ihres Praktikums im Stadtarchiv hat Gesa Hauf die Familiengeschichte von Philipp Beel untersucht. Hauptfundstück war eine alte Blechdose. Alles begann mit dem 80. Geburtstag von Peter Op de Laak. „Da warst du hier zum Filmenachmittag mit Kalli Geerkens“, sagt Stadtarchivarin Claudia Kurfürst im Gespräch mit dem Jubilar. „Und was für uns dabei rausgesprungen ist, ist ganz toll“, sagt Kurfürst weiter und breitet die Fundstücke auf dem Tisch aus. Wie es sich gehört, sind sie bereits ordentlich archivarisch in Pergaminpapier verpackt und so gut geschützt. Unter anderem zieht die Stadtarchivarin eine Blechdose mit einem Loch hervor, einem Einschussloch. „Als die Oma Petronella noch lebte, war das ein Andenken von ihrem Mann und hing immer im Wohnzimmer“, sagt Peter Op de Laak. Er brachte die Dose, Erkennungsmarken aus dem Ersten Weltkrieg und Fotos ins Archiv, um mehr über seinen Opa Philipp Beel zu erfahren. Kurfürst betraute mit der Aufgabe Praktikantin Gesa Hauf. Eine Art Sonderaufgabe, denn im Archiv gebe es auch Tätigkeiten, die vielleicht nicht so superspannend seien, weil sie sich wiederholten, sagt die Stadtarchivarin. Zum Beispiel Schriftstücke einscannen und ordnen. Da kam ihr die Idee, die Praktikantin alle Dinge, die sie über Philipp Beel erfahren könne, zusammentragen zu lassen. „Um zu zeigen, wie Forschung live geht“, sagt Kurfürst. Praktikantin Gesa Hauf ist 16 Jahre alt und geht auf das Städtische Gymnasium Straelen. Während ihres zweiwöchigen Praktikums begab sie sich also auf die Suche nach Spuren von Philipp Beel. Sie startete unter anderem eine Anfrage an das ZMS. Das ist das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. „Dort gibt es eine Abteilung, die sich mit Privatanfragen beschäftigt“, erklärt die Schülerin. Und ihre Anfrage wurde beantwortet. Raus kam, das Philipp Beel unter anderem zum 6. Zug der 3. Kom- INFO Öffnungszeiten Das Stadtarchiv Straelen ist dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Montags ist das Stadtarchiv geschlossen. Adresse Kuhstraße 21 in Straelen, Telefon 02834 6598. Aktiv werden Mittwochs um 10 Uhr trifft sich der Freundeskreis Stadtarchiv. Wer Interesse an der Geschichte Straelens hat und am Lesekursus ist willkommen. Stadtarchivarin Claudia Kurfürst (Mitte) und Gesa Hauf (rechts) präsentieren Peter Op de Laak die Ergebnisse ihrer Nachforschungen zu seinem Opa Philipp Beel. Die Blechdose mit Durchschuss aus dem Ersten Weltkrieg wird genau unter die Lupe genommen. panie des Infanterie-Regiments 55 des Heeres-Ersatzbataillons gehörte. Die Dose gab es „Zur Erinnerung an die große Schlacht“ vom 21., 22. August 1915. Der Ort ist allerdings nicht genau zu entziffern. Gesa Hauf hat in Heeresberichten nachgelesen und mögliche Orte herausgeschrieben. Sicher ist, Philipp Beel kam wieder nach Hause, nach Straelen. Von seinem Leben vor dem Krieg ist auch einiges bekannt. Die Stadtarchivarin holt ein Adressbuch von 1910 hervor. Dort ist Philipp Beel als Schuhmacher, Nordwest 27, in Straelen verzeichnet. „Damals hatten die Straßen keine Namen, sondern wurden nach Himmelsrichtungen benannt“, erklärt Kurfürst. „Westwall 27, das war zu meiner Schulzeit“, weiß Peter Op de Laak. Die Änderung der Straßennamen macht das Leben und die Forschungsarbeit der Archivare nicht immer leichter. In seinen Familienunterlagen hat Peter Op de Laak eine Postkarte, die seinen Opa vor seinem Geschäft zeigt. Im Schaufenster sind lange Tabakpfeifen ausgestellt. Die Karte trägt den Poststempel vom 23. Juni 1909, also ein paar Jahre, bevor der Schuhmacher und Straelener in den Krieg ziehen musste. Passenderweise hat die Stadtarchivarin noch das Buch „Bei Straelen dicht am Wege“ aufgeschlagen. Das enthält einen Stimmungsbericht von Leo Opheys, der beschreibt, mit welcher Euphorie die jungen Männer nach Geldern zur Musterung marschierten. Kurfürst wirkt nachdenklich. „Philipp Beel war 34 Jahre, er hatte schon Kinder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit Begeisterung in den Krieg zog.