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Wirtschaftskanzleien

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Wirtschaftskanzleien BRANCHENEXPERTISE Spezifische Probleme beurteilen und lösen Dr. Knut Schulte, Christian Freiherr von Buddenbrock, Marcus Mische und Prof. Dr. Hans-Josef Vogel (v.l.) sind Partner bei Beiten Burkhardt in Düsseldorf. FOTOS: MICHAEL LÜBKE Unternehmen benötigen im Alltag in der Regel nicht nur High-End-Rechtsberatung, sondern branchenerfahrene Rechtsanwälte, die Probleme im Tagesgeschäft des Unternehmens lösen, ist sich Beiten Burkhardt-Partner Dr. Knut Schulte sicher. VON PATRICK PETERS Wirtschaftsanwälte beraten ihre Mandanten in allen Fragen, die die Führung eines Unternehmens mit sich bringt. Sie fungieren als „externe Rechtsabteilung“ – und dies setzt voraus, daß sie das Geschäft ihrer Mandanten kennen und verstehen. Komplexe Themen, seien es grenzüberschreitende Unternehmenstransaktionen mit internationaler Fusionskontrolle, eine Restrukturierung mit steuer-, finanz- und arbeitsrechtlichen Implikationen oder auch ein Börsen-Delisting im Zuge ei- Unternehmen benötigen versierten Rechtsrat in ganz alltäglichen Fragestellungen ner Konzernumwandlung, gehören zum Beratungsspektrum, sind aber nicht das Tagesgeschäft von Unternehmen. „Natürlich sind wir als internationale Wirtschaftskanzlei auch bei solchen Themen eng an der Seite unserer Mandanten und beraten sie umfassend. Dabei können wir auf die Expertise unserer breit aufgestellten Partnerschaft bauen, die miteinander vernetzt arbeitet – jeder Mandant erhält bei uns den Spezialisten, den er benötigt, wichtig ist aber in der täglichen Arbeit der ‚Wirtschaftsanwalt als Hausanwalt‘, der als Key Accounter seinen Mandanten kennt und als Lotse für seine Rechtsprobleme dient“, sagt Dr. Knut Schulte, Gesellschaftsrechtspartner und Leiter Praxisgruppe Handels- und Gesellschaftsrecht der multidisziplinären Sozietät Beiten Burkhardt, die Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung vereint. „Unsere Beratung erstreckt sich über acht Kernsektoren, in denen wir über besondere Branchenexpertise verfügen. Dazu gehören der Automobilsektor, der Maschinenbau, Family Offices/Stiftungen, Finanzwirtschaft, Gesundheitswesen, Immobilienwirtschaft, Medien und Öffentliche Hand. „Als Spezialkompetenz setzen wir die Interessen unserer Mandanten auch in großen Schiedsverfahren und vor Ge- richt durch“, sagt Dr. Guido Krüger, Fachanwalt für Steuerrecht und Partner der Kanzlei sowie Mitglied im fünfköpfigen Geschäftsführungsgremium. Aber Unternehmen benötigten eben nicht nur High-End- Rechtsberatung, sondern im Gegenteil Rechtsanwälte, die auch ganz alltägliche Fragestellungen zielorientiert und effizient lösten, betont Beiten Burkhardt-Partner Prof. Dr. Hans-Josef Vogel, Honorarprofessor an der IUBH Bad Honnef. „Verträge, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Impressumspflichten, das Management von Rückrufaktionen, der Gründung von Niederlassungen, Kooperationen und Vertriebssystemen und, und, und: Unternehmen benötigen regelmäßig rechtlichen Beistand, um ihr Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln und vor allem auch abzusichern. Und dabei ist handfeste Rechtsberatung vonnöten, da wir von konkreten Problemen in der Praxis sprechen, die die Geschäftsführung ganz aktuell bewegen und sich auf die eine oder andere Art und Weise auf das Geschäft auswirken“, sagt Hans-Josef Vogel, der diesen Tätigkeitsbereich