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Wirtschaftskanzleien

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Wirtschaftskanzleien Innovative Software warnt vor Scheinselbstständigkeit CMS in Deutschland ist ein Vorreiter im sogenannten Legal Tech, der technologiebasierten Rechtsberatung. Mit der selbst entwickelten Software haben die Arbeitsrechtler ihre Mandanten von Standardfällen bei der Beurteilung von Fremdpersonaleinsätzen entlastet. VON ANJA KÜHNER RECHTSGEBIETE Thomas Glaesmann, Düsseldorfer Partner bei CMS. „Am Anfang war ich selbst skeptisch, denn ich war überzeugt, dass ein Jurist in keinem Fall durch Software zu ersetzen ist“, gibt Thomas Glaesmann zu. Trotzdem hat sich der Leiter des Düsseldorfer Büros und Partner von CMS auf das Legal Tech-Experiment eingelassen. Im Mai 2015 startete er mit einem Team von vier Anwälten und einem IT-Dienstleister. Mehrere hundert Arbeitsstunden flossen seither in die Entwicklung der Software – und noch immer ist sie nicht abgeschlossen. „Produkt FPE (Einsatz von Fremdpersonal)“ heißt das IT-gestützte Beratungstool, die Abkürzung steht für den Begriff „Fremdpersonaleinsatz“. Das Thema Scheinselbstständigkeit beschäftigt deutsche Unternehmen seit Jahren. Renten- und Sozialversicherungen haben es als Einnahmequelle entdeckt, und auch Staatsanwaltschaften sind zunehmend aktiv geworden. Es geht nicht nur um spektakuläre Fälle wie die Scheinselbstständigkeit von Testfahrern bei Automobilkonzernen. Jeder Freelancer, externe Mitarbeiter oder Dienstleister könnte theoretisch scheinselbstständig sein. „Wer bei einem Scheinselbstständigen Geld zahlt, ohne Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, der macht sich als Unternehmer oder Geschäftsführer schnell strafbar“, weiß Glaesmann. Hinzu komme der Compliance-Aspekt. „Ein professioneller Unternehmer muss sich absichern und organisatorisch sicherstellen, dass alle Regeln eingehalten werden.“ Unter dem Damoklesschwert der Strafbarkeit bei Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen entschlossen sich in der Vergangenheit Mandanten von CMS Deutschland, jeden einzelnen Vertrag externer Mitarbeiter überprüfen zu lassen und standardmäßig vor dem Abschluss eines neuen Vertrags diesen auf eine Scheinselbstständigkeit hin zu prüfen. Daher umfasst die Expertise des Teams vor Ort inzwischen viele tausend Verträge und Vorgänge. Doch egal wie erfahren ein Anwalt ist – pro Fall braucht er für eine Scheinselbstständigkeitsprüfung sicher zwei bis drei Stunden. „Wir haben in jedem Einzelfall Interviews mit den Betroffenen geführt, denn ausschlaggebend ist nicht, was im Vertrag steht, sondern wie es gelebt wird“, erläutert Thomas Glaesmann. Aus mehreren großen Mandaten, in denen insbesondere viel externes IT-Personal geprüft wurde – stammt die Frage, ob diese Routine-Überprüfungen nicht auch IT-gestützt machbar seien. Glaesmanns Team erstellte eine lange Liste, welche Aspekte bei jeder Überprüfung auf Scheinselbstständigkeit wichtig sind. Die Anwälte arbeiteten konkrete Fragen aus, gewichteten diese und stellten sie untereinander in unterschiedliche Abhängigkeitsverhältnisse. Heraus kam Ein Fall kostet ITgestützt weniger als ein Drittel der individuellen anwaltlichen Beurteilung Spezialisten für komplexe Themen die FPE-Software, mit der Juristen und Nicht-Juristen zurechtkommen. Mit nur wenigen Klicks kann nun der Projektleiter einschätzen, ob seine Vorstellungen arbeitsrechtlich unproblematisch sind oder nicht. Die Software fragt Aspekte ab wie „Die Arbeit findet überwiegend in den Geschäftsräumen des Unternehmens statt“. Dabei ist nicht jede Antwort gleich ein Ausschlusskriterium. Selbst wenn beispielsweise die Arbeit nur beim Auftraggeber stattfindet, spricht das nicht zwangsläufig für eine Scheinselbstständigkeit. „Manche Arbeiten können nur vor Ort stattfinden, beispielsweise wenn ein Maler eine Wand streichen muss oder ein IT-Experte sicherheitsrelevante Änderungen durchführt, die per Fernwartung nicht sicher wären“, erläutert Glaesmann. Das Ergebnis der Software-Prüfung ist eine Ampel: „Grün“, „Gelb“ und „Rot“. In weit mehr als 90 Prozent der Fälle kam die Software zum gleichen Ergebnis wie die Anwälte in ihrer händischen Prüfung: Erlaubt oder unzulässig. Nur noch in wenigen juristisch uneindeutigen „gelben“ Fällen muss ein Jurist noch nachhaken und beurteilen. Rund 50 Unternehmen haben sich die Software bereits angeschaut oder setzen sie ein. Ihr Interesse liegt auch in der Kostensenkung: Ein Fall kostet IT-gestützt weit weniger als ein Drittel dessen, was eine individuelle Beurteilung durch einen