“ „Aus Geschichte kann man lernen“, sagt Gesa Hauf, warum sie sich für Geschichte und die Recherche im Archiv begeistern kann. „Ist der Fall Beel gelöst?“, will Peter Op de Laak nach der Besprechung der Recherche-Ergebnisse wissen. Die Stadtarchivarin schaut auf den Tisch mit den Puzzlestückchen, den Fotos, der Dose, den Erkennungsmarken aus dem Krieg. „Nein, wir sind mittendrin“, sagt sie. Denn noch ist zum Beispiel nicht gelöst, woran Philipp Beel am 16. August Philipp Beel vor seinem Geschäft in Straelen. 1934 tatsächlich starb. Sein Enkel weiß nur, er ist auf dem Weg nach Kevelaer verunglückt. Und auch der geheimnisvolle Zettel, der in der Dose lag und Schmauchspuren zeigt, konnte Ein Porträt von Philipp Beel, das in Familienbesitz ist. noch nicht entziffert werden. Diese Rätsel könnten noch gelöst werden. TEXT BIANCA MOKWA FOTOS GOTTFRIED EVERS

nser STRAELEN NEUES VON DER CARITAS 11 ANZEIGE Straelens soziale Seite präsentiert vom Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. Ein Miteinander schaffen Kathrin Hammans ist die Koordinatorin der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Sie hat viele Ideen, den Alltag zu gestalten. INFOS Rat und Hilfe im Caritas-Centrum Wo Caritas-Centrum Straelen an der Marienstraße 61 in Straelen, ☎ 02834 915190. Allgemeine Sozialberatung – in Straelen am Dienstag, 10 bis 12 Uhr, und am Donnerstag, 14 bis 16 Uhr – in Wachtendonk am Dienstag, 14 bis 16 Uhr. Schuldnerberatung, Integration/Migration, Erziehungsberatung, Familiendienst; Freiwilligen-Zentrum, Fachdienst Gemeindecaritas Die individuelle Beratung erfolgt nach Terminvereinbarung (☎ 02834 915190). Integrationssprachkursus Gemischter Integrationssprachkursus für Frauen und Männer seit Januar, Anmeldung unter ☎ 02834 915190. Caritas-Pflegeteam Straelen Franziskanerstraße 2 in Straelen, Auskünfte unter ☎ 02834 3118860. Kathrin Hammans ist Koordinatorin der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in Straelen. MITARBEITER In ihrem Büro hängt ein großes Poster. „Demenz geht uns alle an“, steht darauf. Das ist ein Thema, das Kathrin Hammans in ihrer Arbeit tagtäglich begegnet. Sie ist die Koordinatorin der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Auf zwei Wohnebenen gibt es jeweils zehn Mieter im Marienpark in Straelen, die sich für ein Leben in einer WG, also einer Wohngemeinschaft, entschieden haben. „Eine wirklich sinnvolle Lebensform, besonders für Menschen, die nicht schwer pflegebedürftig sind, aber durch ihre Demenzerkrankung nicht mehr allein zu Hause leben können“, schildert Kathrin Hammans ihre Erfahrungen. Gerade und auch für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, sei dieses Zusammenleben mit anderen Betroffenen eine Option, das Leben zu teilen und den Alltag miteinander zu gestalten. „In der WG wird vor Ort gekocht und gewaschen. Gerade die hauswirtschaftlichen Arbeiten sind den Bewohnern bestens vertraut, und sie werden motiviert mitzutun“, erklärt Kathrin Hammans den Alltag in der WG. Wer lieber nach