unter der Überschrift „Allgemeines Handelsrecht“ (Commercial) zusammenfasst. Beiten Burkhardt sei darauf ausgerichtet, genau in diesen Situationen als Partner des Unternehmers an dessen Seite zu sein. Denn auch ein vermeintlich kleiner Rechtsrat könne, so die Erfahrung Hans-Josef Vogels, einen Geschäftsführer in seiner Entscheidungsfindung weiterbringen. „Was passiert, wenn…“, das ist eine typische Frage, die die Beiten Burkhardt-Rechtsanwälte für ihre Mandanten beantworten müssen – „und dann kommt es darauf an, in bestimmten Bereichen tiefergehende Kenntnisse zu besitzen und die spezifischen Branchenprobleme schnell erfassen, beurteilen Entscheidend für den Erfolg ist auch, dass die Honorare „mittelstandstauglich“ sind und lösen zu können“. Im Bereich Commercial komme es für Rechtsanwälte darauf an, zu wissen, wohin sie schauen müssten, um dem Unternehmer das zu liefern, was er wirklich brauche, betont Hans-Josef Vogel, der in dem Zusammenhang von einer „vertieften juristischen Perspektive in Kombination mit nachweisbarem Branchen-Know-how“ spricht. Maschinenbau, Produktion von Industriegütern, Großund Einzelhandel, Reiseindustrie – dies sind Wirtschaftsbereiche, in denen die Beiten Burkhardt-Experten im Handelsrecht vorrangig tätig sind und über eine hohe Visibilität und Glaubwürdigkeit verfügen. Um dies am Beispiel von Hans-Josef Vogel zu verdeutlichen: Der Standortleiter ist aufgrund seiner Honorarprofessur, zahlreichen Veröffentlichungen und Medienauftritten im Reiserecht sehr bekannt und wird regelmäßig von Reiseveranstaltern, Hotels etc. mandatiert, die in diesem Rechtsgebiet auf praxisnahe Unterstützung und viel Erfahrung setzen. Knut Schulte berät bevorzugt produzierende Unternehmen: „Ich mag Produktionsbetriebe, den Gang durch die Halle und die mittelständischen Unternehmer, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.“ Entscheidend sei übrigens auch, dass die Honorare „mittelstandstauglich“ seien, wie Schulte es nennt. Der Mandant müsse sich stets fair behandelt fühlen, um als Partner des Mittelstandes wahrgenommen zu werden. Als Schnellboot im Markt unterwegs Immer vorneweg, möglichst der Zeit voraus – dieses Ziel verfolgen viele Unternehmen, auch Wirtschaftskanzleien. Doch was heißt das in der Praxis? Ein Beispiel aus Düsseldorf. VON JÜRGEN GROSCHE Wenn eine Kanzlei, die gerade mal 20 Jahre besteht und mit zwei Anwälten startete, heute mit 65 Anwälten unterwegs ist und sich bereits seit mehreren Jahren in der Top 50-Liste des renommierten Fachmagazins Juve findet, dann kann man das durchaus eine Erfolgsgeschichte nennen. Die Rede ist von der Sozietät Orth Kluth. Beim Redaktionsbesuch im Düsseldorfer Hafen erläutern gleich fünf Anwälte und Partner nicht ohne Stolz, wie es dazu kam und welche Voraussetzungen der Erfolg hat. Dr. Robert Orth, Dr. Christiane Hoffbauer, Dr. Philipp Mels, Dr. Marc Henze und Boris Körner demonstrieren damit bereits einen Teil der guten Performance: Die Juristen entscheiden im Team, schnell und möglichst auf kurzem Dienstweg. „Wir sind jung geblieben und legen immer Wert darauf, der Zeit voraus zu sein“, sagt Orth. Diese Einstellung sollte heute in Zeiten rasanten technischen Wandels eigentlich für jedes Unternehmen selbstverständlich sein, doch offenbar kann man mit einer solchen Grundausrichtung in der Kanzleiwelt nach wie vor punkten. Der technische Fortschritt beeinflusst drei Ebenen, erläutert Mels: Die Mandanten stellen sich der Digitalisierung