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Wirtschaft in NRW -14.12.2018-

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18 | GLÜCKAUF ZUKUNFT

18 | GLÜCKAUF ZUKUNFT RHEINISCHE POST | WIRTSCHAFT NR. 11 DEZEMBER 2018 Zu Hilfe! Die Geschichte der Knappschaft VON MAXIMILIAN PLÜCK Am Rand der niedersächsischen Stadt Goslar liegt das Bergwerk Rammelsberg. Schon seit der Römerzeit haben sie hier, in den Ausläufern des Harzes, Metalle abgebaut. Nur mit Muskelkraft trieben die Arbeiter im 13. Jahrhundert Stollen in den Berg. Die Bedingungen waren lebensbedrohlich, Unglücke keine Seltenheit. Immer wieder kam es zu sogenannten Tretungen: Erzklumpen lösten sich aus der Decke – machten so manche Bergmannsfrau zur Witwe und stürzte die Familie ins finanzielle Unglück. So viel Not macht erfinderisch. Am 28. Dezember 1260 sicherte der Hildesheimer Bischof Johann I. von Brakel in einer Urkunde dem Vorhaben einer Gruppe von Bergleuten, der Sankt-Johannis-Bruderschaft am Rammelsberg, seine Unterstützung zu. Es handelte sich um eine Art Selbsthilfegruppe der Arbeiter. Das Dokument markiert die Geburtsstunde der Knappschaft. Fortan spendete jeder Bergmann einen sogenannten Büchsenpfennig. Zunächst war er zur Finanzierung des Geistlichen gedacht, der damit für das Lesen der Messe entlohnt wurde. Frömmigkeit als lebensverlängernde Maßnahme. Das Modell machte Schule. Der Verwendungszweck aber war bald ein sehr viel weltlicherer: Das Geld wurde zur Behandlung Kranker, Verwundeter und Hinterbliebener eingesetzt. Bis dahin war der Besuch beim Medicus den Betuchten vorenthalten. Schon 30 Jahre nach der Urkunde des Bischofs jedoch wurde in Goslar das erste, wenn auch rudimentäre Knappschaftskrankenhaus für Bergleute eingerichtet. Über die Jahre sollten immer neue Aufgaben für die Knappschaften hinzukommen. 1514 taten sie sich als Kreditgeber für ihre Mitglieder hervor. Mit Hilfe zinsgünstiger Darlehen leisteten sie so einen Beitrag zum sozialen Wohnungsbau. Auch vergaben sie Stipendien oder unterhielten die Schulen einfach gleich selbst. Fortschrittlich für die damalige Zeit war auch ein Vorstoß der Clausthaler Knappschaft im Jahr 1759. Bis dahin war die Rente der Bergleute eher ein Almosen. Je nachdem, wie bedürftig der Empfänger war und wie viel Geld sich gerade in der Kasse befand, wurde ausgezahlt. Die Clausthaler ersannen dagegen ein System, mit dem die erbrachte Lebensarbeitsleistung honoriert wurde: ein systematisierter Gnadenlohn entsprechend der Stellung im Beruf. Die erste Rentenformel der Welt war geboren. Es ist nicht die einzige Knappschaftsgepflogenheit, die bis heute im Sozialsystem allgegenwärtig ist. So wachten die Versichertenältesten gemeinsam mit den Zechmeistern über die Büchsenkasse. Noch heute können sich Rentenversicherte Rat und Hilfe bei ehrenamtlichen Versicherungsältesten in ihrer Nachbarschaft holen. Und spätestens das Preußische Knappschaftsgesetz von 1854 zementiert die Vorreiterrolle bis ins Hier und Jetzt: Damit wurden die Sozialversicherungspflicht, das Versicherungsprinzip „Leistung gegen Beitrag“ und die Selbstverwaltung festgeschrieben. Als der Hakenwurm unter den Bergleuten an der Ruhr grassiert, reagieren die Knappschaften: Sie richten Krankenhäuser ein „Die Knappschaft war in ihrem 768-jährigen Bestehen oft Vorreiterin – etwa für die