dem gemeinsamen Essen allein sein möchte, der habe auch die Möglichkeit, sich in sein Appartement zurückzuziehen. Ein Zusammensein in Gesellschaft ist ein Kann, kein Muss. Immer wieder werden aber Aktivitäten angeboten, die zum Mitmachen ermuntern. Dazu gehört etwa die Kaffeerunde, sagt Koordinatorin Kathrin Hammans. In der gemütlichen, unbeschwerten Runde werden Geschichten vorgelesen, Rätsel gelöst, aber auch bekannte Sprichwörter zusammengesetzt, um das Langzeitgedächtnis immer wieder zu aktivieren. Die Erinnerungspflege spiele ohnehin eine große Rolle, erklärt sie. Mit Hilfe von Bildern und Karten und Spielen wird auf das Erlebte aus der Vergangenheit zurückgegriffen und so das Gedächtnis positiv herausgefordert. Ganz wunderbar funktioniere das mit Musik, sagt Kathrin Hammans. Sie ist selbst begeisterte Sängerin im Chor von St. Cornelius Broekhuysen. In ihrem Berufsalltag stellt sie immer wieder erstaunt fest, wie sicher die Menschen, die an Demenz er- krankt sind, Volkslieder mitsingen können. Dahinter steckt eine große Kraft und ein großer Schatz, den sie noch mehr fördern möchte. „Ich habe zu Hause ein Keyboard stehen“, sagt sie lachend. Das bringt sie manchmal mit zur Arbeit. Ihre Idee ist es aber, noch mehr Menschen auch von außerhalb einzuladen, mit ihren Instrumenten in die WG zu kommen, um Vielfalt in das Leben zu bringen und das Wohlbefinden der Bewohner zu steigern. Gleiches kann sie sich für den Bereich Bewegung vorstellen. Regelmäßig kommt ein Sporttherapeut ins Haus und bietet angepasste Sportangebote, um die Mobilität der Bewohner zu erhalten und zu steigern. Soweit es die Zeit zulässt, gehen die geschulten Alltagsbegleiter auch mit den Bewohnern spazieren. „Aber wir würden das Angebot gerne noch ausbauen“, sagt Kathrin Hammans. Und dafür hofft sie auf den Einsatz von Ehrenamtlichen. Der Dienst am Nächsten wäre für beide Seiten ein Gewinn, ist sich die Koordinatorin sicher. „Es ist für jeden eine sinnvolle Arbeit, sich für seine Mitmenschen ein- zubringen“, lautet ihre Überzeugung. „Oft drücken die Bewohner ihre Dankbarkeit sehr herzlich aus, und der Horizont der Ehrenamtlichen wird erweitert“, sagt Kathrin Hammans. Weil sie ehrenamtlich auch in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul tätig ist, liegt ihr auch da ein Einbinden kirchlicher Angebote am Herzen. Erste Gottesdienste mit den Bewohnern der WG, Angehörigen und Gästen wurden bereits gefeiert. Dinge und vor allem Menschen und ihre unterschiedlichen Lebenswelten miteinander verknüpfen, das liebt die gelernte Krankenschwester Kathrin Hammans. Als Koordinatorin der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz ist sie Ansprechpartnerin für die Bewohner, die Angehörigen, die Alltagsbegleiter, die Pflegekräfte und die Ehrenamtlichen und darf so der vielfältigen Aufgabe des miteinander Verknüpfens nachgehen. Sie freut sich auf die zahlreichen spannenden Begegnungen. Erreichbar ist Kathrin Hammans in den Wohngemeinschaften im Marienpark (Franziskanerstraße 8) unter der Telefonnummer 02834 3118863. Dorothee Christian pflegt und begleitet alte Menschen im Marien-Haus in Straelen. Ich arbeite bei der Caritas, weil . . . . . . ich so viele nette Kollegen habe und ich gerne im Team arbeite. Außerdem ist die Arbeit sehr abwechslungsreich. An Straelen mag ich besonders, dass ... . . . man immer wieder nette Leute kennenlernt und dass man viele alte Bekannte wieder trifft. Ich bin in Straelen geboren.

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