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Wirtschaft im Bergischen Land -09.11.2017-

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Die Faltschachtel 4.0

Die Faltschachtel 4.0 „Vielfalt innovativ bedruckt“ lautet das Motto des Wermelskirchener Unternehmens Kocherscheid. Die Verpackungs- und Druckexperten bieten neben dem klassischen Offsetdruck nun auch den Digitaldruck für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Kleinstmengen an Verpackungen wie auch großformatigen Werbeaufstellern. Der Begriff „Industrie 4.0“ ist derzeit in aller Munde und steht für modernste Informations- und Kommunikationstechnik sowie Hightech-Strategien in der Produktion. Mit dem Digitaldruck haben diese Zukunftsstrategien auch in der Verpackungsindustrie Einzug gehalten. Faltschachteln, wie die Firma Kocherscheid in Wermelskirchen sie kreiert und bedruckt, bekommen durch den Digitaldruck nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Großformat-Schneidplotter sowie ein Großformat- UV-Inkjet-Plattendrucker haben seit Anfang des Jahres ihren festen Platz in der ersten Etage des Firmensitzes. Plattenformate von bis zu 2,50 mal ,25 Meter sind damit realisierbar. Benutzt werden UV-härtende Tinten, die sofort trocknen. Dadurch können Karton, Wellpappe und Wabenplatten sowie Holz, Aluminium, Hartschaum oder Plexiglas bedruckt werden. Verpackungen, die nicht auf konventionellen Druckmaschinen, sondern auf digitalen Drucksystemen bedruckt werden, sind bisher noch die Ausnahme. Etwa 90 Prozent der Faltschachteln werden derzeit noch im Offsetdruck hergestellt. Der wesentliche Vorteil des Digitaldrucks ist die unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit zur Personalisierung von kleinen und mittleren Auflagen. Genau wegen dieser Vorzüge gehören digital produzierte, individualisierte Faltschachteln zu den gegenwärtig wichtigsten Verpackungstrends. Viele Hersteller, etwa aus der Pharma-, Kosmetik- oder Lebensmittelbranche, sowie Marketingexperten sehen in den innovativen Möglichkeiten der „digitalen“ Faltschachteln einen wichtigen, zusätzlichen Produktnutzen. Denn maßgeschneiderte digital bedruckte Faltschachteln mit Firmen-Logos oder sonstigen personalisierten Motiven lassen sich hervorragend zu Marketingzwecken einsetzen. Die Verpackungs- und Digitaldruckexperten der Firma Kocherscheid bieten jedem Kunden eine ganz individuelle Lösungen. „Jedes Projekt ist für uns spannend“, sagt Geschäftsführer Rainer Kocherscheid. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Susanne leitet er die 1899 gegründete Firma in der vierten Generation. Das mittelständische, innovative und moderne Unternehmen hat derzeit zehn Mitarbeiter und eine Auszubildende. Auf dem Musterplotter werden die kreativen Ideen in die Realität umgesetzt. Die Individualität hört nicht bei der Beratung auf. „Wir können heute mühelos Kleinstauflagen oder sogar Einzelmuster mit Originalbedruckung herstellen. Und das in kürzester Zeit“, sagt Rainer Kocherscheid. Auch die Personalisierung von Produkten – beispielsweise mit Namen oder unterschiedlichen Strichcodes – ist kein Problem. In der hauseigenen Entwicklungsabteilung werden per CAD-Software, UV-Inkjet-Direktdruck und Schneidplotter Verpackungslösungen entwickelt sowie Weiß- beziehungsweise Farbmuster erstellt. „So hat der Kunde direkt was in der Hand“, betont Susanne Kocherscheid-Störtte. Die persönliche Betreuung ist den Geschäftsführern besonders wichtig. Daher erstreckt sich der aktive Kundenbereich auf den näheren Umkreis. Aber auch Kunden aus dem Ausland wissen das Fachwissen, die Zuverlässigkeit und Flexibilität des Unternehmens zu schätzen. Ein Projekt liegt dem Ehepaar besonders am Herzen: die jährlich erscheinende Adventskalender-Serie mit einem Motiv aus der Werkstatt der Lebenshilfe Bergisches Land. Befüllt wird der Kalender von Café Wild mit hochwertigen Pralinen. „In diesem Jahr wird der Kalender erstmals digital gedruckt“, sagt Rainer Kocherscheid. Der Digitaldruck bietet die Möglichkeit Kalender in kleinsten Stückzahlen kundenindividuell zu bedrucken. Verpackungen sind so wichtig wir ihr Inhalt. Rainer und Susanne Kocherscheid kreieren und bedrucken personalisierte Faltschachteln jetzt auch im innovativen Digitaldruck.