Anwalt kosten würde. Und Glaesmann und Kollegen haben dadurch Kapazitäten frei für juristische Fragen, die nicht standardisierbar sind. Sie können sich auf die wirklich komplizierten Fälle konzentrieren. „Legal Tech wird eine High- End-Beratung nie ersetzen können, schon aber juristische Einzelfallprüfungen in Bereichen, die gemeinhin als ‚Commodity‘ bezeichnet werden“, ist er heute überzeugt. Ob Online-Geschäft oder Immobiliendeal – omplexe wirtschaftliche Abläufe erfordern saubere rechtliche Grundlagen. Hier sind Kanzleien mit Kompetenzen auf vielen Gebieten gefragt. VON JÜRGEN GROSCHE Der Internethandel zählt zu den Wirtschaftssegmenten mit einer hohen Dynamik. Neue Online-Shops sprießen aus dem Boden, werden gekauft von großen Händlern. Damit verbunden sind immer auch rechtliche Fragen, die schnell Auswirkungen aufs ganze Geschäft haben können, weiß Dr. Uwe Goetker, Partner in der Kanzlei McDermott Will & Emery und Experte in Fragen des Transaktionsrechts. Goetker kennt die Knackpunkte, auf die es ankommt. Das fängt schon bei der Do- main eines Shops an: Wer ist der Rechte-Inhaber? Sind Name oder Marke eventuell als Sicherheit an Gläubiger abgetreten? Ganz wichtiges Thema: Kundendaten – einer der wichtigsten Rohstoffe heute. Hier ist beim Kauf eines Shops zu prüfen: Sind die Daten juristisch sauber erhoben, hat der Kunde der Erfassung zugestimmt? Und was ist bei einer Übertragung im Zuge einer Transaktion auf das Käuferunternehmen? Hier muss gegebenenfalls der jeweilige Landes- Datenschutzbeauftragte hinzugezogen werden. Bei einer Insolvenz wird es erst recht spannend, denn dann kommen noch alle Fragen rund um die Restrukturierung dazu. Goetker, ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet, nennt als Beispiel die Unister-Gruppe (Ab-in-den- Urlaub.de, fluege.de, Preisvergleich.de und andere Portale). McDermott hat bei der übertragenden Sanierung der Gruppe die Insolvenzverwalter von Flöther & Wissing beraten. Die Düsseldorfer Partner von McDermott Will & Emery Dr. Ulrich Flege (l.) und Dr. Uwe Goetker. FOTOS: MICHAEL LÜBKE Im Dezember hat die Beteiligungsgesellschaft Rockaway Capital die Reiseportale übernommen. In vielen Transaktionen geht es um Zugang zu guten Einzelhandelslagen oder um Logistik und Technik. Die Segmente fließen zunehmend zusammen: Klassische Kaufhausbetreiber und Einzelhändler gründen oder übernehmen Online-Shops, Online-Händler eröffnen Flagship-Stores oder Showrooms. Eine Unternehmensgruppe, die beide Seiten kennt, ist Karstadt und sein Gesellschafter Signa. McDermott ist deren langjähriger Berater. Die Düsseldorfer McDermott-Partner Dr. Jens Ortmanns und Dr. Matthias Kampshoff beraten Signa laufend beim Zuerwerb weiterer Warenhausstandorte – zuletzt vor allem von Immobilien in Berlin – sowie kürzlich bei der Übernahme der E-Commerce- Unternehmen Internetstores, Dress-for-less.de und Outfitter sowie einer Mehrheitsbeteiligung an dem Fachhändler TennisPoint.de. Gerade im Immobilienbereich hat sich die Kanzlei einen ausgezeichneten Ruf erworben. Vor allem bei größeren Transaktionen erweist es sich als Vorteil, dass die Sozietät intern auch über ein Netzwerk erfahrener Experten aus den Bereichen Steuer-, Kartell- und Arbeitsrecht sowie über eigene Finanzierungsexperten verfügt, so Ulf Gräber, Senior Marketing & Business Development Manager. Zum Immobilienteam gehört auch Dr. Ulrich Flege. Der Partner ist auf Immobilienrecht, Projektentwicklung und gewerbliches Mietrecht spezialisiert und hat einige spannende Projekte mit betreut. Im Raum Düsseldorf zum Beispiel Investitionen der Kölner Art- Invest-Gruppe, die das Fürst & Friedrich (Teil der ehemaligen WestLB- beziehungsweise Portigon-Liegenschaft) zu einem Gebäude, das historischen Bestand und modernen Neubau zu innovativen Arbeitswelten fusioniert, umgestaltet oder die Entwicklung des Areals um den Gustaf Gründgens Platz mit Ingenhoven-Tal und Kö- Bogen II durch den Düsseldorfer Projektentwickler Centrum. Langweilig wird es den Immobilienexperten derzeit nicht. Die Märkte brummen, wie Kaufpreise von 28.000 Euro für einen Quadratmeter Grundstücksfläche auf der Düsseldorfer Königsallee zeigen. „Die Nachfrage übersteigt das knappe Angebot bei weitem“, beobachtet Flege. Allerdings könnten sich die Preise langsam den erträglichen Obergrenzen nähern. Das hat Folgen auch für die rechtliche Ausgestaltung von Verträgen. „In Zeiten abschmelzender Preise werden auch die Mieten unweigerlich nachziehen“, erklärt Flege. Also müssen Käufer sicher sein, dass die Mietverträge „rechtlich haltbar“ sind, und die Rechtsberater dafür sorgen, dass saubere Regelungen die Möglichkeit vorzeitiger Kündigungen – als rechtlichen Risikofaktor – ausschließen. Genug zu tun also für Spezialisten wie Flege und Goetker – und die anderen Experten der internationalen Kanzlei, die sich zudem weiterhin auf Wachstumskurs befindet. