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Unser Straelen

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20 IM BLICKPUNKT So

20 IM BLICKPUNKT So herrlich illuminiert sieht der Start in den Niederlanden aus. Der Start des ersten Lightwalks in Straelen ist am 10. März 2018. Lightwalk – Spaziergang am Abend mit zauberhaftem Licht Am 10. März geht es zum ersten Mal im Dunkeln auf einen besonderen Spaziergang. Musik, Lasershow und weitere Überraschungen warten auf dem Weg. Ab 1. August gibt es Karten. Die niederrheinische Landschaft einmal ganz anders erleben, diese Möglichkeit haben Clemens und Claudia Rattmann ins Auge gefasst. Sie organisieren den Lightwalk, der 2018 das erste Mal in Straelen stattfinden soll. Lightwalk, was ist das eigentlich? „Wanderung durch die Natur bei Einbruch der Dunkelheit“, fasst es das Ehepaar zusammen. Um sich das besser vorstellen zu können, haben die beiden einen Film drehen lassen, in Egmond, in den Niederlanden. Da hat der Lightwalk schon Tradition. So sehr, dass es schwierig war, noch zwei Tickets für das Kamerateam zu bekommen, sagt Clemens Rattmann lachend. Im Film sind Menschen zu sehen, die sich gemeinsam auf den Weg machen. Immer wieder gibt es Stationen, an denen sie staunend stehen bleiben. Auch auf der 14 Kilometer langen Wanderung beim Lightwalk in Straelen findet auf jedem Kilometer ein Event statt. Das kann eine Lasershow sein, eine Allee, die besonders schön angestrahlt wird, eine Theatershow vom Boot aus. Sicher ist: Langeweile wird keine aufkommen, und für jeden soll etwas dabei sein. Auf der Strecke werden die Spaziergänger mit Essen und Trinken versorgt. Und wer nur sieben statt der 14 Kilometer laufen möchte, auch das ist okay. Dafür gibt es eigene Tickets. „Bei uns steht der Spaß im Clemens und Claudia Rattmann aus Auwel-Holt haben sich in den Niederlanden von der nicht alltäglichen Laufidee anstecken lassen. 2018 wollen sie für einen Ableger in Straelen sorgen. Vordergrund, nicht das sportliche Auspowern“, betont Claudia Rattmann. Und Spazieren gehen sei nun einmal Volkssport Nummer eins. Deswegen sieht man beim Zieleinlauf im Film auch lauter glückliche und keine erschöpften Menschen. Die Rattmanns haben selbst schon an einigen „Lightwalks“ in den Niederlanden teilgenommen und erinnern sich an manchen Gänsehautmoment. „Wir sind in Renesse durch eine Kirche gelaufen. Oben auf der Empore hat jemand das Ave Maria gesungen. Da ist keiner mit trockenen Augen rausgegangen“, erinnert sich Clemens Rattmann an einen solchen Moment. Und durch diesen besonderen Zeitpunkt, die hereinbrechende Dunkelheit, gewinnen diese Momente oder vielleicht auch bekannte Wege ihren besonderen Zauber. Und weil die Dunkelheit nötig ist, findet der Lightwalk in Straelen nicht im Sommer statt, wenn man lange auf den samtenen Nachthimmel warten müsste, sondern am 10. März. In Egmond, wo das Video entstand, fand der Lightwalk, der in Holland übrigens Fjoertoer heißt, im November statt. Für die Straelener und den allerersten Lightwalk in der Geschichte Straelens haben sich die Organisatoren einiges einfallen lassen, unter anderem wird es durch eine große Gärtnerei gehen, die beleuchtet ist. Eine Band wird dazu passende Musik spielen. Wer mag, kann sich für den Spaziergang durch die Dunkelheit mit passendem Equipment ausstatten. Im Starterpaket enthalten ist auf jeden Fall schon einmal ein Käppi mit integrierter Leuchte vorne dran. Clemens Rattmann holt den Prototypen hervor. Im Film sind aber auch Menschen zu sehen mit Leuchtarmbändern oder kleinen LED-Lichterketten. „Die Holländer sind in dem Punkt schön verrückt“, sagt Claudia Rattmann. Die 14-Kilometer-Strecke könnte man unter normalen Umständen in zweieinhalb Stunden schaffen, rechnet das Ehepaar vor. Aber da die Muße da sein soll, die verschiedenen Stationen zu genießen, rechnen sie mit vier bis viereinhalb Stunden. „Du läufst halt, dann wird es irgendwo ein Lagerfeuer geben mit Bänken und einer Gitarrengruppe, und man kann sich einfach dazusetzen und die Atmosphäre aufsaugen“, beschreibt Clemens Rattmann das Erleben.

