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Wirtschaft im Bergischen Land -09.11.2017-

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Breitbandausbau: Firmen

Breitbandausbau: Firmen profitieren indirekt Kürze Wege an das Glasfasernetz machen den Anschluss günstiger. Wermelskirchen treibt den Ausbau in Kooperation stark voran. Florian Leßke Abgesehen von Einzelhandelsund Dienstleistungsbetrieben liegen zahlreiche Wirtschaftsbetriebe naturgemäß außerhalb von dicht besiedelten Bereichen. Dennoch werden nach vorhandenem Bedarf auch größere Firmen vom aktuellen Breitbandausbau und den danach schnelleren Internetverbindungen profitieren. Denn: Kürzere Wege machen den Anschluss eines Betriebs an das Glasfasernetz zukünftig nicht kostenlos, aber zumindest deutlich günstiger als bisher. Den Grund dafür erläutert der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen, Florian Leßke: „Bislang hätte ein Betrieb, der an das Glasfasernetz wollte, eine Leitung vom Standort bis zum Schaltzentrum hinter der ehemaligen Post an der Telegrafenstraße legen müssen.“ Dieses Verfahren wäre ein kostspieliges Unterfangen gewesen. Durch den zur Zeit voranschreitenden Ausbau der schnellen Internetleitungen werden die Strecken kürzer, wie der Wirtschaftsförderer beschreibt: „Jetzt muss die Leitung vom Firmenstandort lediglich zum nächstgelegenen Schaltkasten am Bordstein in einem benachbarten Wohngebiet gezogen werden.“ Allerdings: Wermelskirchens größtes Industriegebiet „Ost“ bei Elbringhausen ist seit Ende 2014 mit schnellem Internet ausgestattet. Dem Ausbau gingen damals Jahre der Planung und komplizierte Ausschreibungsverfahren voran. Die Stadt Wermelskirchen hatte sich dabei mit vier weiteren Kommunen des Rheinisch- Bergischen Kreises, mit der Kreisverwaltung und der Rhei- „Wir werden weitere Fördertöpfe anzapfen, um die dann immer noch nicht bestückten Bereiche abzudecken“ nisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) zusammengetan, um mit Hilfe von Fördermitteln des Landes und der EU den dortigen Breitbandausbau voranzutreiben. Der aktuelle Ausbau des schnellen Internets auf Wermelskirchener Stadtgebiet erfolgt gänzlich ohne Mittel aus öffentlicher Hand – die Telekom finanziert die Maßnahme aus eigener Kraft. „Wir machen das dort, wo es für uns wirtschaftlich ist“, sagt Marco Lohmeier, Regionalmanager des Telekommunikationsanbieters. Im Klartext: Dort, wo viele Menschen und damit potenzielle Nutzer leben, wird ausgebaut. Absehbar ist bereits jetzt: „Weiße Flecken“, also nach wie vor in Sachen Internetgeschwindigkeit unterversorgte Gebiete, wird es nach dem Breitbandausbau weiterhin geben. Das sind die Ortslagen, in denen sich für die Telekom ein Ausbau ohne Zuschuss von öffentlichen Zuschüssen nicht rechnet. „Für diese Gebiete laufen zur Zeit die Ausschreibungen. Im Frühjahr 2018 wird feststehen, welcher Netzbetreiber wo ausbauen will“, blickt Florian Leßke voraus. Kreisweit stehen zur Zeit 1,9 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Mit diesem Schritt sei für die Stadt Wermelskirchen jedoch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, untermauert der städtische Wirtschaftsförderer: „Danach werden wir weitere Fördertöpfe anzapfen, um die dann immer noch nicht bestückten Bereiche abzudecken.“ Welche Gebiete das dann sein werden, sei logischerweise noch nicht absehbar: „Das geht nicht auf einen Schlag, denn für die Zuschüsse müssen genaue Bedingungen erfüllt sein – wir kommen also nur Schritt für Schritt weiter.“ In den Augen von Florian Leßke steht fest: „Wir sind froh, dass fast das gesamte Stadtgebiet in wenigen Monaten mit zeitgemäßem Internetanschluss versorgt ist. Das ist für die Stadt ein Attraktivitätsfaktor.“ Das gelte für Firmen genauso wie für Privatpersonen. Er legt die Messlatte für die Stadtverwaltung hoch an: „Das Ziel ist ein Stadtgebiet ohne weiße Flecken.“ INFO Wie bedeutend das Internet und die damit weltweite Vernetzung ist, zeigt die Statistik „60 Sekunden im Internet“, wonach pro Minute alleine 204 Millionen E-Mails verschickt werden. Der zur Zeit laufende glasfaserbasierte Breitbandausbau mit Vectoringtechnik durch die Telekom versorgt im Vorwahlbereich 02196 (Wermelskirchen inklusive Dhünn) rund 13.400 Haushalte – dazu werden 22 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, meistens in Leerrohre „eingeschossen“, denn nur sieben Kilometer Tiefbau sind dafür notwendig. In Dabringhausen (Vorwahlbezirk 02193) können nach Beendigung der Arbeiten 2445 Haushalte an das schnelle Internet angeschlossen werden. Dafür verlegt die Telekom gut zehn Kilometer Glasfaserkabel; auf sieben Kilometern sind Tiefbaumaßnahmen erforderlich. Durch die neue Verkabelung gelingt der Sprung von DSL (maximal 16 Megabit pro Sekunde) zu VDSL (max. 50 Mbit/s), das durch Vectoring (Ausgleich elektromagnetischer Störungen) auf bis zu 100 Mbit/s verbessert wird.

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