„Digitalisierung ist Chefsache“ In ihrem aktuellen Vortrag „Let’s innovate“ berichtet Inga Bauer über den erfolgreichen Umstrukturierungsprozess in ihrem Unternehmen und macht damit anderen Unternehmern und Firmengründern Mut. Die Remscheider Firma Bauer & Böcker vereint Tradition mit Start-up- Kultur. Firmenchefin Inga Bauer ist als Innovationsbotschafterin aktiv. Die Firma Bauer & Böcker ist mit ihren 85 Jahren auf den ersten Blick eine dieser typischen bergischen Familien- Traditionsunternehmen. Im Jahr 1932 gründete Robert Böcker die Firma. Zu den ersten Produkten zählten zunächst Rollschuhe und Vulkanisiermaschinen, später begann die Produktion von Rohrsteckschlüsseln. Heute liegt das Know-How der Firma in der Entwicklung und Herstellung von LED-Maschinenleuchten und Inspektionswerkzeugen, in dem Vertrieb von Magnetsystemen und dem Service der Laserbeschriftung. Seit 2014 befindet sich das Unternehmen in einem Häutungsprozess. Firmenchefin Inga Bauer ist dabei ihrem Bauchgefühl gefolgt, hat die Produktion der Rohrsteckschlüssel eingestellt und neue Wege beschritten. Neue Technologien der Digitalisierung adaptiert das Unternehmen mit Methoden, Sicht- und Denkweisen der Start-up-Szene und kombiniert sie mit langjähriger Erfahrung und gesundem Menschenverstand. „Ich habe mir eine Wohnung in Berlin genommen und bin in die Start-up-Szene eingetaucht“, berichtet Inga Bauer von dem mutigen Schritt in die Zukunft. Ihre Erfahrungen hat sie erfolgreich in die Geschäftsführung einfließen lassen und macht heute als Innovationsbotschafterin auch anderen Firmen Mut. „Unternehmer dürfen sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen“, ist sie sicher. „Es ist wichtig von innovativen Unternehmen zu lernen und sich nicht vor neuen Technologien oder der Digitalisierung zu verschließen. Die Karten werden jetzt neu verteilt“, fordert die 48-Jährige zum Umdenken auf. Die Firma Bauer & Böcker sei daher auch ein „Experimentierkasten“ für die Anforderungen der neuen Welt. Klare Entscheidungen, die Bestehendes ablösen, seien ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Inga Bauer handelt dennoch nie leichtfertig. „Durch die Tradition fühlen wir uns verpflichtet verantwortungsbewusst die Risiken und Nebenwirkungen von Veränderungen genau zu beobachten. Die Wandlung vom Handwerkzeughersteller zum modernen Technologieunternehmen der Metallbe- und verarbeitung ist der Remscheiderin geglückt. „Wer sich gut vernetzt, zahlt weniger Lehrgeld“, ist sie sicher. Bereits zweimal folgten Inga Bauer bergische Unternehmer auf eine Innovationstour nach Berlin. Dabei zeigt sie auf, wie wichtig die Sichtbarkeit am Markt ist. Daher sollten Online-Möglichkeiten genutzt werden – was mehr bedeutet, als den Kunden einen Online- Shop im Internet zur Verfügung zu stellen. Produkte müssen innoviert und Prozesse und Vertrieb automatisiert werden. Schnelles und flexibles Handeln sei heute wichtiger denn je. Mit der Bergischen Region und den Menschen fühlt sich Inga Bauer tief verbunden. Sie ist von den Kompetenzen, den Produktionsverfahren und der Infrastruktur begeistert und der Meinung, dass sie auch in digitalen Zeiten eine Daseinsberechtigung haben, aber zukunftsorientiert neu erdacht werden müssen. Als „Speakerin“ berichtet Inga Bauer über den Umstrukturierungsprozess in ihrem Unternehmen und zeigt Beispiele, wie sich Firmeninhaber auf die digitale Reise einstellen und was es braucht, um mit der Veränderungsgeschwindigkeit mitzuhalten zu können. „Es gibt nur eine Möglichkeit die Digitalisierung zu umgehen, und das ist die Insolvenz“, warnt die Geschäftsführerin. Bauer & Böcker GmbH & Co. KG Lange Straße 21 42857 Remscheid Tel. 0 2191 - 56099-10 E-Mail: info@bauer-boecker.de LED-Arbeitsleuchten für den Arbeitsplatz und Magnetlösungen für Industrie und Handwerk zählen zum Portfolio von Bauer & Böcker. Fokussierung: Innovativ ins Jahr 2018 starten Am 24. Januar 2018 findet zum dritten Mal das Innovationstheater im Teo Otto Theater in Remscheid statt. Neben Speaker Carsten Heiermann nd Fotograf Mike König gibt es den ersten Gründerpitch-Wettbewerb. Das Publikum entscheidet, wer das Preisgeld von 1000 € gewinnt. Speaker: Carsten Heiermann Ich hab da ne Idee: Lass uns die Cash-Cow schlachten! Unter dem Titel „Innovationstheater“ möchte