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Wirtschaft in NRW

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6 | UNTERNEHMEN

6 | UNTERNEHMEN RHEINISCHE POST | WIRTSCHAFT NR. 08 JULI 2017 Hier sprudeln die Ideen: John Banovetz in der 3M-Zentrale in Neuss. Seit 2016 leitet der Amerikaner das Geschäft des US-Konzerns in den deutschsprachigen Ländern VON ANTJE HÖNING UND MICHAEL BRÖCKER Verbraucher kennen das US-Unternehmen 3M für seine gelben Haftzettel und die Klebebänder mit dem Schottenmuster. Doch 3M ist mehr als Post-it und Scotch. Aus dem Bergbauunternehmen Minnesota Mining & Manufacturing, als das 3M vor über 100 Jahren begonnen hat, ist heute ein Multitechnologiekonzern mit 25 000 Patenten und 50 000 verschiedenen Produkten geworden. Die Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt in Neuss. Hier treffen wir John Banovetz, der für das Geschäft in den drei Ländern verantwortlich ist. Herr Banovetz, Sie stellen so Unterschiedliches her wie Post-it-Haftnotizen, Zahnfüllmaterialien und Schleifmittel. Wie passt das zusammen? John Banovetz: Wir sind eine Material- Science-Company. Das heißt, wir finden für unsere 46 Basistechnologien und Hightech-Materialien immer neue Kombinationen und Anwendungen. Ein spannendes Feld sind zur Zeit die sogenannten Smart Materials. Werkstoffe, die mit sensorischen Eigenschaften ausgestattet werden – beispielsweise Klebstoffe mit digitalen Indikatoren oder intelligente Fahrbahnmarkierungen, die autonomes Fahren unterstützen. Wie kommt man auf neue Ideen? Banovetz: Wir sind im ständigen Austausch mit Kunden. Wenn sie ein Problem haben, fragen sie uns. Dann versuchen wir, es gemeinsam zu lösen. Wir haben hier in Neuss ganze Laborbereiche, in denen Kunden und 3M-Forscher zusammenarbeiten. Jedes Jahr haben wir allein hier in Neuss über 6000 Besucher. Wie wichtig sind Innovationen für 3M? Banovetz: Innovationen sind unser Geschäft. Wir machen 33 Prozent unseres Umsatzes mit Produkten, die kürzer als fünf Jahre am Markt sind. Dieser „New Product Vitality Index“ ist ein einfaches, aber gutes Maß für unsere Innovationskraft. Wir bringen jedes Jahr 1000 neue Produkte raus. Wie kann man Erfindungen erzeugen? Kann man Kreativität erzwingen? Banovetz: Nein, man kann Kreativität nicht erzwingen, aber man kann sie durch eine gute Umgebung fördern. Dazu gehört zum Beispiel die 15-Prozent-Regel, die es unseren 8000 Forschern und Entwicklern erlaubt, 15 Prozent der Arbeitszeit Projekten ihrer Wahl zu widmen. Ob sie die Zeit im Büro oder daheim verbringen, können sie selbst entscheiden. Erfinder brauchen Freiheit. Was kann man noch tun? Kostenlos Obst anbieten wie Google? Banovetz: Ob Gratis-Obst oder Kaffee – man muss eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Unsere Unternehmenskultur basiert auf Wertschätzung, Freiraum und Fehlertoleranz, nur so ist Weiterentwicklung möglich. Wir bieten Langzeitarbeitskonten, die bei der individuellen Lebensplanung helfen, eine Kinderbetreuung und Fitnessräume. Die Karrierechancen sind gut. Und es funktioniert: Im Schnitt bleiben die Mitarbeiter 14 Jahre bei 3M. Welche Rolle spielt die Zusammensetzung der Teams für die Kreativität? Banovetz: Unsere Erfahrung