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz allein an den drei deutschen Standorten Düsseldorf, Frankfurt und München um mehr als zehn Prozent. Düsseldorf wächst besonders stark, was sich auch am Personal festmacht. Mittlerweile sind mehr als 100 Mitarbeiter im Stadttor für die Kanzlei tätig, darunter allein 40 Anwälte. Immer wieder macht McDermott mit Neuzugängen von sich reden. So stieß im März Dr. Alexa Ningelgen als Partnerin dazu. Ihr Spezialgebet, das öffentliche Wirtschaftsrecht, ist ein typisches Beispiel dafür, wie die Kanzlei ihr Angebot systematisch erweitert und abrundet.

Wirtschaftskanzleien Wirtschaftskanzleien Besser ein sauberes Geschäft Compliance-Themen können Unternehmen und Manager schnell in große Probleme bringen. Mit guter und vor allem frühzeitiger Vorbereitung lässt sich aber vieles verhindern. Dr. Ulrich Brauer (3.v.r.) ist fürs Kanzleimanagement des Düsseldorfer Standorts verantwortlicher Partner bei Jones Day. VON JÜRGEN GROSCHE Ein typischer Fall aus dem Alltag: Ein Vertriebsmitarbeiter bekommt bei einem Akquise- Gespräch vom Kunden zu hören, dass das angebotene Produkt zu teuer sei und der Wettbewerber drei Euro weniger nehme. Der Mitarbeiter mailt die Info an seinen Chef: Wir müssen den Preis senken, weil der Wettbewerber drei Euro billiger anbietet. Jahre später kommt diese E- Mail in einem Kartellverfahren plötzlich auf den Tisch; der Vertriebler und sein Unternehmen werden kartellrechtlich belangt. Hätte er dazugeschrieben, dass er die Information vom Kunden hatte, wäre er raus gewesen. Da er das nicht getan hat, steht er im Verdacht, sich mit dem Konkurrenten abgestimmt zu haben. „Man sollte also immer die Quelle der Information dazuschreiben“, rät Partner Dr. Johannes Zöttl, Kartellrechtsund Compliance-Experte bei der internationalen Kanzlei Jones Day. Was Mitarbeitern in großen Konzernen geläufig ist, sorgt häufig in mittelständischen Unternehmen aber noch für Überraschungen. Viele haben kräftig expandiert und internationalisiert. Plötzlich stehen sie vor den unbekannten und tiefgründigen Gewässern juristischer Spitzfinigkeiten – im nationalen Gechäft, vor allem aber beim intritt in die Rechtssysteme nderer Länder. Kartell, Korruption, Insiderandel – all dies sind Themen ür Compliance-Experten, für pezialisten, die sich mit den juristischen Implikationen guter und sauberer Unternehmensführung auskennen. Experten wie Dr. Zöttl. Wenn er aus der Praxis und von aktuellen Trends erzählt, könnte es manch einem Unternehmer mulmig werden. Früher arbeiteten Kartellbehörden und Staatsanwälte eher nebeneinander, heute sprechen sie sich ab. „Sie werden dabei immer bissiger“, konstatiert Zöttl salopp. Nicht nur Unternehmen, auch Behörden stehen unter Erfolgsdruck, Zöttl beobachtet einen regelrechten Unter Druck geraten Kartelle zunehmend auch durch Schadensersatzverfahren „Wettbewerb zwischen den Wettbewerbsbehörden“. Neue rechtliche Rahmenbedingungen verschärfen den Druck auf Unternehmer. Die meisten Verfahren werden durch Kronzeugen ausgelöst. „Das vergrößert die Unsicherheit im Kartell“, sagt Zöttl. Kartellsünder können sich nicht auf ihre Geschäftspartner verlassen. Zumal die Kronzeugen von den aggressiv agierenden Fahndern in die Mangel genommen werden. „Da sie kooperieren, stehen sie unter dem Druck, ewta tatsächlich Interessantes erzählen zu müssen“, beschreibt Zöttl. Da werde dann auch mal kräftig aufgetischt, und man könne ins Visier der Fahnder geraten, selbst wenn die Dinge eigentlich nicht nach Millionenbußen schreien. Da können Verfahren durch Kartellwächter und Staatsanwälte zu Schlammschlachten ausarten. Unter Druck geraten Kartelle zunehmend auch durch Schadensersatzverfahren. Seit einigen Jahren können Geschädigte ihr Geld zurückfordern, das sie wegen des Kartells zu viel gezahlt haben. Der Bundestag hat kürzlich eine Gesetzesnovelle verabschiedet, um die Rechte von Geschädigten weiter zu stärken. „All dies macht die Unternehmen sensibler“, stellt Zöttl fest. Auch mit Blick auf ihre Partner: „Der beste Freund kann morgen der schlimmste Feind sein“, schließlich weiß er mehr als andere über das betroffene Unternehmen. Compliance-Fragen spielen auch im Transaktionsgeschäft eine wichtige Rolle, weiß Dr. Ulrich Brauer, Partner-in- Charge (fürs Kanzleimanagement des Düsseldorfer Standorts verantwortlicher