und haben da Beratungsbedarf. Die Kommunikation zwischen Mandant und Kanzlei ändert sich. Und die Anwälte können selbst ihre Arbeit durch neue Hilfsmittel effizienter ausüben. Beispiele verdeutlichen am besten, um was es geht. Wenn Einzelhändler statt papierner Treuepunktekarten elektronische Systeme einführen, dann sind durch den Datenverkehr plötzlich neue Rechtsgebiete involviert, erinnert Dr. Christiane Hoffbauer: Datenschutz und Beziehungen zu den technischen Dienstleistern etwa. „Erfolgt die Zahlung mittels elektronischem Geld, stellen sich zudem aufsichtsrechtliche Anforderungen“, erklärt die Juristin. Drum arbeiten die Anwälte eng vernetzt zusammen. Man ist durchaus stolz darauf, als mittelgroße Kanzlei für alle relevanten Bereiche Spezialisten zu haben. Der Mandant hat aber einen Ansprechpartner, der die Expertise in der Kanzlei in Teams zusammenführt. Große Kanzleien stehen da in der Gefahr, schwerfälliger zu sein. Sie können ihre Vorteile insbesondere in den ebenso komplexen großen Mandaten ausspielen. Kleine Sozietäten sind hingegen häufig als Boutique auf ausgewählte Bereiche spezialisiert. Die Besonderheit von Orth Kluth liegt in der Kombination von Spezialisierung und Rundumbetreuung in einer Full Service-Kanzlei. „Von diesem Zuschnitt gibt es nicht viele am Markt“, ist Boris Körner überzeugt. Bei der Digitalisierung legen die Anwälte Wert darauf, auch auf den anderen Ebenen vorneweg zu sein – sowohl in der Kommunikation mit den Mandanten wie in der internen Arbeit. Selbstverständlich sind bei Orth Kluth heute beispielsweise Doc-Factories, Plattformen für den Austausch von Dokumenten. „Wir müssen über die gleiche Infrastruktur verfügen wie unsere Mandanten“, sagt Mels, „man muss da viel investieren, um vorne zu bleiben“. Das lohnt sich: „Ein gutes Know-how-Management verbessert die Ergebnisse unserer Arbeit und macht uns schneller“, erläutert Mels. Die Anwälte arbeiten zum Beispiel mit elektronischen Aktensystemen. Was früher im Archiv mühsam zusammengesucht werden musste, findet sich heute durch die digitale Recherche rasch und vollständig. Die Ergebnisse stehen allen Kollegen zur Verfügung, was auch die interdisziplinäre Arbeit fördert. Ebenfalls vorneweg im Markt bewegen sich die Anwälte bei der Ausgestaltung der Geschäftsmodelle. Üblich bei Wirtschaftsanwälten ist eine Vergütung nach Zeit, die auch bei Orth Kluth in der Mehrzahl der Vereinbarungen zum Tragen kommt. Doch zunehmend werden Produkte zu vorab vereinbarten Preisen nachgefragt. „Das Einkaufsverhalten der Mandanten ändert sich“, erklärt Henze. Orth Kluth bietet daher entsprechende Modelle an, zum Beispiel für Standardaufgaben bei Verträgen oder Due Diligence-Prüfungen. Hier kommt wiederum die Vorreiterrolle bei der Digitalisierung zum Tragen, die die Ausgestaltung solcher Modelle erleichtert. Oft wählen Mandanten solche Standardlösungen und vereinbaren zusätzlich weitere Leistungen, zum Beispiel eine kontinuierliche Betreuung. Im Markenrecht zum Beispiel wird nach der „Ein gutes Knowhow-Management verbessert die Ergebnisse unserer Arbeit“ Markenanmeldung eine Markenüberwachung gerne nachgefragt. Ihre Mandanten gewinnen die Anwälte häufig durch Empfehlung, ebenso den Nachwuchs. Das Kanzleigeschäft ist eben nach wie vor ein „People’s Business“, sagt Orth und betont: „Wir bieten den Mandanten praktische Lösungen und kommen schnell auf den Punkt.