zeigt es eindeutig: Bunte Teams sind produktiver als homogene. Diversity heißt das Zauberwort auch bei uns. Das bezieht sich nicht nur auf das Geschlecht, sondern auch auf Ausbildung, Nationalität und Alter. Wer ist denn kreativer – Junge oder Ältere? Banovetz: Gerade ältere Mitarbeiter sind häufig besonders kreativ. Sie sind meist schon lange bei 3M, kennen viele Bereiche, sind gut vernetzt und können dann Lösungen aus dem einen Bereich, etwa der Dentalindustrie, auf ein anderes Problem, etwa in der Automobilbranche, übertragen. Lebenserfahrung zahlt sich aus. Welche Rolle spielt die Nationalität? Sind Amerikaner kreativer als Deutsche? Banovetz: Da kann ich bei uns im Unternehmen keine Unterschiede feststellen. Deutsche sind grundsätzlich genauso kreativ wie Amerikaner. Und warum gibt es dann in Deutschland kein Silicon Valley? Banovetz: Das hat nichts mit der Nationalität der Mitarbeiter zu tun, sondern mit politischen Rahmenbedingungen. Die USA legen Gründern wenig Steine in den Weg und geben ihnen auch eine zweite Chance. Das iPhone ist eines der erfolgreichsten Produkte aus Kalifornien. Wie viel 3M steckt darin? Wie man Erfinder findet Der US-Konzern 3M bringt jedes Jahr 1000 Produkte zur Marktreife. Woher kommt so viel Innovationskraft? Deutschland-Chef John Banovetz erklärt, wie man ein Klima schafft, in dem sich kreative Köpfe wohlfühlen. DIE PATENTSCHMIEDE AUS MINNESOTA 3M ist ein Technologiekonzern mit weltweit 91 500 Mitarbeitern in 70 Ländern, der Hauptsitz liegt in St. Paul, Minnesota. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar und ist ein Schwergewicht im Dow-Jones-Index. Zu den bekanntesten Produkten gehören Post-it-Zettel, der Kunstfaserstoff Thinsulate, der etwa in Mützen zum Einsatz kommt, Schwämme und Tücher der Marke Scotch Brite und Nexcare-Pflaster. In der sogenannten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) kommt 3M mit 7200 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar. Der Hauptsitz ist Neuss (1600 Mitarbeiter), weitere NRW-Standorte sind Hilden (860), Kamen (390) und Jüchen (360). Banovetz: Eine ganze Menge. 3M-Produkte sorgen zum Beispiel dafür, dass der Touchscreen funktioniert. Aber wir beliefern auch andere große Smartphonehersteller. Apple, Amazon und andere US-Konzerne sorgen sich um Trumps Handelspolitik. Sie auch? Banovetz: Nein. Globalisierung ist ein mächtiger Trend. Sie wird weitergehen, unabhängig davon, wer US-Präsident ist. Trump will Importzölle auf ausländische Produkte erheben. Würde das nicht auch Sie treffen? Banovetz: 3M macht 40 Prozent seines Umsatzes in den USA, deshalb glaube ich nicht, dass uns solche Maßnahmen besonders stark treffen würden. Und was ist mit dem Einreisestopp, den Trump für Menschen aus muslimisch geprägten Ländern plant? Banovetz: 3M geht dahin, wo die Kunden sind. Das heißt, wir produzieren meist direkt in unseren Absatzmärkten und stellen auch die Mitarbeiter vor Ort ein. Das gilt auch für den amerikanischen Markt. Welche Erfindung wird 3M in diesem Jahr rausbringen? Anne Orthen Banovetz: Ein hoffnungsvoller Bereich ist der 3-D-Druck. Er erlaubt, hochwertige Einzelfertigungen wie Zahnersatz günstig herzustellen. Doch dazu braucht die Industrie