Partner) und Spezialist für M&A-, Joint Venture- und Transaktionsgeschäfte. Bei Käufen rücken während der Due-Diligence- Prüfungen auch Compliance- Themen immer mehr in den Fokus, „das Käufer-Unternehmen erbt sie ja“, erklärt Brauer. Die Rechtsspezialisten schauen sich dabei zum Beispiel auch den E-Mail-Verkehr an. Sollten da unsaubere Dinge zutage treten, müssen Lösungen her, schlimmstenfalls raten die Juristen auch vom Unternehmenskauf ab. Das sei alles schon vorgekommen, sagt Brauer. Unternehmen sollten insbesondere bei Auslandsaktivitäten die Compliance nicht vernachlässigen, raten die Experten. In China zum Beispiel greifen die Kartellbehörden stärker durch, wobei das Kartellrecht durchaus auch als Instrument gegen unliebsame Akteure genutzt wird. So oder so – deutsche Unternehmer tun gut daran, sich ihre Joint Venture-Partner genau anzuschauen. Auch ausländische Manager können ins Visier der Fahnder geraten, warnt Brauer. Wie können Unternehmen sich generell besser wappnen? Wie können sie die Spannung zwischen Erfolgsdruck und der Notwendigkeit lösen, das Unternehmen sauber zu halten? „Die Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen“, rät Zöttl. Die beste Compliance-Struktur laufe sonst ins Leere. Untere Ebenen müssen nach oben offen kommunizieren können und dürfen. Zum Beispiel Erklärungen für ausbleibende Erfolge – damit die Mitarbeiter oder Manager nicht aus Angst vor Konsequenzen in unsaubere Machenschaften (Kartell, Korruption) abrutschen. Viele weitere Tipps bieten die Experten ihren Mandanten in Beratungen und Schulungen – von der Warnung davor, bei Branchentreffen über Preise und sonstige Interna zu sprechen, bis hin zu den großen Gefahren beim Umgang mit E-Mails. Zu tun gibt es genug, und viele deutsche Unternehmen haben einiges aufzuholen, wie man bei Jones Day weiß. Die Kanzlei hat sich beim Thema Compliance einen Namen gemacht. DIVERSITY Innovation leben – Vielfalt als Kanzleistrategie Diversity ist für Wirtschaftssozietäten kein Modethema, sondern verbessert die strategische Aufstellung. Die internationale Kanzlei Latham & Watkins sieht sich dabei in einer Vorreiterrolle. VON JÜRGEN GROSCHE In Deutschland herrsche in der Arbeitswelt – bei allem Wandel zum Positiven – noch immer das Modell des männlichen Allein- oder Hauptverdieners vor, stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich in einer Studie fest. Doch der Wandel lässt sich nicht aufhalten, und die, die vorneweg gehen, wissen auch die wirtschaftlichen Vorteile zu schätzen. Das gilt auch in der Welt der Wirtschaftskanzleien. Beim Thema Diversity – es geht nicht nur um gleiche Chancen für Frauen, sondern für viele weitere Gruppen – sieht sich die internationale Sozietät Latham & Watkins in einer Vorreiterrolle. „Unser Ziel: Latham zu der vielfältigsten Wirtschaftskanzlei der Welt zu machen“, heißt es auf der Homepage. Dass dies gelebte Praxis ist, beweist Dr. Natalie Daghles. Die Anwältin arbeitet im Corporate Department im Düsseldorfer Büro, berät deutsche und internationale Unternehmen bei Unternehmenskäufen und im Gesellschaftsrecht. „Talente müssen sich trauen, auch in Großkanzleien zu gehen“, rät Rechtsanwältin Daghles Interessentinnen. „Für Stereotype und überkommene Rollenverständnisse ist in der heutigen Arbeitswelt kein Platz mehr.“ Sie selbst studierte in Münster Jura, arbeitete bereits während ihrer Promotion als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Kanzlei. „Ich habe mich für das Wirtschaftsrecht begeistert“, erinnert sie sich. Sie war in New York und Düsseldorf tätig, arbeitete in führenden Kanzleien und kam so „Unser Ziel: Latham zu der vielfältigsten Wirtschaftskanzlei der Welt zu machen“ Dr. Natalie Daghles ist Rechtsanwältin im Corporate Department im Düsseldorfer Büro der internationalen Sozietät Latham & Watkins. FOTOS: MICHAEL LÜBKE schließlich zu Latham & Watkins. Beruf ist nicht das ganze Leben. Die Anwältin hat Familie, zwei Kinder – und genau hier wird es spannend. Lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Das ist eine der großen Fragen, die mittlerweile nicht nur Frauen stellen. Die Lösung: „Mein Berufsleben füllt viel Zeit aus, aber ich kann viel Flexibilität nutzen“, sagt Natalie Daghles. Im Zeitalter der Digitalisierung werden Mandate längst nicht nur aus dem Büro betreut. Die Juristin erkennt daher auch einen „weltweiten Trend, Arbeit neu zu organisieren.