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Unternehmen in Erkelenz 13.10.2017-

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Unternehmen in Erkelenz

EZ-L4 C4 Hückelhoven / Wassenberg RHEINISCHE POST FREITAG, 13. OKTOBER 2017 „Panneschöpp“ nur noch zu erahnen In die Blütezeit der Dachziegelproduktion in Wassenberg im 19. Jahrhundert entführte Walter Bienen vom Heimatverein die Teilnehmer eines heimatkundlichen Spaziergangs. Überreste eines Dachziegelofens bei „Tante Lucie“. VON KURT LEHMKUHL WASSENBERG Der kleine Hügel am Rande des Spielplatzes neben dem Restaurant „Tante Lucie“ lässt allenfalls erahnen, dass er die Überreste des letzten Dachziegelofens von Wassenberg darstellt. Der Zuhörer muss sich auf das verlassen, was ihm Walter Bienen, Stadtgästeführer des Heimatvereins Wassenberg, bei diesem kulturhistorischen Spaziergang einleuchtend erklärt. Fast 30 Interessenten haben sich zu dem Rundgang mit Bienen zu den ehemaligen Panneschöpp eingefunden. „Elf bis 13, also wahrscheinlich zwölf Panneschöpp hat es in diesem Bereich nahe ,Tante Lucie’ Ende des 19. /Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben“, berichtet Bienen vor Ort. Sie alle sind verschwunden. Unter einer Villa gegenüber der Wingertsmühle vermutet er gleich mehrere Brennstellen. Ein Zeitungsartikel vom 7. September 1929, den Bienen im Kreisarchiv in Heinsberg entdeckt hatte, brachte ihn auf die Spur der ehemaligen Öfen. Hubert Wild, wie sein Vater zuvor Forstmeister im Judenbruch, war zwar 1917 nach Pommern gezogen, hatte aber die Beziehung zu seiner Heimat nie verloren, kehrte 1929 zurück und berichtete in einer Artikelserie über das frühere Wassenberg. Dabei stieß Bienen auf Wilds Schilderung der Panneschöpp, der Schuppen, in denen Dachziegel gebrannt wurden. Seine Neugier war geweckt, inzwischen weiß er so ziemlich alles über Nahe der Wingertsmühle (Hintergrund) und des Restaurants „Tante Lucie“ wurden früher Dachziegel gebrannt. Stadtgästeführer Walter Bienen (Mitte) erzählte bei einer Führung über diesen Handwerkszweig. RP-FOTO: LEHMKUHL die Panneschöpp in Wassenberg. Nicht ohne Grund waren sie in der Nähe von „Tante Lucie“ und der Wingertsmühle angesiedelt. Von dort war es nicht weit bis zu den Tongruben zwischen Myhl und Ratheim. Rund 150 Morgen groß war die Abbaufläche. Mit Kippwägelchen wurde das Material auf einer Eisenbahn transportiert. Auch diese Trasse ist fast nur noch zu erahnen. „1870/1880 befand sich die Ziegelindustrie in voller Blüte“, schildert Bienen. „Die Arbeiter in den Panneschöpp wurden Tichelbäcker, Pannebäcker oder Dachziegler genannt. Nach der Arbeit genossen sie oft einen feucht-fröhlichen Abend bei ,Tante Lucie’“, meint er nach der Lektüre von Wilds Zeitungsartikeln. 5000 Ziegel wurden bei einem Brennvorgang hergestellt. Alle diese Informationen vermittelt der Stadtgästeführer seinen Begleitern, die auch aus Niederkrüchten, Heinsberg, Erkelenz und Hückelhoven gekommen sind, um zu erfahren, was es mit den Panneschöpp in Wassenberg auf sich hat. Die Geschichte der Dachziegelindustrie in Wassenberg endet dramatisch im Zweiten Weltkrieg. Doch schon zuvor hatte der Untergang eingesetzt. Zum einen machte die Konkurrenz aus Brüggen-Bracht den Panneschöpp zu schaffen, zum anderen könnte es auch an der Qualität des Tons gelegen haben. Entscheidend war aber die maschinelle Produktion von Dachziegeln, die von Frankreich ausgehend im Rheinland Folgen hatte. Mit dem Bahnanschluss kamen 1911 billigere Dachziegel aus Frankreich nach Wassenberg – Beginn des Niedergangs „Mit dem Bahnanschluss kamen 1911 auch die Dachziegel aus Frankreich nach Wassenberg“, schildert Bienen. Mit den günstigen Preisen konnten die in Handarbeit hergestellten „Panne“ aus der Region nicht mithalten. Brennofen nach Brennofen wurde aufgegeben, lediglich die Dachziegelfabrik Jansen stemmte sich gegen den Niedergang und versuchte den Aufbau einer maschinellen Produktion. Nach einem Bombeneinschlag brannte die Fabrik aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlte das Geld zum Neubeginn. Das Ende der Dachziegelproduktion in den Wassenberger Panneschöpp war besiegelt. MELDUNGEN Tag der offenen Tür im ViaNobis-Laden