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Vive La France

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DEUTSCHLAND 81,15 Jahre

DEUTSCHLAND 81,15 Jahre alt wird man durchschnittlich in Deutschland 45 % der deutschen erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit FRANKREICH 30 % der französischen erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit 82,75 Jahre alt wird man durchschnittlich in Frankreich 16 % der erwachsenen Deutschen sind übergewichtig 1,47 Kinder bekommt eine Deutsche durchschnittlich 2,01 Kinder bekommt eine Französin durchschnittlich 11 % der erwachsenen Franzosen sind übergewichtig 5.245.000 Hunde gibt es in Deutschland 8.360.000 Hunde gibt es in Frankreich 600 € geben die Deutschen durchschnittlich pro Jahr für Kontogebühren, Steuerberater und Kreditvermittler aus 901,40 € werden pro Einwohner in Deutschland für Forschung und Entwicklung ausgegeben 1700 € geben die Deutschen pro Kopf im Jahr für Essen außer Haus aus Bilanz der Fußball- Nationalmannschaften 10 SIEGE Remis 5 13 SIEGE 200 € geben die Franzosen durchschnittlich pro Jahr für Kontogebühren, Steuerberater und Kreditvermittler aus 2100 € geben die Franzosen pro Kopf im Jahr für Essen außer Haus aus 690,60 € werden pro Einwohner in Frankreich für Forschung und Entwicklung ausgegeben 35,5 Stunden arbeiten die Deutschen durchschnittlich pro Woche 5 Arbeitstage haben die Deutschen durch Streiks verloren (je 1000 Arbeitnehmer im Durchschn. 2000-2008) Deutsche verzehren pro Kopf pro Jahr im Schnitt 86 Kilo Brot und Backwaren 900 € geben Deutsche durchschn. im Jahr für Autos aus 20,5 Liter Wein 106 Liter Bier 10 t CO 2 -Emissionen je Einwohner 12.949 km Autobahnen Franzosen verzehren pro Kopf pro Jahr im Schnitt 44 Kilo Brot und Backwaren 11.882 km Autobahnen 27,2 Liter Wein 31 Liter Bier 5,7 t CO 2 -Emissionen je Einwohner 37,3 Stunden arbeiten die Franzosen durchschnittlich pro Woche 102 Arbeitstage haben die Franzosen durch Streiks verloren 600 € geben Franzosen durchschn. im Jahr für Autos aus (je 1000 Arbeitnehmer im Durchschn. 2000-2008) RECHERCHE: BEERMANN | GRAFIK: ZÖRNER

5 „Frankreich ist modern“ Frankreichs Botschafter Philippe Etienne will Klischees über sein Land korrigieren. Herr Botschafter, das Frankreichbild vieler Deutscher ist geprägt von Käse, Rotwein und Akkordeonmusik – als wäre Ihr and ein großes Freilichtmusem. Wurmt Sie das? Ach was, das ist doch zunächst einmal ein sehr positives und ympathisches Image von Frankreich! Aber natürlich uss ich dieses Bild korrigieren, denn es ist unvollständig. Frankreich ist in Wirklichkeit ein sehr modernes und kreatives Land. Das kann man im Hochtechnologiesektor sehen, in der Forschung, aber zum Beispiel auch in der Kultur, in Literatur, Musik und Film. Außerdem ist Frankreich ein Land, in dem es viel Unternehmergeist gibt: Schauen Sie sich nur unsere Start-up-Szene an, die lebendigste in Europa! Und es ist ja auch nicht o, als säßen wir hinter Palisaden im gallischen Dorf. Viele französische Konzerne haben international enormen Erfolg, und es arbeiten auch immer ehr Franzosen im Ausland. Wenn das so ist, warum hat dann Frankreich so große wirtschaftliche Probleme? Ich sage ja nicht, dass alles perfekt ist. Natürlich haben wir Probleme. Aber sie nehmen meiner Ansicht nach in der öffentlichen Wahrnehmung überproportional viel Raum ein. Gibt es Bereiche, in denen wir Deutschen von Frankreich lernen könnten? Natürlich, und in einigen davon orientiert sich Deutschland ja auch schon längst am französischen Modell, etwa beim Ausbau der Kinderbetreuung. Aber es gibt weitere Bereiche wie zum Beispiel die Infrastrukturpolitik. In Deutschland wird jetzt über die privatrechtlich organisierte Infrastrukturverwaltung großer Projekte etwa beim Straßenbau diskutiert. Das haben wir in Frankreich schon seit Jahrzehnten und zwar mit exzellenten Ergebnissen. Schauen Sie sich nur die Qualität unseres Schnellzug- und Autobahnnetzes an! Andererseits können wir uns aber auch vieles in Deutschland abschauen, zum Beispiel das deutsche System der dualen Ausbildung oder auch die unternehmensnahe Forschung der Fraunhofer-Institute. Bekommen Deutsche und Franzosen eigentlich noch gemeinsame Projekte auf die Reihe? Seit Airbus scheint sich ja nicht mehr viel getan zu haben … Da täuschen Sie sich aber! Dafür gibt es Dutzende weitere Beispiele, auch wenn die nicht immer so spektakulär daherkommen wie Airbus. Nehmen Sie etwa französische Unternehmen wie Sanofi oder Air Liquide, die deutsche Firmen übernommen haben und heute wichtige Standorte in Deutschland betreiben, die sehr gut laufen. Heute stellen französische Firmen über 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland, und die Zahl der Arbeitsplätze deutscher Firmen in Frankreich ist ähnlich hoch. Das hört sich ja sehr harmonisch an… Am Anfang ist es manchmal alles andere als harmonisch. Sie kennen die Klischees: Die Deutschen sind perfekt organisiert, aber schwerfällig. Die Franzosen sind sehr kreativ, aber leider chaotisch. Und wissen Sie was? Es gibt in der Tat große Unterschiede, die sich in fruchtbarer Weise ergänzen, und das ist auch gut so! Denn wenn es gelingt, diese kulturelle Kluft zu überwinden, dann können Deutsche und Franzosen großartige Sachen auf die Beine stellen. Matthias Beermann führte das Interview FOTO: DPA

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