“ Traditionskanzlei: „Qualität ist keine Frage der Größe“ Gegründet 1908, hat die Kölner Kanzlei Oppenhoff & Partner die internationale wirtschaftsrechtliche Beratung in Deutschland mitbegründet. In die Zukunft geht die Kanzlei mit einer immer weiter zugespitzten, hochwertigen Beratungsleistung – und mit Partnern, die in ihren Feldern immer zu den besten am Markt gehören sollen. VON PATRICK PETERS Nur wenige Kanzleien in Deutschland – und dabei ganz besonders diejenigen rein deutschen Ursprungs – können auf eine mehr als 100 Jahre andauernde Tradition in der Rechtsberatung zurückblicken. Und noch bedeutend weniger Kanzleien ist es vergönnt, als Vorreiter in bestimmten Bereichen zu gelten und damit einen langfristigen, hoch erfolgreichen Trend begründet zu haben. Auf die Kölner Sozietät trifft dies alles zu. Gegründet 1908, war die Kölner Kanzlei Oppenhoff & Partner (die seit 2008 unter diesem Namen firmiert) eine der ersten abseits der norddeutschen Hansestädte, die auf das Prinzip der Partnerschaft gesetzt hat – damals indes noch unter dem Namen der drei Gründer Becker – Lang – Ströhmer. Besonders entscheidend für die Entwicklung des deutschen Wirtschaftsrechts war aber die grenzüberschreitende Rechtsberatung der Kanzlei: Oppenhoff & Partner waren die ersten, die in großem Stile inter- „Unser Beratungsansatz führt dazu, dass wir außerordentlich lange in den Mandaten bleiben“ nehmen haben über die Jahre und Jahrzehnte hinweg zu einem stabilen Wachstum unserer Kanzlei gehört. Natürlich immer ausgehend von unserer extrem hohen juristischen Beratungsqualität in wichtigen Bereichen, durch die wir international hohe Reputation genießen. Unser Beratungsansatz führt dazu, dass wir außerordentlich lange in den Mandaten bleiben – so beraten wir meinen ersten Mandanten noch immer“, betont Michael Oppenhoff. Gesellschaftsrechts- und M&A-Partner Christof Gaudig ergänzt hinsichtlich der Bekanntheit für bestimmte Rechtsfragen, dass Oppenhoff als vergleichsweise kleine Sozietät mit rund 65 Rechtsanwälten dennoch regelmäßig in internationale Top-Mandate eingebunden werde und insofern mit den bekanntesten weltweiten Sozietäts-Netzwerken englischer oder US-amerikanischer Herkunft konkurrienationale Mandanten bei allen Rechtsfragen in Deutschland begleiteten. Federführend dabei war der Vater des heutigen Senior-Partners Michael Oppenhoff, Dr. Walter Oppenhoff. „Er hat beispielsweise ab 1930 Coca-Cola beraten und diese Geschäftsbeziehung auch weit nach Kriegsende weitergeführt“, sagt Michael Oppenhoff, der auch auf weitere bekannte internationale Mandate aus der Automobilindustrie hinweist, die von seinem Vater von Köln aus akquiriert und beraten worden sind. Bis Ende vergangenen Jahres war Michael Oppenhoff noch im Aufsichtsrat von Ford tätig, bis heute ein wichtiger Mandant der Kanzlei. „Diese stabilen Kontakte zu anglo-amerikanischen Unterre. „Qualität ist keine Frage der Größe. Es kommt durchaus vor, dass ein High-Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley uns als zusätzlichen Berater einschaltet, weil es unsere führende Expertise im Datenschutzrecht benötigt. Wir kommen dadurch für und über die wirklich wichtigen Spezialthemen in die Mandate.“ Deshalb sei es die Strategie von Oppenhoff & Partner, in allen relevanten Rechtsgebieten mit Myriam Schilling, Michael Oppenhoff (r.) und Christof Gaudig sind Partner der Kölner Kanzlei Oppenhoff & Partner. FOTO: OPPENHOFF Soziale Belange sind das eine. Diversity ist aber zunehmend notwendiger Bestandteil einer erfolgreichen Gesamt- Unternehmensstrategie. „Das tradierte Rollenmodell stößt an Grenzen und genügt vermehrt weder den Bedürfnissen noch den Anforderungen“, sagt Dr. Harald Selzner, Partner im Düsseldorfer Büro von Latham & Watkins. Sein Hauptargument: Je mannigfaltiger Teams in Unternehmen und Kanzleien aufgestellt sind, desto breiter wird das Repertoire an Strategien für Verhandlungen, Analysen und überhaupt die rechtliche Beratung. Das sei heute auch nötig, wenn man erfolgreich arbeiten will: „Ein besseres Verständnis für die vielfältigen Bedürfnisse von Mandanten, Unterneh- am Markt visiblem Spitzenpersonal zu agieren und sich soweit wie möglich vorne zu positionieren. „Das hängt auch damit zusammen, dass unsere Kanzleistruktur nicht aufs Massengeschäft ausgerichtet ist, sondern auf die High-End- Beratung. Das ist auch genau das, was Familiengesellschaften und vermögende Privatpersonen an unserer Beratung schätzen – erstklassigen Rat durch Partnerpersönlichkeiten.“ Diese enge High-End-Beratung wüssten die Mandanten sehr zu schätzen, sagt Myriam Schilling, ebenfalls Partnerin für Gesellschaftsrecht und M&A. „Das gilt sowohl im gehobenen Mittelstand als auch bei Dax-Unternehmen und internationalen börsennotierten Konzernen. Sie wissen, dass sie bei uns auf erfahrene Berater treffen, die effizient und schnell die richtigen Antworten geben und über den Tellerrand hinaus schauen. Und men und Gesellschaft ist für unseren Beruf sehr wichtig.