“ Das wird offenbar geschätzt – ebenso die jugendliche und am Fortschritt orientierte Kultur, die den Nachwuchs interessiert. Neue Anwälte kommen mehr als einmal auf Empfehlung von Mitarbeitern, die selbst von der Uni den Weg in die Kanzlei gefunden hatten, beschreibt Hoffbauer die Talentfindung. Eines müssen die Kandidaten aber mitbringen: „Zum Anforderungsprofil zählt ein gutes technisches Verständnis“, erklärt Henze. Damit die Kanzlei auch in Zukunft die technologische Schnellboot-Funktion wahrnehmen kann. Dr. Marc Henze, Dr. Christiane Hoffbauer, Dr. Robert Orth, Boris Körner und Dr. Philipp Mels (v.l.) sind Partner von Orth Kluth. Düsseldorfer Anwälte werden gut bezahlt Einzelanwälte im Bezirk der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf haben im Jahr 2013, so die aktuellsten Zahlen, durchschnittlich 69.000 Euro verdient, ihre Kollegen in Sozietäten 159.000 Euro. Das ergibt der „STAR-Bericht 2015“ (erschienen 2016). VON PATRICK PETERS Das Institut für Freie Berufe in Nürnberg hat gemeinsam mit der Bundesrechtsanwaltskammer die statistischen Daten zur wirtschaftlichen Lage für Rechtsanwälte herausgegeben. Der sogenannte „STAR- Bericht 2015“ (erschienen 2016) enthält die repräsenta- Vollzeit-Partner in den Sozietäten der Region verdienten 2013 rund 63 Euro pro Stunde tiven Erhebungsergebnisse für das Jahr 2013. Dafür wurden insgesamt 2.973 Rechtsanwälte befragt, wovon sich 3948, also 30,4 Prozent der Befragten, an der Erhebung beteiligten. Aus dem Anwaltskammerbezirk Düsseldorf nahmen 311 Berufsträger an der Umfrage teil. Laut dem „STAR-Bericht 2015“ haben Düsseldorfer Vollzeit-Anwälte in Einzelkanzleien im im Jahr 2013 im Durchschnitt einen Umsatz von 129.000 Euro erwirtschaftet, selbstständige Rechtsanwälte in Sozietäten durchschnittlich 275.000 Euro. Damit liegen Einzelanwälte unter den Werten anderer Kammern in Westdeutschland, Partner jedoch Die Landeshauptstadt ist ein gutes Pflaster für Rechtsanwälte – die wirtschaftlichen Aussichten sind gut. FOTO: ENDERMANN erheblich darüber (15,5 Prozent). Unterschiede ergeben sich auch bei den Überschüssen. Diese liegen bei den Einzelanwälten bei durchschnittlich 69.000 Euro, bei Sozietätsanwälten bei 159.000 Euro und damit deutlich höher als bei Partnern in anderen westdeutschen Kanzleien; diese erarbeiteten einen Überschuss von 123.000 Euro. Einen Vorsprung im Markt haben laut der Erhebung Düsseldorfer Anwälte durch die Bank bei den Stundensätzen. Das mittlere persönliche Stundeneinkommen selbstständiger Vollzeitanwälte lag 2013 bei 32 Euro in Einzelkanzleien (zehn Prozent über dem Durchschnitt der anderen westdeutschen Einzelkanzleien). Vollzeit-Partner in den Sozietäten der Region verdienten 2013 rund 63 Euro pro Stunde; im Vergleich liegt dieser Wert in anderen Kammern bei 51 Euro. Ebenso gibt die Studie Aufschluss über die durchschnittlichen Gehälter von angestellten Rechtsanwälten. Diese betrugen im Jahr 2013 im Mittel 67.000 Euro, während der Durchschnitt bei den anderen West-Rechtsanwaltskammern bei 73.000 Euro lag. Diese Zahlen zeigen auch, wie erheblich die Gehaltsunterschiede im Rechtsmarkt sein können – denn in die Erhebung fallen (zumindest zum Teil) auch die außerordentlich hohen Gehälter, die internationale Wirtschaftskanzleien schon ihren Berufseinsteigern zahlen und die sich im Laufe der Berufsjahre noch weiter steigern. So zahlen nach aktuellen Zahlen des juristischen Fachmagazins Juve mehr als 30 in Deutschland (und vielfach auch in Düsseldorf) vertretene Kanzleien bereits im ersten Berufsjahr einen sechsstelligen Betrag. In der Spitze liegen die Einstiegsgehälter sogar weit jenseits der 125.000 Euro. Damit wollen die Kanzleien beim besten juristischen Nachwuchs punkten.