Materialien, die mehr können als bisher. Wir arbeiten auch an Kunststoffen, die Strom oder Wärme leiten. Solche Produkte werden im Auto- und Maschinenbau gebraucht. Was hat der Verbraucher davon? Banovetz: Er kann zum Beispiel auf günstigere Ersatzteile für Autos hoffen. Auch in anderen Bereichen lassen sich individualisierte Produkte im 3-D-Druckverfahren schnell und unkompliziert herstellen. Die Zukunft sehen viele im Elektroauto. Kann 3M davon profitieren? Banovetz: Derzeit bremst neben dem hohen Preis der Autos die geringe Reichweite der Akkus den Verkauf aus. 3M hat ein Material auf Siliziumbasis entwickelt, mit dem sich die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos um bis zu 40 Prozent steigern lässt. Ältere Mitarbeiter sind sich aus John Banovetz 3M ist seit 24 Jahren in Neuss. Welche Innovationen stammen von hier? Banovetz: 3M unterhält in Neuss eines von weltweit vier Corporate Labs. Hier wurde der erste Klebstoff mit „Ampelfunktion“ entwickelt, der die Farbe wechselt, wenn er aushärtet. Oder Materialien für Zahnspangen aus dem 3-D-Drucker oder OP-Abdeckungen, die zu über 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Dies, um nur einige Beispiele zu nennen. Warum ist 3M eigentlich ausgerechnet nach Neuss gegangen? Banovetz: Hier haben wir eine gute Infrastruktur, die Nähe zu wichtigen Märkten und eine attraktive Hochschullandschaft. Das ist die beste Grundlage für gut ausgebildete Arbeitskräfte von morgen. Wir arbeiten zum Beispiel eng mit der RWTH Aachen zusammen. Zahlen Sie Steuern in Deutschland? Banovetz: Selbstverständlich. Ihr Nachbar in Neuss, der US-Konzern Johnson&Johnson, muss 152 Millionen Euro Gewerbesteuer an die Stadt Neuss nachzahlen. Banovetz: Zu anderen Unternehmen will ich mich nicht äußern. Wir gehören zu den größten Arbeitgebern in Neuss und kommen hier selbstverständlich unserer Steuerpflicht nach. Sie selbst sind Chemiker. Haben Sie auch schon mal was erfunden? Banovetz: Ich habe vor 18 Jahren bei 3M angefangen und zwar bei dem Mann, der die Post-it-Haftnotizen erfunden hat. Ich habe dann sehr intensiv an der Entwicklung von Klebstoffen gearbeitet, die über einen Drucker punktgenau aufgebracht werden können. Die Grundlage dafür war ein solcher Klebstoff, wie er für die Post-it-Haftnotizen verwendet wurde. Was mögen Sie besonders an Deutschland? Banovetz: Die Offenheit der Menschen hier. Erstaunlich, das muss am Rheinland liegen. Banovetz: Viele Deutsche sind aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen und Lebensstilen. Für einen Amerikaner wie mich ist es kein Problem, mit Deutschen ins Gespräch zu kommen – zum Beispiel über Fußball. Allerdings dauert es meistens lange, bis man wirklich Freundschaft geschlossen hat. Sie sind seit etwas über einem Jahr in Deutschland. Wie findet es Ihre Familie hier? Banovetz: Wir leben in Düsseldorf. Mein Sohn geht auf die Internationale Schule in Kaiserswerth. Meine beiden großen Kinder studieren in den USA. Uns gefällt es im Rheinland sehr gut. Ich bin Fan von Borussia Mönchengladbach, meine Frau von Schalke. Was vermissen Sie aus den USA? Banovetz: Meinen großen Barbecue-Grill. Und was ist Ihr liebster deutscher Satz? Banovetz: Ein Bier, bitte.