“ Die Arbeit heute muss flexibler organisiert werden, um auf die verschiedenen Mandantenbedürfnisse optimal reagieren zu können. „Das erhöht die Anforderungen“, sagt Selzner, der darin aber auch eine Chance erkennt: „Wir müssen permanent Dinge neu, anders, effektiver erledigen, also innovativ sein.“ Und gerade beim Thema Innovationskraft sieht er Latham & Watkins gut positioniert. „Teams, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführen, funktionieren besser; jeder bringt seine Stärken ein“, beobachtet auch Daghles. Kanzleien müssen hier dem allgemeinen Trend folgen: „Die Mandanten arbeiten ebenfalls ebenso wissen sie, dass alle ihre Fragestellungen und Situationen bei einer M&A- Transaktion von echten Fachleuten gelöst werden.“ Ein Beispiel sei das Außenhandels- und Exportkontrollrecht. Dieses Rechtsgebiet werde laut Myriam Schilling immer wichtiger, und Oppenhoff & Partner gehöre dafür zu den bekanntesten Kanzleien in Deutschland. Wichtig sei aber, dass alle Partner eigenständige Anwaltspersönlichkeiten seien, die nicht nur der Unterstützung bei Transaktionen dienten. Das sei auch das Zukunftsmodell der Sozietät, ist sich Michael Oppenhoff sicher. „Wir bieten eine immer weiter zugespitzte, hochwertige Beratungsleistung, die von Spezialisten dauerhaft umgesetzt Die Digitalisierung wird exzellente und interdisziplinär vernetzte Beratung nicht ablösen Latham & Watkins ist seit vier Jahren fest mit dem Standort Düsseldorf verbunden an der für sie optimalen Struktur und setzen sich mit dem Thema Diversity häufig schwerpunktmäßig auseinander“, sagt die Juristin. Latham & Watkins folgt indes nicht, sondern hat sich an die Spitze des Trends gesetzt. Als einen Grund sieht Selzner die US- Herkunft der Kanzlei. Dort stehe Diversity – wie bereits die Benutzung dieses Anglizismus auch in Deutschland verrät – schon lange auf der Tagesordnung. Bei der Auswahl von Kanzleien würden US-Unternehmen intensiver als hierzulande darauf achten, dass die Teams ausgewogen besetzt sind. Um Diversity zu fördern, hat die Kanzlei die Initiative WEB (Women Enriching Business) ins Leben gerufen. Sie unterstützt das Netzwerken unter Frauen aus Wirtschaft, Verwaltung und Justiz. So gibt es immer wieder exklusive Seminare und Netzwerkveranstaltungen für weibliche Führungskräfte zu Themen wie rechtliche Aspekte einer Geschäftsleitertätigkeit oder zu aktuellen Themen (Brexit). „Damit arbeiten wir gemeinsam mit Vertreterinnen aus Unternehmen nah an den Themen, die im Wirtschaftsleben wichtig sind“, sagt Dr. Natalie Daghles. Generell baut die Kanzlei weiter aus, ist nicht nur wegen der ansteigenden Mandantennachfrage ungebrochen auf Erfolgskurs, betont Selzner. Latham & Watkins ist seit vier Jahren fest mit dem Standort Düsseldorf verbunden und hat bei seinem Ausbau einen weiteren Erfolg zu vermelden. Latham & Watkins diversifiziert auch die juristischen Themen im Düsseldorfer Büro, in dem der Kartellrechtler Dr. Michael Esser seit Mai 2016 als Partner mit seinem Team das Corporateund M&A-Geschäft stärkt. Esser gilt als einer der führenden Experten im Kartellrecht. „Innovation muss gelebt werden“, so Selzner, „und ist bei uns Teil der DNA. Das Team von Latham & Watkins setzt auf weiteres Wachstum auch am Standort Düsseldorf.“ wird. Wir sind als stark partnergetriebene Kanzlei der ‚Trusted Advisor‘ unserer Mandanten, der traditionell in die Entscheidungsprozesse auf der unternehmerischen Ebene eingebunden wird – und das wollen wir auch bleiben.“ Das steht auch für Christof Gaudig im Fokus. „Wir wollen unsere Expertise weiter ausbilden, um Spezialfragen jederzeit bedienen zu können, wie es unsere Mandanten erwarten.“ Deshalb konkurriere Oppenhoff & Partner auch nicht mit digitalen Lösungen. „Wir setzen die derzeit verfügbare Digitalisierung ein, wo sie für uns beziehungsweise unsere Mandanten notwendig ist. Aber unsere exzellente und interdisziplinär vernetzte Beratung wird sie nicht ablösen“, sagt Myriam Schilling. Kreativität hilft bei der Beratung Vor gut einem Jahr ging das Düsseldorfer Büro von Pinsent Masons an den Start. Inzwischen beraten hier mehr als 20 Anwälte mit Schwerpunkt Energie. Weiteres Wachstum ist geplant. VON ANJA KÜHNER Schon jetzt wird es allmählich eng in den Büros von Pinsent Masons im Wilhelm-Marx- Haus an der Heinrich-Heine- Allee. Im vergangenen Juni bezog dort die ursprünglich britische Wirtschaftskanzlei mit ihrer zweiten deutschen Niederlassung ihr Quartier. Mittlerweile arbeiten rund 35 Mitarbeiter hinter den historischen Backsteinmauern, davon mehr als 20 Rechtsanwälte. „Wir haben uns weiteres Wachstum auf die Fahnen geschrieben“, sagt Dr. Thorsten Volz. Der Partner und Niederlassungs- Chef kam vor einem Jahr von KMPG Law und startete mit drei Partnern und einem Team von acht Anwälten. „Über die nächsten Jahre wollen wir auf 60 bis 80 Rechtsanwälte wachsen und unser Düsseldorfer Büro zu einer starken Einheit ausbauen.