Wirtschaftskanzleien Bei KPMG Law sind die Juristen weltweit vernetzt An Renommee hat es der Marke KPMG noch nie gefehlt. Es passt ins Bild, dass auch die 2007 gegründete KPMG Law schon nach wenigen Jahren zu den wachstumsstärksten Kanzleien in Deutschland gehört. VON MELANIE APRIN „Wir können über unser Global Legal Services Network auf die Rechtsberatungsleistungen von mehr als 1250 Kollegen in 68 Ländern zugreifen“, erklärt KPMG Law-Wirtschaftsanwalt Dr. Thomas Peschke, der früh Partner der Kanzlei wurde. „Räumliche Nähe zum Mandanten ist uns aber ebenso wichtig. Deshalb sind wir auch in allen deutschen Ballungsräumen vertreten.“ Über 220 Anwälte sorgen vor Ort dafür, „dass der persönliche Kontakt auch bei der Betreuung internationaler Transaktionen an oberster Stelle steht“. Während das KPMG-Netzwerk mit geschäftlich verbundenen Partnerkanzleien die Betreuung von Projekten rund um den Globus ermögliche, garantiere die Präsenz vor Ort, dass wir dem Kunden bei Bedarf rasch zur Seite stehen und MITTELSTAND „Bei M&A-Transaktionen arbeite ich seit Jahren mit festen multidisziplinären Teams“ ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht führen können“. Der persönliche Draht sei ein wichtiger Erfolgsfaktor: „Im direkten Austausch können gezielt spezifische Anforderungen ermittelt und passgenaue Lösungen entwickelt werden.“ Hierbei seien vor allem juristische Fachkenntnis und ein vertieftes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge gefordert. Gerade das betriebswirtschaftliche Verständnis werde durch die laufende Zusammenarbeit mit den Steuer- und Unternehmensberatern gefördert. Für Peschke ganz wichtig: „Bei M&A-Transaktionen arbeite ich seit Jahren mit festen multidisziplinären Teams. Informationsverluste und Missverständnisse zwischen den Beratergruppen sind so praktisch ausgeschlossen.“ Auch sei der unmittelbare Zugriff auf die Expertise der Kollegen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in 155 Ländern bei grenzüberschreitenden Mandaten ein unschätzbarer Vorteil, betont Peschke, der sich auf die Begleitung von M&A-Projekten und die gesellschaftsrechtliche Beratung von Handelskonzernen spezialisiert hat. „Die Fokussierung auf den Handelsbereich ergab sich eher zufällig. Eines meiner ersten Projekte bei KPMG Law war die Begründung eines Joint Ventures im Lebensmittelgroßhandel zwischen zwei internationalen Handelsunternehmen. Zu beiden Unternehmensgruppen habe ich den Kontakt gehalten und meine Branchenexpertise über die Jahre so weiter ausbauen können“, sagt Thomas Peschke. Im Handelsbereich hat Peschke sich eine solide Mandatsbasis aufbauen können. Die Vielgestaltigkeit der Beratung und den starken Wunsch Im M&A-Bereich geht es darum, tragbare Lösungen für alle Parteien zu finden nach pragmatischen Lösungsansätzen im Handel empfindet er dabei immer wieder als besonders spannend. „Ich finde den Gedanken inspirierend, einer sehr konstruktiven Tätigkeit nachzugehen. Im M&A- Bereich geht es darum, tragbare Lösungen für alle Parteien zu finden.“ Der M&A-Markt wirke zwar in gewisser Weise standardisiert. „Tatsächlich hat aber jeder Mandant andere Anforderungen an eine Transaktion, und es hat auch noch jeder Manager geschafft, ‚seiner‘ Transaktion den eigenen Stempel aufzudrücken.