Unser STRAELEN IM BLICKPUNKT 21 Wenn sich die Teilnehmer erst einmal von der Idee packen und inspirieren lassen, dann kommen dabei sehr schöne Lichtbilder heraus. Die Niederländer haben es vorgemacht, wie man eine solche Veranstaltung an der Schnittstelle zwischen Winter und Frühjahr mit Leben ausfüllt. Es soll ein Erlebnis für die ganze Familie sein, so hat es das Ehepaar in den Niederlanden auch erlebt. Denkbar wäre aber auch, die Weihnachtsfeier des Betriebs, Vereins oder Kegelclubs kurzerhand in den März zu verschieben und sich gemeinsam auf den Weg zu machen, schlägt das Ehepaar vor. INFO Am 1. August startet der Ticketverkauf. Tickets gibt es online oder bei Kopie und Druck in der Issumer Straße in Geldern und bei Jacobs Tabakbörse in Straelen. Die Teilnahme am 14-Kilometer-Lauf kostet 22,50 Euro, die am Sieben-Kilometer-Lauf 19,50 Euro. Im Preis ist jeweils auch die Versorgung an zwei Stützpunkten enthalten. Am Ende wartet auf alle als Abschluss noch eine After-Walk- Party am Sportplatz Auwel-Holt, die Gelegenheit, um sich über die neu gewonnenen Erfahrungen auszutauschen. In den Niederlanden treffen sich regelmäßig Grüppchen zum gemeinsamen Laufen bei Nacht mit Eventcharakter. Im niederländischen Egmond sind das 7500 Menschen, auch in Renesse und Terschelling finden diese besonderen Läufe statt, jahreszeitlich aber so versetzt, dass sich keiner in den Weg kommt. „Wir peilen 2000 Leute an im ersten Jahr“, sagt Clemens Rattmann. Die genaue Strecke steht schon fest, soll aber noch nicht verraten werden. „Es ist ja alles Neuland für uns“, sagt er. Zum ersten Mal sind sie nicht Teilnehmer, sondern Organisatoren. „Wir hatten nur eine Vision“, ergänzt seine Frau. Denn schon beim ersten Mal, als sie einen niederländischen Lightwalk mitmachten, waren sie vollauf begeistert von der intensiven Stimmung und dem Erlebnis. „Das müssen wir nach Straelen holen“, dieser Gedanke ließ sie nicht los. Aber die Vision ist längst wahr, mit ausgefeilter Route und Programm. „Uns ist es wichtig, die Vereine mit ins Boot zu holen“, sagt Clemens Rattmann noch. „Wir brauchen die Tatkraft der Vereine, ohne die geht es nicht.“ Er erzählt, dass die Niederländer schon beim Aufbau der Veranstaltung Spaß haben, und genau diese Freude möchte er auch über die Grenze holen. Dieses an Spiel mit Licht – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt Einige Beispiele aus den Niederlanden einem Strang ziehen. Das Gemeinschaftserlebnis ist nicht nur, wenn man gemeinsam im Dunkeln steht und Liedern am Lagerfeuer lauscht oder staunend einer Lasershow zuschaut, sondern auch schon beim Gestalten der Veranstaltung da. „Wenn alle daran teilhaben, dann haben auch alle Spaß“, fasst es Claudia Rattmann zusammen. In den Niederlanden machen auch die Nachbarn mit, an denen die Light-Walker vorbei müssen. „Es ist toll, die Häuser sind geschmückt, manche holen sogar ihre Wohnzimmertische auf die Straße und feiern mit“, erinnert sich Clemens Rattmann an den Anblick von mitfeiernden Niederländern am Wegesrand. „Das ist einfach cool, wenn man da vorbeiläuft.“ Für Licht sorgen romantische Kerzen oder manchmal auch eine große Eisentonne, in der ein wärmendes Feuer prasselt und die kunstvoll mit Löchern oder Schriftzügen verziert ist. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Licht und Dunkel ist eben eine ganz eigene Komposition, die jeder für sich so gestalten kann, wie er mag. Eines ist sicher: Auf der Internetseite des Lightwalks Straelen läuft bereits der Countdown. TEXT BIANCA MOKWA FOTOS PRAXXIS FILMPRODUKTION UND LE CHAMPION.NL Fjoertoer – so heißt die Lightwalk-Serie im Nachbarland.

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