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Wintergaerten

RHEINISCHE POST MITTWOCH, 15. FEBRUAR 2017 R-SP3-A Sport B7 Bangen um Medaillen und Neureuther Deutschland steht bei der Ski-WM noch ohne Edelmetall da. Felix Neureuther soll das ändern. Doch er ist angeschlagen. DEG siegt in Köln und träumt weiter von Pre-Play-offs VON STEFAN KLÜTTERMANN Der Rücken schmerzt gehörig: Felix Neureuther gestern mit betretener Miene nach dem verkorksten Rennen im Team-Wettbewerb, bei dem er sich die Muskelverhärtung zuzog. FOTO: DPA ST. MORITZ/DÜSSSELDORF Im Moment der herben Enttäuschung vergaß Wolfgang Maier für Sekundenbruchteile seine Kinderstube. „Am liebsten würde ich heim fahren oder etwas kaputthauen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das ärgert“, polterte der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach dem blamablen Erstrundenaus des deutschen Quartetts im Teamwettbewerb bei der WM in St. Moritz. Ein Tag, der im Optimalfall die erste von drei im Vorfeld anvisierten Medaillen bei den Titelkämpfen bringen sollte, wurde für den DSV zum Fiasko. Nicht nur, dass Lena Dürr, Stefan Luitz, Christina Geiger und Felix Neureuther nach vier Einzelduellen im Parallelslalom gegen die Slowakei mit 1:3 ausschieden und so wie bei der WM 2015 in Vail/Beaver Creek, USA erneut gleich zu Beginn rausflogen, Neureuther zog sich zu allem Überfluss in seinem Lauf auch noch eine „komplexe Muskelverhärtung im Bereich der Lendenwirbelsäule“ zu, die seine weiteren WM-Starts fraglich erscheinen lassen. „Bei mir war das Problem, dass ich über den Sprung drüber bin und es mir in den Rücken eingeschossen ist, dann konnte ich nicht mehr Gas geben. Ob das bis Freitag möglich ist, lässt sich heute noch nicht sagen“, sagte Neureuther. Am Freitag steht der Riesenslalom an, am Sonntag zum Abschluss der Slalom – in beiden Wettbewerben ist der 32- Jährige bei seiner Abschieds-WM Medaillenkandidat. Und Medaillen braucht der medaillenlose DSV ja nun dringend. Fast schon tragisch wäre es da, sollte die x-te Rückenblessur seit seinem WM-Debüt 2003 in St. Moritz den besten deutschen Skirennfahrer der vergangenen Jahre nun an selber Stelle vorzeitig von der WM-Bühne befördern. Eine Bühne, auf der er 2013 in Schladming WM-Silber und 2015 in Vail/ Beaver Creek Bronze geholt hatte – jeweils im Slalom. Neben Neureuther hat nur noch Victoria Rebensburg im morgigen Riesenslalom eine realistische Aussicht auf Edelmetall, dann allerdings in ihrer Paradedisziplin, in der sie 2010 olympisches Gold holte. Gestern hätte Rebensburg, genauso wie Linus Straßer, der Sieger des Parallelslaloms von Stockholm Ende Januar, erst in der zweiten Runde des Teamwettbewerbs zum Einsatz kommen sollen. Doch diese Runde erreichte die DSV-Vier eben nicht, und als Konsequenz mussten sich die Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, sich verzockt zu haben bei der Aufstellung. „Wir wollten es so probieren, und es ist uns nicht aufgegangen“, gab Maier zu. „Ich bin emotional getroffen.“ Lena Dürr gab sich ähnlich geknickt. „Mich ärgert das brutal, weil so viel drin gewesen wäre“, sagte sie. „Wir haben gewusst, wir müssen alles reinlegen. Das ist uns leider nicht so gelungen. Es ist einfach bitter, weil wir uns so viel vorgenommen haben und so viel drin gewesen wäre.“ Es sind aus deutscher Sicht bislang die „Viel-wäre-drin-gewesen“- Weltmeisterschaften von St. Moritz. Rang vier für Rebensburg im Super- G war ärgerlich, ihr elfter Rang in der Abfahrt dürftig. Andreas Sander überzeugte als Siebter im Super-G und Achter in der Abfahrt, zu Edelmetall reichte es aber eben auch für ihn nicht. Deswegen lastet der Druck auf Neureuther nun noch mal höher, als er es vor der WM schon tat. Im Nachgang des verkorksten Team-Wettbewerbs wurden zudem Stimmen laut, die fragten, warum der Partenkirchner seinen Körper gestern nicht geschont hatte. In Straßer hätte ja ein adäquater Ersatz bereit gestanden. Deutschlands WM-Bilanz wird also auf Neureuthers Rücken ausgetragen. Das zumindest steht fest. KÖLN (ths) Die Düsseldorfer EG hat den eigentlich schon verloren geglaubten Kampf um den zehnten Platz noch nicht ausgegeben. Die Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer gewann das 215. rheinische Eishockey-Derby bei den Kölner Haien vor 14.166 Zuschauern mit 1:0 (0:0, 1:0, 1:0). Beide Tore erzielte Bernhard Ebner. Es war der dritte Derby-Sieg im vierten Duell. „So ein Derby hat eigene Gesetze“, hatte DEG-Trainer Christof Kreutzer vor dem Spiel gesagt. „Da zählt die Tabelle nicht.“ Vielleicht wollte er sich und seiner Mannschaft Mut machen, doch seine These wurde im Anfangsdrittel bestätigt. Da war der Tabellenvorletzte aus der Landeshauptstadt gewiss nicht schlechter als der Vierte. Kreutzer versuchte die Haie mit deren eigenen Waffen zu schlagen: mit einer starken Defensive. Die Kölner drängten und hatten Pech bei zwei Pfostenschüssen, doch das DEG- Bollwerk hielt. 