Bismarcksche Sozialgesetzgebung oder die Betriebskrankenkasse, die Alfred Krupp sich bei den Bergleuten abschaute und für seine Belegschaft einführte“, sagt Wolfgang Buschfort, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Mit dem Siegeszug der Eisenbahnen und der voranschreitenden Industrialisierung entstand ein schier unstillbarer Hunger nach Energie. Der Steinkohlenbergbau professionalisierte sich rasant. Die Augen richteten sich zunehmend auf kohlereiche Regionen wie das Ruhrgebiet, Schlesien und das Saarland. Aufwendige Schächte, Stollen und Strecken wurden angelegt, um der Erde das schwarze Gold zu entreißen. Brennstoff für die Knappschaften. Im Ruhrgebiet war letztlich ein Wurm dafür verantwortlich, dass bald zahlreiche Knappschaftshospitäler entstanden: Ende der 1890er-Jahre grassierte eine Hakenwurmepidemie unter den Bergleuten, die bestehenden Krankenhäuser stießen an ihre Grenzen. Die Entscheidung fiel, auch im Ruhrgebiet mehrere Krankenhäuser zu bauen. Aufgrund der immer noch hohen Zahl von Unfällen im Bergbau lohnte es sich für die Knappschaften, solche Häuser selbst zu betreiben. Schließlich waren die Organisationen verpflichtet, ihre Mitglieder im Krankheitsfall finanziell zu versorgen. Auch die schlechten Wohnverhältnisse in den Bergarbeitersiedlungen führten dazu, dass die Verantwortlichen darauf drängten, die Patienten lieber stationär Aus der Not der Bergleute heraus geboren, entwickelte sich die Knappschaft zu einer Vorreiterin der Sozialversicherungen: Ob nun die Renten- oder Krankenversicherung, die Sozialversicherungspflicht oder die gemeinsame Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer — all dies sind Errungenschaften der Kumpel. Der repräsentative Bau des Knappschaftsgebäudes in Bochum (unten) demonstriert um 1910 die gewachsene Bedeutung der Einrichtung. Nüchterner geht es im Bochumer Rechenzentrum in den 60er-Jahren zu (oben links). Im Operationssaal des Knappschaftskrankenhauses in Recklinghausen herrschen in den 30er-Jahren modernste medizinische Arbeitsbedingungen. Knappschaft-Bahn-See (3) in Hospitälern und nicht etwa daheim zu behandeln. So ließen sich Epidemien besser verhindern. Die Aufnahmebedingungen allerdings waren streng. Nur echte Verletzungen bei der Hüttenarbeit wurden behandelt. Wer sich eine Geschlechtskrankheit oder ein Augenleiden zugezogen hatte, musste sich anderweitig nach Hilfe umschauen. „Über die Jahre waren die Bedingungen in den Knappschaftskrankenhäuser oft besser als in kommunalen oder christlichen Einrichtungen“, sagt Knappschaftssprecher Buschfort. „Das lag daran, dass die Beiträge der Bergleute, aber auch der Arbeitgeber oft höher waren und die Krankenhäuser so ein besseres finanzielles Polster hatten.“ Im Knappschaftslazarett Sulzbach wurde schon 1897 ein Röntgengerät angeschafft. Da war die Strahlung erst zwei Jahre lang bekannt. Dass die Technik ausgerechnet in den Knappschaftshäusern derart früh vorangetrieben wurde, hatte seinen Grund: Als Standorte des sozialmedizinischen Dienstes waren die Mediziner dafür zuständig, Rentenund Invalidengutachten anzufertigen. Simulanten wurden so ausgesiebt. Die Knappschaft als System sozialer Kontrolle. Nachdem die Nationalsozialisten das Knappschaftssystem durch die Gleichschaltung nahezu abgeschafft hatten, gewann es in den Wirtschaftswunderjahren