“ Dieses rasante Wachstum bietet laut Volz vor allem jungen Anwälten die besten Aufstiegschancen: „Innerhalb von nur einem Jahr ist der erste aus unserem jungen Team bereits zum Legal Director, vergleichbar einem Junior Partner in anderen Kanzleien, ernannt worden.“ Mit der Eröffnung des Düsseldorfer Büros hatte die britische Großkanzlei den Plan, ihre ausgezeichnete Sektor-Expertise auf Deutschland auszuweiten und bereits bestehende Energie-Mandanten wie Eon auch in Deutschland zu beraten. Pinsent Masons zählt in Großbritannien beispielsweise zu den Stammberatern von Eon. Das Kalkül ging auf. Während das Münchner Team auf High-Tech-Themen spezialisiert ist, fokussieren sich die Düsseldorfer auf die Beratung von komplexen Kraftwerksprojekten, erneuerbaren Energien und Netzinfrastrukturprojekten. Sie haben Expertise in allen relevanten Rechtsgebieten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, gleich, ob es um die konventionelle Erzeugung von Strom, Wärme oder Kälte geht, um erneuerbare Energien, Handel und Vertrieb, Emissionshandel oder um Transport und Verteilung. Auch bei der innovativen Infrastruktur und der Entwicklung von Vermarktungskon- Mittlerweile arbeiten rund 35 Mitarbeiter hinter den historischen Backsteinmauern zepten für Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität oder Wasserstoff ist das Team um Volz oft die erste Wahl. Vom Start weg beraten die Anwälte bereits zahlreiche Stadtwerke, große Energieversorger und energieintensive Unternehmen. Unter anderem haben sie die Hagener Enervie-Gruppe beim Verkauf eines Windparks beraten. Auch eine Gemeinde griff bei der Ausschreibung und Neuvergabe mehrerer Konzessionen im Bereich Strom-, Gas- und Wassernetz auf das Team zurück. Die Verbindung von Juristerei mit Energie lässt sich auch an den Bürowänden im Marx- Haus erkennen. Aus der Privatsammlung von Volz, der sich für noch nicht allseits bekannte Künstler begeistert, und der befreundeten Essener Galerie kunst-raum schulte-goltz + noelte stammen die Werke. Im Flur hängt beispielsweise eine Justizia des Münchner Künstlers Martin Herler neben einem Strommasten mit Kabelgewirr von Frank Bernemann. „Kunst inspiriert, stellt neue Zusammenhänge her – genau das brauchen wir Anwälte auch“, erklärt Thorsten Volz, der gerne und mit Begeisterung über die Kunstwerke dis- Dr. Thorsten Volz ist Partner und Niederlassungs-Chef von Pinsent Masons in Düsseldorf. Beratung im Mittelstand: International und auf Augenhöhe VON JÜRGEN GROSCHE Mittelständisch, international und integriert – nur wenige Beratungsunternehmen dürften diese drei Charakteristika auf sich vereinen. Susann Ihlau, Partnerin bei Roever Broenner Susat Mazars, fasst aber genau mit diesen Begriffen die Ausrichtung der Gesellschaft zusammen, deren Standort Düsseldorf sie leitet. Um die Bedeutung der Kurzformel zu erfassen, muss ein wenig ausgeholt werden. Denn eigentlich zählt Mazars durchaus zu den Großen in der Branche. „Wir gehören sowohl in Deutschland als auch weltweit zu den führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften“, betont Ihlau. Mazars ist in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance- und Rechtsberatung tätig. Doch zunächst zu den Zahlen. Mazars ist in 79 Ländern vertreten. In 270 Büros arbeiten rund 18.000 Experten weltweit für die Gesellschaft, darunter 950 Partner. In Deutschland betreuen 73 Partner und rund 1200 Mitarbeiter Mandanten an zwölf Standorten. Der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 122,5 Millionen Euro. Wenn das mal nicht groß zu nennen ist. Aber ein Blick auf die Historie erklärt, warum man sich zugleich als mittelständisch versteht. Mazars hat hochwertige Leistungen aus einer Hand anbieten können“, betont Ihlau. Die Partner sind am Gesamterfolg interessiert und leisten daher auch in Projekten gute Arbeit, in denen sie nicht den Hut aufhaben. Zugleich kommt jedem Mandat die internationale Expertise zugute. „Wir sind groß genug und sowohl inhaltlich wie räumlich so breit aufgestellt, dass wir in vielen Ländern und für unterschiedliche Themengebiete Spezialisten haben“, sagt Susann Ihlau. Und da sich die einzelnen Teile der Gesellschaft nach wie vor als mittelständisch geprägt verstehen, begegnen ihnen die Mandanten auf Augenhöhe, was diese ebenfalls sehr schätzen, so die Niederlassungsleiterin. Zumal man bei Mazars auf Kontinuität in der Beratung achte. Anders als bei manchen großen Beratungskonzernen gebe es in den Teams wenig Fluktuation. Oder kurz zusammengefasst: „Unser Erfolgsrezept ist die persönliche Betreuung gebündelt mit professioneller Internationalität“, so Susann Ihlau. Sie sieht ihr Haus damit als idealen Partner für internationale große Mittelständler. „Die brauchen jemanden, der den Mittelstand versteht.“ Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin gibt selbst ein Beispiel dafür ab, was das im Arbeitsalltag bedeutet. Weltweit kutiert. „Außerdem sind so vielschichtige, kontroverse und provozierende Werke ein idealer Einstieg für Mandantengespräche, die schon beim Betreten des Konferenzbereichs erkennen, dass wir Fälle nicht nur mit Fachwissen sondern auch mit Kreativität lösen.“ Die Ursprünge von Pinsent Masons gehen bis ins Jahr 1769 zurück. Die heutige Kanzlei ist aus Fusionen der britischen Kanzleien Masons, Pinsent und McGrigors entstanden. Die Kanzlei fokussiert sich auf die Sektoren Technologie einschließlich Life Science, Energie, Infrastruktur, Immobilien und den Finanzsektor. Weltweit arbeiten für die Groß- Historisch: Die Ursprünge von Pinsent Masons gehen bis ins Jahr 1769 zurück kanzlei inzwischen mehr als 1700 Rechtsanwälte, davon gut 450 Partner an 23 Standorten. Das jüngste Büro wurde im südafrikanischen Johannesburg eröffnet – dort liegt der Schwerpunkt auf der juristischen Begleitung großer Infrastrukturprojekte. Doch auch – historisch bedingt durch den Commonwealth – auf den Falklandinseln gibt es ein Büro. Aufgrund der rasanten Ausweitung der Standorte hat der weltweite Umsatz von Pinsent Masons in den vergangenen fünf Jahren um rund 70 Prozent zugelegt. Inzwischen taucht die Großkanzlei im Ranking der „Legal Business’s Global 100“ auf. Die Beratungsgesellschaft Mazars will Größe mit persönlicher Betreuung verbinden. Mittelständlern auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen gleichzeitig internationale Expertise zu bieten – das definiert die Gesellschaft als Kernelemente ihrer Arbeit. Mazars ist in 79 Ländern vertreten, in 270 Büros arbeiten rund 18.000 Experten Susann Ihlau, Partnerin bei Roever Broenner Susat Mazars. seinen Ursprung in Frankreich, ist aber durch Fusionen mit etablierten Häusern in anderen Ländern ebenfalls verwurzelt. Auch in Deutschland. Im Jahr 2015 haben sich die Gesellschaften Roever Broenner Susat und Mazars Deutschland zusammengeschlossen. 2016 kamen die Hamburger Dr. Steinberg & Partner dazu. So schloss Mazars auch in Deutschland zu den Top- Adressen der Branche auf und behielt zugleich die mittelständische Struktur der früher eigenständigen Einheiten bei. Die formalen Zusammenschlüsse haben durchaus Konsequenzen fürs Geschäft, erklärt Susann Ihlau: „Wir sind kein Netzwerk, sondern arbeiten integriert.“ Und da ist es wieder, das Stichwort. Die Auswirkungen zeigen sich auf mehreren Ebenen. Zum einen in der internationalen, gemeinsamen Gewinn- und Verlustrechnung der Partner. „Das schätzen die Mandanten, weil wir so grenzüberschreitend „Unser Erfolgsrezept ist die persönliche Betreuung gebündelt mit Internationalität“ bei Mazars für den Bereich Unternehmensbewertungen verantwortlich, hat sie sich seit über 15 Jahren auf Unternehmensbewertungen und Transaktionsberatung spezialisiert. Dabei hat sie viel mit Familienunternehmen zu tun, verfügt daher über weitreichende Erfahrungen im Umgang mit familienrechtlichen Anlässen. Unter ihren Referenzen finden sich aber durchaus auch bekannte Namen wie die NRW.Bank, das Bankhaus Lampe, ThyssenKrupp oder die Dr. Oetker Gruppe. Ob es um Bewertungen ganzer Unternehmen oder einzelner materieller und immaterieller Vermögenswerte geht oder um Planungsrechnungen und Finanzierungen, Due Diligence-Prüfungen oder die Prüfung von Squeeze Out- Verfahren – der Umfang ihrer vielfältigen Expertise verblüfft durchaus. So war Susann Ihlau auch bereits nach Benennung durch das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in verschiedenen Fällen als Schiedsgutachterin in Fragen der Anteilsbewertung von ausgeschiedenen Gesellschaftern tätig geworden. Vom Landgericht Frankfurt wurde sie in mehreren Fällen als sachverständige Bewertungsgutachterin bestellt. Zudem ist sie vereidigte Sachverständige für Unternehmensbewertung IHK Düsseldorf. der

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