1. ( 1) EHC Red Bull München 47 33 14 173:107 99 2. ( 2) Nürnberg Ice Tigers 47 32 15 157:112 94 3. ( 3) Adler Mannheim 47 32 15 165:123 94 4. ( 4) Kölner Haie 47 30 17 136:97 92 5. ( 5) Grizzlys Wolfsburg 47 27 20 141:118 82 6. ( 6) Augsburger Panther 47 29 18 146:136 82 7. ( 7) ERC Ingolstadt 47 21 26 138:140 67 8. ( 8) Bremerhaven 47 21 26 131:141 61 9. ( 9) Straubing Tigers 47 19 28 131:155 59 10. (10) Eisbären Berlin 48 18 30 110:139 58 11. (13) Düsseldorfer EG 47 19 28 112:148 53 12. (11) Schwenninger Wild Wings 48 18 30 111:147 51 13. (12) Iserlohn Roosters 47 16 31 116:154 51 14. (14) Krefeld Pinguine 47 15 32 112:162 47 Wintergärten KONDENSWASSER IST IMMER WIEDER EIN PROBLEM – BESONDERS IN DER KALTEN JAHRESZEIT Richtiges Lüften und Heizen allein reicht nicht aus Beschlagene Scheiben, ein dünner Wasserfilm auf den Profilen – gerade in der kalten Jahreszeit ist das in Wintergärten immer wieder ein Problem. VON MICHAEL IN’T ZANDT In der Regel handelt es sich dabei um Kondenswasser, das sich ablagert. Und Kondenswasser gilt es zu vermeiden, da es ansonsten zu Feuchtigkeitsschäden wie beispielsweise Schimmelbildung kommen kann. Wie bildet sich Kondenswasser? Entscheidend für das Entstehen von Kondenswasser sind die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann, hängt von der herrschenden Temperatur ab. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie binden. Hat die Luft das ihr mögliche Maximum an Feuchtigkeit aufgenommen, spricht man von 100 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Der sogenannte Taupunkt ist erreicht. Der Wasserdampf, der nicht mehr von der Luft aufgenommen werden kann, setzt sich dann als Kondenswasser an den kältesten Punkten des Wintergartens ab. Zumeist sind dies die Profile oder die Scheiben. Begünstigt wird die Bildung von Kondenswasser in Wintergärten auch dadurch, dass dort normalerweise nur wenige feuchtigkeitsabsorbierende Materialien, wie zum Beispiel Tapeten, vorhanden sind und Klare Sicht leicht gemacht: Um Kondenswasser an den Schreiben zu vermeiden, sind einige Regeln zu beachten. FOTO: HELÖ WINTERGÄRTEN somit die relative Luftfeuchtigkeit höher ist als in anderen Räumen. So wird die Bildung von Kondenswasser verhindert Kondenswasser lässt sich nur verhindern, wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter den 100 Prozent bleibt. Das erfordert an jeder Stelle im Raum eine ausgewogene Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Sobald die kritische Grenze erreicht ist, muss entweder die Temperatur erhöht oder der Feuchtigkeitsgehalt der Luft durch richtiges Lüften gesenkt werden. Durch das Lüften zieht ein Teil der feuchten Raumluft nach außen und wird durch frische, kalte Luft ersetzt, die nur wenig Feuchtigkeit enthält. Eine Beund Entlüftung des Wintergartens dient somit auch der Entfeuchtung der Luft. Allerdings sollte kurz, aber kräftig gelüftet werden, denn Dauerlüften ist kontraproduktiv. Fehlt aus diversen Gründen die nötige Zeit zum regelmäßigen Lüften, sollte über eine automatische Steuerung nachgedacht werden. Diese kann nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit erfassen und sorgt so immer zur richtigen Zeit für eine ausreichende Lüftung und schließt die Fenster, sobald der Feuchtigkeitsgehalt reguliert ist. Vermeiden lässt sich die Bildung von Kondenswasser auch dadurch, dass die Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Verglasung erhöht wird, beispielsweise durch die Installation von Heizkörpern direkt vor den Glasflächen. Eine Erhöhung der Raumtemperatur kann die Situation ebenfalls verbessern. Dabei ist wichtig, dass die Heizquellen richtig dimensioniert und positioniert sind. Darauf sollte zudem geachtet werden Heizen und Lüften sind die Basis zur Vermeidung von Kondenswasser. Das reicht aber nicht aus. Profile und Verglasung sollten beste Wärmedämmwerte aufweisen und die Verglasung zudem über eine sogenannte „warme Kante“ verfügen. Dabei besteht der Abstandhalter zwischen den Glasscheiben aus Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit, wodurch der raumseitige Fensterrand wärmer bleibt. Darüber hinaus sollten die Dichtungen regelmäßig überprüft werden. Diese können verschleißen. So werden beispielsweise die Dichtungsfugen im Laufe der Jahre porös, brüchig und rissig. Wenn solche Schäden bemerkt werden, sollten die Dichtungen unbedingt durch einen Fachbetrieb ausgetauscht werden. Zudem sollte dafür gesorgt werden, dass die warme Luft an den betreffenden Oberflächen zirkulieren kann und nicht durch Möbel, dichte Pflanzen oder Jalousien behindert wird.

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