HÜCKELHOVEN (gala) Die ViaNobis- Eingliederungshilfe stellt sich mit einem Tag der offenen Tür im Verkaufsraum der Tagesstruktur, Martin-Luther-Straße 5A, vor. Handgefertigte Holzwerkstücke und Dekorationen sind zu entdecken am Sonntag, 15. Oktober, von 11 bis 16 Uhr. Die Besucher können auch frische Waffeln mit Kirschen und Sahne bei einem Kaffee genießen. Auch Kinderschminken wird angeboten. Geschichts-Stammtisch des Heimatvereins HÜCKELHOVEN (RP) Der nächste „Lokal-Geschicht(en)“-Stammtisch des Arbeitskreises Hückelhoven im Heimatverein der Erkelenzer Lande ist am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19 Uhr im Hotel am Park, Jülicher Straße. Willkommen sind alle Interessenten an Geschichte und Geschichten aus allen Stadtteilen Hückelhovens, die gern erzählen, zuhören und sich anregen lassen. Der Stammtisch findet an jedem dritten Donnerstag im Monat statt. Arbeiten von Katharina Sauer im Johanniter WASSENBERG (RP) Eine Vernissage mit Arbeiten der Künstlerin Katharina Sauer findet am Sonntag, 22. Oktober, 15.30 Uhr, im Restaurant des Johanniter-Stifts, Johanniter Weg 1, statt. Der Titel der Ausstellung lautet „Blühendes im Winter“. Sauer zeigt Aquarellmalerei. Durch lasierte Farbaufträge drückt sie die Leichtigkeit und Transparenz duftiger Blüten aus. Die Ausstellung ist vom 22. Oktober bis 3. März im Johanniter- Stift Wassenberg zu sehen. Unternehmen in Erkelenz ANZEIGE Geprüfte Bestatter helfen beim Abschied nehmen Das Bestattungshaus Forg-Wehe kann nicht nur auf viel Erfahrung bei der Sterbefall-Begleitung verweisen. Hier ist das Fachwissen verbrieft. Wenn der Tod einen lieben Menschen aus unserer Mitte nimmt, setzt das Leben unvermittelt neue Prioritäten. Dann ist es gut, auf die einfühlsame Begleitung eines erfahrenen Bestattungshauses zurückgreifen zu können. „Die vermeintlich wichtigen Themen des Alltags rücken in den Hintergrund, denn das Abschied nehmen ist eine Herausforderung, die mit ganzer Kraft bewältigt werden möchte“, sagt Stefanie Forg-Wehe, die Inhaberin des renommierten Bestattungshauses, das sie gemeinsam mit ihrem Bruder Michael Wehe an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße in Erkelenz führt. Dass Hinterbliebene bei der professionellen Begleitung ihres Sterbefalls Kontakt Adresse: Bestattungshaus Stefanie Forg-Wehe, H.-J.- Gormanns-Straße 20, 41812 Erkelenz Telefon: 02431/974 39 39 Internet: www.forg-wehe.de Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 16 Uhr; telefonisch rund um die Uhr erreichbar Verbriefte Kompetenz: Wie ihr Bruder Michael Wehe kann Stefanie Forg-Wehe nun ebenfalls die Bestatter-Urkunde vorweisen. im Bestattungshaus Forg- Wehe an der richtigen Adresse sind, liegt zum einen in der immensen Erfahrung begründet, die die Geschwister in ihrem anspruchsvollen Metier gesammelt haben. So war Stefanie Forg-Wehe bereits seit über einem Jahrzehnt als Bestatterin tätig, als sie und ihr Bruder das „kleine Familienunternehmen“ vor acht Jahren aus der Taufe hoben. Dass Michael Wehe sofort die verbriefte Kompetenz eines „geprüften Bestatters“ bei der Handwerkskammer Düsseldorf in das gemeinsame Unternehmen einbringen konnte, passte natürlich perfekt. „Für mich war das immer ein Ansporn, das entsprechende Zertifikat der Handwerkskammer ebenfalls vorweisen zu können, auch wenn die Angehörigen gar nicht unbedingt auf eine solche Urkunde achten“, sagt Stefanie Forg-Wehe. Und Ende vergangenen Jahres war es geschafft: Als „geprüfte Bestatterin“ kann Stefanie Forg-Wehe nun „schwarz auf weiß“ belegen, dass sie ihr umfangreiches Praxis-Wissen speziell auch in den formalen und rechtlichen Teilbereichen ihres Berufes noch einmal nachhaltig unterfüttert hat. „Für die Hinterbliebenen sind es am Ende aber immer die zutiefst menschlich-fürsorglichen Aspekte, die bei einem Sterbefall im Vordergrund stehen“, betont Stefanie Forg- Wehe. Deswegen bietet das Bestattungshaus Forg-Wehe einmal im Monat einen Trauertreff an, der im Rahmen eines besonderen Gruppe-Erlebens Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt. Die Teilnahme ist kostenlos, es wird jedoch um rechtzeitige Anmeldung gebeten.

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