im Gleichschritt mit dem Berg bau seine Bedeutung zurück. Die Belegschaftszahlen der Ruhrzechen schnellten in die Höhe. Sieben Jahre nach Kriegsende war die Fördermenge wieder auf dem Vorkriegsniveau. Auch wenn die Förderung endet: Die Gesundheitsschäden aus dem Bergbau werden die Kliniken noch Jahre beschäftigen Obwohl sich dank der Technik die Bedingungen unter Tage verbesserten, blieb der Job des Bergmanns für die Gesundheit gefährlich. Es gebe zwei Erkrankungsbilder der Lunge, die regelmäßig mit dem Bergbau in Verbindung gebracht werden, sagt Professor Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik: die Silikose und die chronisch obstruktive Bronchitis mit Lungenemphysem. Bei der Silikose handelt es sich um eine chronische Entzündung in den Lymphknoten und dem Lungengewebe. Ausgelöst wird diese durch Kontakt zu Quarzstaub. Die Lymphknoten vergrößern sich, es kommt zu Knötchenbildung und Vernarbung in der Lunge. „Es handelt sich um eine unumkehrbare Krankheit“, sagt Mediziner Taube. „Wir raten den Betroffenen, aktiv zu bleiben und gegebenenfalls inhalatives Rauchen aufzugeben und sich nicht mehr dem Quarzstaub auszusetzen.“ Bei der chronisch obstruktiven Bronchitis kommt es zu einer Verengung der kleinen Atemwege. Auch kann es zu Zerstörung des Lungengewebes kommen. Mediziner sprechen von einem Lungenemphysem. Patienten könnten bronchialerweiternde Medikamente verschrieben bekommen. In Ausnahmefällen könne man bei fortgeschrittener Erkrankung auch operativ oder mit endoskopischen Verfahren eingreifen, sagt Taube. Aber auch hier gilt: Die Veränderungen sind unumkehrbar. „Auch wenn die Zahl der Bergleute stark zurückgegangen ist, wird das Thema die Region noch für 30 Jahre begleiten. Schließlich handelt es sich um chronische Erkrankungen der Lunge“, sagt der Essener Professor. Das Krankheitsbild wird nicht nur seine Klinik, sondern auch die Knappschaften und ihre Häuser beschäftigen. „Es ist auch heute noch Common Sense, an den Kliniken festzuhalten“, sagt Sprecher Buschfort. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren sogar gewachsen. Inzwischen gebe es fast 20 Einrichtungen, die der Knappschaft entweder ganz oder mehrheitlich gehören. „Es handelt sich im Übrigen nicht um ein Verlustgeschäft. Wir sind der fünftgrößte Krankenhausträger der Republik.“ Doch mit dem langen Abschied vom Bergbau, hat sich das Bild der Knappschaft verändert. Schon unter Sozialminister Norbert Blüm kam es zu einer Reform des Rentenversicherungssystems. Da die Zahl der Bergleute, Bahnbeschäftigten und Seeleute rückläufig war, beschloss man, die drei Versicherungen zur Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zusammenzulegen. Da die Bergleute die größte Gruppe bildeten, fiel die Entscheidung, den Dienstsitz nach Bochum zu legen. Bedeutet die Verschmelzung, dass der Bezug zum Bergbau an Bedeutung verliert? Bettina am Orde, Este Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, sagt: „Wir sind mit dem Bergbau eng verwurzelt. Von Anfang an haben wir als älteste Sozialversicherung Deutschlands an der Seite der Bergleute und ihrer Familien gestanden – und stehen es auch heute noch.“

