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Veedelszoch in Eller

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Veedelszoch in Eller DIE JECKEN ZIEHEN AM SONNTAG UNTER DEM MOTTO „EJAL WAT KÜTT, ET WÖHD JEJÖCKT“ Ex-Schutzmann als Schirmherr des Zugs Hätte die Stadt nicht die kosten für das erweiterte Sicherheitskonzept übernommen, wäre der populäre Veedelszug durch Lierenfeld und Eler abgesagt worden. VON MONIKA GÖTZ „Ejal wat kütt, et wöhd jejöckt“: Darauf haben nicht nur die Eller Bürger gewartet – am Sonntag um 11.11 Uhr startet in dem Stadtteil, der von 1896 bis 909 eine selbstständige Gemeinde war, quasi als Einstimmung auf den Veedels-Zoch traditionell auf dem Gertrudisplatz das närrische Biwak. Nach gründlicher Vorbereitung und der Erfüllung aller Auch am Sonntag wollen sich die Jecken so ausgelassen präsentieren wie im vergangenen Jahr. Der um 14.11 Uhr beginnende Veedelszoch zieht wieder durch Lierenfeld und Eller. FOTO:HANS-JÜRGEN BAUER Auflagen auch mit Blick auf die Terrorabsicherung ist es soweit – ab 14.11 Uhr zieht der Zoch durch Lierenfeld und Eller“, freut sich Ute Ast, die Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Veedels-Zoch Eller“, die dieses jecke Ereignis alljährlich mit wechselndem Motto und immer neuem Schirmherrn ausrichtet. Schirmherr ist diesmal Kurt Caumanns, ehemaliger Schutzmann des Veedels- Zoch. Ute Ast weiß: „Er wird sich mit allen unseren Fans freuen, das wir erstmals auch schon beim Biwak Schlüssel Alt ausschenken – auf vielfachen Wunsch und zum gewohnten Preis.“ Da die Teilnahme am närrischen Treiben kostenlos und die Interessengemeinschaft ein gemeinnütziger Verein ist, wird der Zoch auch durch die Erlöse aus dem Getränkeverkauf finanziert. Schon für das Biwak um 11.30 Uhr haben sich „De Fetzer“ angesagt. Wer diese rheinische, 1975 als „Schweeß Föös“ – in Anlehnung an die Kölner Bläck Fööss – in Korschenbroich gegründete Stimmungsband kennt, weiß, dass die Begeisterung beim Auftritt der sechs Musiker regelmäßig hochkocht. Und da selbstverständlich auch das Sessionslied „Dat is ming Stadt“ auf dem Programm steht, werden die Besucher beim Schunkeln wohl kaum noch zu bremsen sein. Gegen 13 Uhr wird das Düsseldorfer Prinzenpaar Prinz Christian III. und Venetia Alina mit überschäumender Stimmung begrüßt, ehe der Zug um 14.11 Uhr startet. Die neuen Sicherheitsauflagen verlangen, dass bestimmte Straßen entlang des Zugweges abgesichert werden. „Wir haben uns große Sorgen wegen der Umsetzung des Sicherheitspakets gemacht. Es war für uns nicht nachvollziehbar, warum wir als Brauchtumsverein für die Umsetzung diverser spezieller Maßnahmen und deren Kosten verantwortlich sein sollten“, sagt Ute Ast. Jetzt aber können sie und alle Jecken aufatmen: „Die Stadt übernimmt Kosten und Organisation des erweiterten Sicherheitskonzepts für den Veedels-Zoch in Eller. Wäre diese Zusage nicht gekommen, wäre der Umzug in diesem Jahr und auch in Zukunft nicht zu stemmen gewesen.“ Preise für die besten Kostüme Auch am Sonntag gibt es beim Veedelszoch wieder einen Kostümwettbewerb. Unter den Preisen sind Eintrittskarten für eine Vorstellung im Apollo Theater, Essensgutscheine der Gaststätte Franz Ratte und ein Einkaufsgutschein in Höhe von 100 Euro für Geschäfte der Werbegemeinschaft Eller. Eine Jury wird am Aufstellplatz alle Teilnehmer begutachten und die glücklichen Gewinner noch während des laufenden Zugs auf der Bühne am Rathaus bekanntgeben. Interessengemeinschaft mit Tradition Seit 1981 ist die IG Veedels-Zoch in Eller für den (Straßen-)Karneval verantwortlich. FOTO:VEREIN (mgö) Die Geburtsstunde der Interessengemeinschaft (IG) Veedels-Zoch Eller e.V. schlug am 10. April 1980. Damals fand in der Gaststätte „Löwenburg“ die erste Versammlung statt und nur drei Monate später wurde von 21 Gründern die „IG Veedels-Zoch Eller e.V.“ aus der Taufe gehoben. Schon damals war das Ziel des eigenständigen, gemeinnützigen Vereins klar umrissen: Ausrichtung und Organisation des Karnevalssonntagszuges in Eller – er hatte bis zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre lang nicht mehr stattgefunden. Im August 1980 übernahm Harald Rathjen den Vereinsvorsitz und schon am 1. März 1981 gab’s den ersten Veedel-Zoch – unter dem Titel „Mer trekke widder“. Noch heute mischen Gründungsmitglieder im Vereinsgeschehen mit. Heidemarie Zahn beispielsweise und auch der Ehrenvorsitzende Dieter Schmidt bringen sich regelmäßig aktiv in die Arbeit des Vorstand ein. Aktuell kann sich die Interessengemein- schaft unter dem Vorsitz von Ute Ast über 63 aktive und 137 passive Mitglieder freuen (Stand Ende 2016). „Der Veedels-Zoch durch Eller erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Um ihn weiter zu bereichern, brauchen wir eine rege Teilnahme von mitziehenden Personen und Gruppen“, fordert die Vorsitzende zum Mitmachen auf. Mitgliedschaft ist dabei keine Voraussetzung und Kosten für die teilnehmende Gruppe fallen auch nicht an: „Ein paar jecke Kostüme, ein paar Tüten Bonbons und los gehts.“ Aber es werden auch immer fleißige Helfer in Form von Mitgliedern gebraucht, damit der Straßenkarneval in Eller stattfinden kann. Wer erst einmal in das Vereinsleben hineinschnuppern möchte, kann an einer der Versammlung teilnehmen. Sie finden an jedem dritten Donnerstag im Monat im Vereinslokal „Brauhaus Fuchsjagd“, Gumbertstraße 181, statt (von Juni bis August ist Sommerpause).

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