RHEINISCHE POST | WIRTSCHAFT NR. 08 JULI 2017 UNTERNEHMEN | 7 VON REINHARD KOWALEWSKY Kaffeemaschinen, die sich selbst entkalken. Abzugshauben, die sich automatisch der Dunstentwicklung beim Kochen anpassen. Induktionsherde, die ihre Hitze variabel steuern, damit nicht die Temperatur des Kochfelds, sondern die im Topf konstant bleibt: Miele hat in den letzten Jahren einen ganze Serie von Innovationen auf den Markt gebracht. Und das ist auch dringend nötig. Denn auch als Traditionsmarke mit 118 Jahren Geschichte und ausgezeichnetem Ruf ist die Stellung der Gütersloher als Umsatzchampion im deutschen Elektro- und Küchenfachhandel nicht unangreifbar. Konkurrenten wie Bosch-Siemens oder der US-Hersteller Whirlpool setzen dem Marktführer mit günstiger Produktion in Asien und Osteuropa zu. Miele dagegen fertigt noch immer überwiegend in Deutschland und hat entsprechend hohe Kosten. Viele große Namen sind im Konkurrenzkampf bereits auf der Strecke geblieben, Miele dagegen behauptet sich. Dabei setzt der allein den Familien Miele und Zinkann gehörende Konzern auf eine Doppelstrategie. Zum einen senken die Gütersloher bei ihren im Vergleich zur Konkurrenz meist besser ausgestatteten Einstiegsgeräten moderat die Preise. Zum anderen treiben sie Innovationen voran – vor allem im zukunftsträchtigen Segment des vernetzten Eigenheims. Peter Hübinger verantwortet den Geschäftsbereich Smart Home bei Miele. Vor zehn Jahren hat der Konzern den heute 53-jährigen dreifachen Familienvater vom Autozulieferer Hella abgeworben. Warum er damals den Job wechselte? „Bei Miele werden Innovationen vom kompletten Produkt her durchdacht. Das ist bei einem Zulieferer von Autokonzernen naturgemäß schwieriger“, sagt Hübinger. Gereizt hat ihn aber auch das Klima bei Miele. „Die Ingenieure haben schon eine auffallend hohe Eigenständigkeit, sie können auch mal verrückte Ideen ausprobieren.“ Das Kalkül hinter der Freiheit, die Miele seinen Forschern und Tüftlern einräumt ist klar. „Für einen realen Mehrwert sind die Kunden auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen“, erklärt Hübinger. Die Qualität müsse stimmen, damit die Kunden dem Konzern die Stange halten. Neuer Gang bei Miele Das Konzept scheint aufzugehen. So hat Miele seine Position als umsatzstärkste Marke im deutschen Elektrofachhandel und im Küchenfachhandel weiter ausgebaut. Insgesamt wuchs zwischen den Geschäftsjahren 2012/13 und 2015/16 der Umsatz um satte 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro bei mittlerweile 18 400 Beschäftigten. Über Gewinne schweigt Miele beharrlich, doch eine soeben vollzogene Übernahme einer Spezialfirma bestätigt die wirtschaftliche Stärke. Mit dem Trend zum Smart Home entstehen neue Konkurrenten. Miele muss sich künftig auch mit Google messen Allerdings beschäftigen sich inzwischen auch Anbieter wie Samsung und selbst Digitalkonzerne wie Apple, Google oder Amazon mit der intelligenten Vernetzung des Hauses. Die Gütersloher müssen ihre Stellung damit gerade im Segment hochpreisiger Edelküchen gegen neue Konkurrenten verteidigen. Sie reagieren darauf, indem sie das Innovationstempo noch einmal massiv erhöhen und sich zugleich von mancher Tradition verabschieden. So verkaufte Miele viele Jahre lang fast nur über den Fachhandel. Doch weil gerade Gutverdiener sehr internetaffin sind, wurde 2016 ein Onlineshop zum direkten Verkauf eröffnet – zum Verdruss mancher Partner. Zudem entwickelt Miele heute nicht mehr möglichst alles im eigenen Haus. Kooperationen, Joint-Ventures oder auch Technikzukäufe spielen inzwischen eine deutlich größere Rolle. Miele hatte zum Beispiel lange keinen