RHEINISCHE POST | WIRTSCHAFT NR. 11 DEZEMBER 2018 GLÜCKAUF ZUKUNFT | 19 Der Schmelzpott Schlesier, Polen, Vertriebene, Gastarbeiter: Die Steinkohle hat Millionen von Menschen ins Ruhrgebiet gelockt. Sie und ihre Nachfahren prägen die Region bis heute. Dass die Integration weitgehend funktioniert hat, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Zechen. VON ALEXANDER TRIESCH Die ersten, die kamen, hießen Nowak, Marczynski oder Dabrowski. Die Deutschen brauchten sie, damit die Kohleförderung nicht versiegte. Aber sie kamen, um wieder zu gehen. Das zumindest war der Plan. Nach Hunderten Stunden in den Zechen an Rhein und Ruhr sollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Und das, obwohl die Fremden eigentlich Deutsche waren. So stand es jedenfalls in den Passkarten, die man den Männern aus den ostpreußischen Provinzen Mitte des 19. Jahrhunderts ausstellte. Den Staat Polen gab es damals nicht. Posen, Schlesien und Pommern waren preußische Provinzen. Doch für die Neulinge hat sich ein Name durchgesetzt, der all das ignoriert: Ruhrpolen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen dann die Vertriebenen in den Pott. In den 50ern und 60ern folgten die Gastarbeiter: Italiener, Griechen, Türken, Spanier, Koreaner. Sie alle sollten malochen – als Mitbürger auf Zeit. Am Ende sind auch sie geblieben. Und mit ihnen ihre Kultur und ihre Religion. Heute hat jeder vierte in NRW einen Migrationshintergrund. Nirgendwo in Deutschland liegt die Zahl höher. „Die Zeche hat sie alle integriert“, sagt der Dortmunder Kultregisseur Adolf Winkelmann, der mehrere Spielfilme über das Ruhrgebiet und den Bergbau gedreht hat. Das Revier wurde zum Schmelztiegel der Kulturen. Zur Erfolgsgeschichte gelungener Integration. Doch die Geschichte hätte auch anders enden können. Denn zuerst begegnete man den Fremden mit Argwohn. 1914 lebten etwa 350.000 Ruhrpolen im Revier. Man warb sie mit dem Versprechen eines besseren Lebens an. Winkelmann: „Viele zog es an die Ruhr, weil sie zu Hause nichts zu beißen hatten.“ So stand auf einem Flugblatt aus dem Jahr 1908: „In rheinländischer Gegend, umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern, den Yalcin ÖZER CELIK Ö zdemir SORRENTINO RUIZ ANGELOPOULOS CELIK ÖZCAN DE LUCA RICCI DEMIROGLU Ago s t Damiani G arcia Mardini Papadopoulos Damjanic da Silva Hor v a t Mantas Gentile Ma ric Serrano KOVACEVIC TREMONTE i ni Ivanovic Juskowiak MAZZOLA TUREK MAZUREK SIKORSKY WILK WISCHNEWSKI Pawlak Burden s ki Glowacz Tilkowski Dziwior Skowronnek Dud e k Hanika KOLLER RIVA HORAT KRAHL Kaczmarek Kowals ki J anowski Schimanski Rybarczyk S obotka Nowak Pawlowski Majrcza DUDA AL HAJ KHALIL ÖZDEMIR JOVANOVIC LOPEZ COLUSSI CONTI SUWARA BAK HABIB BAKHTARI ABRAMCZYK KAMINSKI KAMINSKA DABROWSKI DEMIRTAS PAPADAKIS MICHALKE Vorbedingungen guter Luft, liegt […] eine reizende, ganz neu erbaute Kolonie der Zeche Viktor bei Rauxel.“ Das wirkte. Die Ruhrpolen zogen zu Tausenden in den Westen. Sie waren konservativ, arbeitswillig, katholisch – und den Einheimischen damit ähnlich. Trotzdem gab es Vorbehalte. Kritiker forderten zeitweise die „Germanisierung“ der Fremden, in Bochum richtete die Polizei 1909 eine „Zentralstelle für Überwachung der Polenbewegung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet“ ein. Doch die Neuen wehrten sich. Weil sie preußische Staatsbürger waren, durften sie Vereine gründen, man hielt zusammen. Nach 1918 verließen viele die neu geschaffene Republik und gingen zurück in die nun