eine engagierte Gruppe junger Remscheider Unternehmer Aufbruchstimmung in der Stadt erzeugen, den Vertretern der heimischen Wirtschaft die Sorgen vor der Digitalisierung nehmen und sie auf weitere Herausforderungen der neuen Zeit einstimmen. Am 24. Januar ist es wieder soweit. Dann werden sich Geschäftsführer und Selbstständige vorstellen und über neue, unkonventionelle Geschäftsmodelle berichten. Erstmalig wird es einen Gründerpitch in Kooperation mit der Gründerschmiede Remscheid geben. Hierbei können sich Start-ups mit ihren Ideen vorstellen. Die Zuschauer entscheiden anschließend, wer das Preisgeld des Hauptsponsors, der Volksbank im Bergischen Land, und ein einjähriges Gründer-Mentorin gewinnt. Nach der Veranstaltung stehen die Redner im Foyer zu einem Austausch zur Verfügung. „Wir möchten mit dem Innovationstheater die positiven Emotionen verstärken und den Das Organisationsteam (v.li.): Michael Schwerdtfeger, Simon Haase, Ingo Lückgen, Inga Bauer, Dr. Peter Dültgen, Dr. Peter Schniering, Oliver Knedlich Unternehmergeist wecken“, sagt Inga Bauer vom Organisationsteam. Man müsse weg kommen vom Klagen und statt dessen selbst innovativ tätig werden. Solche positiven Emotionen habe beispielsweise der WDR2-Tag vor drei Jahren in Remscheid ausgelöst. Gemeinsam hatten die Bürger für diesen Tag „gekämpft“ und als Sieger ein Sommer-Open-Air mit prominenten Gästen und Top-Acts gewonnen. Bewusst werden als „Speaker“ Kleinunternehmer eingeladen, die in Größe und Struktur typisch seien für die Region. „Mit Menschen aus dem Umfeld wird es greifbarer“, sagt Organisationsmitglied Michael Schwerdtfeger. Dabei gleicht keine Erfolgsgeschichte der anderen. „Man braucht Mut, Disziplin und enorme Einsatzfreude, um seine Ziele zu erreichen“, fügt er hinzu. Netzwerke und Kooperationen seien die Zukunft, digitaler Fortschritt ein Schlüssel dazu. Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist Schirmherr der Veranstaltung. „Es ist jeder eingeladen, der sich von diesem Thema angezogen oder angesprochen fühlt“, sagt Bauer. Innovationstheater, 24. Januar, 17.30 Uhr, Teo Otto Theater. Kostenlose Anmeldung im Internet unter www.innovationstheaterremscheid.de Carsten Heiermann ist Europa CEO von Foxit Software, eines global erfolgreichen Anbieters von PDF-Software. Nach einer 20-jährigen Laufbahn als selbstständiger Unternehmer – vom Start-Up bis zum Exit – redet Heiermann nicht über Digitalisierung, denn in seinem Bereich ist schon seit den Anfängen in 1995 alles digital. Statt dessen geht es um Erfahrungen, teils hart gelernte Lektionen. Um Nutzen-Innovationen im HighTech Bereich – gelungene und vor allem krachend gescheiterte. Es geht um das Bauchgefühl des Unternehmers, HighTech Produkte, die in Schluchten fallen und um die Frage, wann es Zeit wird, die eigene Cash- Cow zu schlachten. Speaker: Mike König Was kosten eigentlich bei Ihnen 10 Fotos? So leicht lässt sich das gar nicht beantworten, denn die Kunden von MIKE KÖNIG Photography benötigen in der Regel nicht eine bestimmte Anzahl von Fotos sondern haben eine konkrete Vorstellung, was in der visuellen Kommunikation transportiert werden soll. Durch jahrelange Optimierung meiner speziellen Herangehensweise an die Fotografie im Bereich Unternehmenskommunikation betrachte ich die Aufgabenstellung gesamtheitlich, von der Kundenidee über die Produktionsbedingungen im Unternehmen bis hin zum gewünschten Look der fertigen Motive. Und hier kann eben auch die Produktion von einem einzigen Foto um ein vielfaches aufwendiger sein als die Produktion von 10 Fotos. Gründerpitch der Gründerschmiede: Starthilfe für neue Geschäftsideen Gemeinsam mit der Gründerschmiede bieten wir beim diesjährigen Innovationstheater den ersten Gründerpitch in Remscheid, bei dem Sie nach zwei spannenden Pitches die Qual der Wahl haben: Welcher Gründer hat Sie mit seiner Geschäftsidee mehr überzeugt und gewinnt neben 1000 Euro Preisgeld, zur Verfügung gestellt von der Volksbank im Bergischen Land, ein einjähriges Gründer-Mentoring des Gründerschmiede Remscheid? Der Gewinner kann mit dieser Starthilfe seine Idee umsetzen. Mit dieser Speerspitze sollen auch andere Zuschauer aus dem Publikum angeregt werden, ihre Geschäftsidee zum Leben zu erwecken.

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