Saugroboter im Programm. Als dann aber deutliche Verbesserungen bei Navigation und Akku-Power kamen, war der Markteinstieg zwingend – und ein junges koreanisches Unternehmen hat Entwicklung und Produktion übernommen. „Robotik ist nicht Kernkompetenz von Miele“, lautete die nüchterne Erklärung. Herde oder Waschmaschinen dagegen werden weiterhin bei Miele entwickelt und gebaut. Seit 2013 gibt es eine produktübergreifende Elektronikplattform mit dazu passenden Bauteilen und Displays, die in allen neuen Baureihen zum Einsatz kommt. Das Ergebnis ist zum Beispiel, die Möglichkeit auf dem Display des Herds den Status anderer Miele-Geräte im Haushalt zu überprüfen. „Einmal Miele, immer alles von Miele“, ist das Ziel. Das Unternehmen ist zudem Gründungspartner der branchenübergreifenden Plattform Qivicon zur Vernetzung von Hausgeräten. „Mindestens ebenso wichtig sind branchenübergreifende Kooperationen der Hersteller, damit nicht am Ende einer der Digitalkonzerne die Plattform diktiert“, heißt es. Nun sieht sich Miele gerüstet für künftige Angebote: „Eine gut ausgestattete Küche ist das soziale Zentrum vieler Haushalte und auch eine Art Statussymbol“ , sagt Hübinger. „Darum liegt es nahe, die Küche auch zum Zentrum der Vernetzung zu machen.“ Rund 400 vernetzte Geräte haben die Westfalen bereits auf den Markt gebracht – damit liegen sie vor jedem Wettbewerber. Wohin die Reise geht, zeigen einige interessante Projekte. Auch um junge Techniktalente anzulocken arbeitet Miele schon lange mit Hochschulen und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Anfang des Jahres wurde eine Extrafirma zur Finanzierung von Startups gegründet, die Hübinger mitleitet. „Wir schauen uns weltweit spannende Unternehmen an“, sagt er. Das Ziel dabei sei, kreative Hoch hinaus: Miele wächst – weil der Konzern seine Produkte intelligent vernetzt. dpa Trotz teurer Produkte und hoher Fertigungskosten bauen die Gütersloher ihre Marktführerschaft aus. Das Rezept: eine innovative Entwicklungsabteilung. Ideen von außen zu integrieren und in marktreife Produkte umzusetzen. Der Blick geht dabei auch ins Technik-Mekka Silicon Valley, wo ein Partner nach Beteiligungen Ausschau hält. Viele der Geräte lassen sich per Smartphone-App fernsteuern. So kann sichergestellt werden, dass der Herd wirklich ausgestellt wurde. Der Gefrierer wird auf Superkühlen gestellt, bevor man frische Ware vom Markt heimbringt. Das Handy meldet, wenn der Braten gewendet werden muss. Und Spülmaschinen und Waschmaschinen berichten digital, wenn das Waschmittel zur Neige geht – die Nutzer bestätigen dies per Klick auf dem Display. Einige Waschmaschinen und Wäschetrockner können sich zudem automatisch einschalten, wenn günstiger eigener Solarstrom auf dem Dach produziert wird oder der Strom vom Versorger gerade billig ist. Nun hofft Miele, dass die Stromanbieter endlich in großem Stil variable Tarife schaffen und intelligente Stromzähler zur Pflicht werden. Sie sind nötig, damit Hausgeräte gezielt günstige Stromangebote nutzen können, wenn zum Beispiel Ökostrom aus Windrädern die Netze flutet und die Preise purzeln. Und noch ein Beispiel für Innovation bei Miele: Das Pilotprojekt KogniHome, das Miele mit der Uni Bielefeld und weiteren Partnern vorantreibt, entwickelt Assistenzsysteme, die auch per Gestensteuerung bedient werden können – also selbst mit mehlverschmierten Fingern. Das Ganze war ein Ergebnis praktischer Erfahrungen in den Versuchsküchen von Miele. „Wir sind keine Theoretiker, wir packen an“, meint dazu Elektroingenieur und Betriebswirt Hübinger. Anzeige

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