unabhängige Heimat. Integriert und damit Teil der deutschen Gesellschaft wurden die, die blieben, erst später, ARSLAN KUTLUCAN NOACK SAWITZKI NIKOLIC MAZURKIEWICZ KRALIK ILIC SZEPANGRABOWSKI ADAMCYK BOROWSKI MARCIN GORSKI KUZORRA HORAK PRZYBYLA MARCZYNSKI MAREK Die Namen der Einwanderer an Rhein und Ruhr klingen längst nicht mehr fremd. Heute hat jeder Vierte in NRW einen Migrationshintergrund. YILMAZ BEN SASSI NGUYEN ASHGEDOM LE SLOMKA DOBROWSKI WROBEL EFREM GÜNDOGAN REZA VALLE COSTANTINI DALKAYA SAHIN GUITERREZ LOMBARDI NIKOLAIDIS LIS KROL FERNANDEZ TROCHOWSKI in der Wirtschaftswunderzeit und den Jahren danach. Denn dann kam auch die nächste Genera tion der Einwanderer. Der Bergbau war nach dem Krieg in der Krise, Tausende Männer waren in den Schlachten gefallen. Erneut füllten Menschen aus dem Osten die Lücken. Diesmal kamen sie jedoch nicht freiwillig – sie mussten die neuen sowjetischen, polnischen und tschechoslowakischen Gebiete zwangsweise verlassen. In Deutschland kamen mehr als zwölf Millionen Menschen an. Den Zechen war das nur Recht. „Heimatvertriebene und Flüchtlinge wurden zur Wiederingangsetzung der Kohlen- und Stahlindustrie nach dem Krieg benötigt“, sagt Christoph Seidel. Der Historiker forscht an der Uni Bochum und ist Geschäftsführer der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets. „Es kam aber auch zu Konflikten zwischen Einheimischen und Zugezogenen“, sagt Seidel. Trotz des Bedarfs an Arbeitskräften verwehrte sich die Bevölkerung rigoros gegen die Vertriebenen. Bis 1951 hatte das Land NRW eine Zuzugsbeschränkung verhängt – nur junge Männer durften legal kommen. Sie schickte man in die Bergwerke. In den späten 50ern erlebte die Kohle die nächste Krise, das Zechensterben begann. „Arbeitsplätze wurden abgebaut“, sagt Seidel. Der Bergbau, ohnehin als gefährlich und gesundheitsschädlich verschrien, galt jetzt obendrein als krisenanfällig. Es war schwer, Menschen zu finden, die in den Stollen arbeiten wollten. Also sprangen Gastarbeiter ein, angeworben von der Bundesregierung in Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei. Insgesamt zog es allein mehr als 800.000 Türken nach Deutschland. In der Bevölkerung herrschte erneut Unmut, selbst gegenüber europäischen Zuwandern. In einer Umfrage des Allensbacher Instituts lehnte 1956 etwa die Hälfte der Deutschen den Zuzug von Gastarbeitern ab. Doch in den späten 60ern wurde allmählich klar: Niemand geht zurück. Gastarbeiter, Vertriebene, die Nachkommen der Ruhrpolen – sie alle gehören zu Deutschland. Dass ihre Integration weitgehend klappte, liegt – so sagt es auch Seidel – hauptsächlich an den Zechen. „Der Bergbau, die Ruhrkohle AG und die Gewerkschaft haben viel für die Integration getan, etwa über Bildungsangebote oder Wohnungspolitik.“ Man richtete Kulturprogramme ein, stellte in die Regale der Bibliotheken Bücher in türkischer Sprache, und sogar eine Betreuung für die Kinder der Bergleute bot die RAG an. „Das hat Früchte getragen“, sagt auch die Historikerin Sara-Marie Demiriz, die wie Seidel in Bochum forscht. Heute steht das Ruhrgebiet für eine gigantische Integrationsleistung, trotz aller Probleme. „Den kulturellen Einfluss der Migration kann man an fast jeder Straßenecke sehen“, sagt Seidel. Das Ruhrgebiet, es wurde zum Vorbild des Multikulturalismus. Eventlocation Schiff Anzeige Feiern und Tagen auf dem Wasser Ob Firmenjubiläum, Messe oder Produktpräsentation – die Schiffe der KD begeistern als schwimmende Eventlocations mit Urlaubsflair. Nach der Produktpräsentation wird es beim Gala-Dinner mit Weinbegleitung feierlich. Später am Abend zieht bei einem Cocktail in der Hand das Düsseldorfer Altstadtpanorama an einem vorbei, während der DJ die ersten Platten auflegt. So ähnlich oder auch ganz anders kann ein Event an Bord der KD aussehen. Ob Betriebsfeiern, Tagungen, Messen, After-Work-Events, Schulungen oder Firmenjubiläen – mit einer Flotte von 14 Schiffen bietet die KD für jede Veranstaltung von 65 bis 1.650 Gästen die passende Location. Besonders beliebt in Düsseldorf: die Eventyacht MS RheinPoesie. Die ehemalige MS Warsteiner wurde am Jahresanfang 2018 einer technischen wie auch ästhetischen Rundumerneuerung unterzogen. Moderne Grau- und Crèmetöne in Kombination mit heller Eiche, Glas und gebürstetem Edelstahl sowie ein neues Lichtund Soundkonzept haben das Schiff in eine echte Eventyacht verwandelt, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Schon ab 99 Euro pro Person ab einer Gruppengröße von 65 Gästen ist ein Schiff inklusive gastronomischer Leistungen exklusiv für ein Event buchbar. Damit sind die Schiffe der KD auch preislich eine spannende Alternative zu Veranstaltungsorten an Land. Piano-Musik zum Essen, karibische Cocktailbar, Barbecue auf dem Freideck oder ein Konzert der Lieblingsband? Selbstverständlich setzt das erfahrene Charter Team der KD auch individuelle Wünsche um und kümmert sich um sämtliche Details einer Veranstaltung. Bei der Bewirtung sind keine Grenzen gesetzt: Das erfahrene Gastronomieteam der KD serviert auf die Veranstaltung zugeschnittene Köstlichkeiten vom Fingerfood über rustikale rheinische Buffets bis zum kreativen 5-Gang-Menü. Charterkunden profitieren davon, dass die KD seit Jahrzehnten selbst erfolgreicher Veranstalter unterschiedlichster Events ist und sich mit ausgelassenen Partyfahrten ebenso auskennt wie mit Dinnerfahrten oder Kulturevents. Das Schiff als Veranstaltungsort hat für den Gastgeber einen weiteren Vorteil: Die Location kommt zum Gastgeber und nicht umgekehrt. An 40 zentralen Standorten entlang von Rhein, Main und Mosel können die Schiffe der KD gebucht werden. In Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz und Frankfurt können die Gäste direkt in der Altstadt zusteigen. Zentraler geht’s nicht. Ihr Firmenjubiläum steht erst in einigen Jahren an? Dann hat die KD etwas ganz Besonderes für Sie. Im Jahr 2020 heißt es nämlich „Leinen los!“ für ein brandneues, spektakuläres Eventschiff. Mit einer Kapazität für bis zu 1.000 Gäste wird dieser moderne Neubau in Düsseldorf Geschichte schreiben. Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG Frankenwerft 35, 50667 Köln Charter Service, Tel. 0221/2088-500 www.k-d.com, charter@k-d.com Event-Pauschalen Ein Schiff der KD zu chartern, ist preiswerter als man denkt. Für Transparenz und optimale Kostenkontrolle sorgen die Event-Pauschalen. Schon ab 99 Euro pro Person ab einer Gruppengröße von 65 Gästen ist ein Schiff exklusiv für ein Event buchbar. Hier sind dann schon die gastronomischen Leistungen inbegriffen. Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt AG

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