“ Für den routinierten Anwalt stellen die individuellen Wünsche von Führungskräften indes kein Problem dar. Ein gewisses Maß an Projektsteuerungs- und Organisationstalent sollte man allerdings schon mitbringen, räumt er ein. Dass der Jurist so lösungsorientiert arbeiten kann, verdankt er auch der Struktur der Kanzlei, die immer wieder auf ihre Effizienz überprüft und den Marktanforderungen angepasst wird: „Erst im Herbst 2016 hat sich unsere Kanzlei neu aufgestellt. Unsere Anwälte wurden nach dem Schwerpunkt ihrer individuellen Beratungstätigkeit vier sogenannten Solution Lines zugeordnet, in denen fach- und sektorspezifische Lösungsansätze für die rechtliche Beratungstätigkeit entwickelt werden.“ Peschke gehört der Linie „Legal Deal Advisory“ an, die sich neben klassischen M&A- Transaktionen auch um gesellschaftsrechtliche Reorganisationen, Sanierungs- und Insolvenzrechtsberatung sowie regulatorische Fragen im Zusammenhang mit Transaktionen, insbesondere Fusionskontrollverfahren, kümmert. Ferner wurden die Bereiche „Public Sector“, „Financial Services“ und „Legal Operations“ eingerichtet, die sich jeweils um die Bedürfnisse bestimmter kümmern. Kundengruppen Ein direkter Draht zum Rechtsberater Wirtschaftsanwalt Dr. Thomas Peschke ist Partner bei KPMG. Sebastian Herrmann (l.) und Peter Huppertz von Hoffmann Liebs ritsch & Partner aus Düsseldorf. FOTOS: MICHAEL LÜBKE Mittelständische Unternehmen haben gerne einen direkten Draht zu ihrem Rechtsberater. Der ist in der Sozietät Hoffmann Liebs Fritsch & Partner gegeben. Denn in der ebenfalls mittelständisch gerägten Sozietät wird anders gearbeitet als in Großkanzleien, der Weg zum jeweiligen Partner ist kurz und offen. VON NICOLE WILDBERGER Manchmal müssen Anwälte auch ein gutes Gefühl für Technik haben. So wie Peter Huppertz, Fachanwalt für Informationstechnologierecht in der Wirtschaftskanzlei Hoffmann Liebs Fritsch & Partner aus Düsseldorf. Einer seiner aktuellen Mandanten ist ein international tätiger Anlagenbauer, der Heizungsanlagen für große Gebäudekomplexe fertigt, die über eine Cloud-Lösung, also die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und -speicher über das Internet, gesteuert werden. Solche komplexen technischen Steuerungsvorgänge ziehen dann auch automatisch entsprechend rechtlich komplexe Fragestellungen nach sich. Für die Projektierung und Lieferung einer solchen Heizund Steuerungsanlage bedarf es eines umfassenden Vertrages, der insbesondere auch die datenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigt und für die einzelnen Gewerke bindend macht. „Im Grunde wie ein Generalunternehmervertrag beim Bau“, verdeutlicht der Fachanwalt der Kanzlei die Aufgabe an einem Beispiel aus dem alt bekannten Immobilienrecht. Heute seien angesichts von Digitalisierung und Industrie 4.0, also der digitalen Durchdringung von Produktionsprozessen durch die Informationstechnologie, so gut wie alle Fertigungswerke in allen Branchen von datenschutzrelevanten Fragestellungen betroffen. „Und der Gesetzgeber sorgt dafür, dass wir uns auch weiterhin mit immer neuen Anforderungen auseinandersetzen müssen“, führt Peter Huppertz weiter aus. So komme auf die Unternehmen angesichts der ab Ende Mai 2018 geltenden neuen EU-Datenschutzgrundverordnung noch erheblicher Handlungsbedarf zu. Noch seien viele Unternehmen in Fragen der Compliance, also der Regelkonformität ihrer unternehmenseigenen Datenschutzrichtlinien, mit den neuen Vorschriften nicht auf dem neuesten Stand. Immer auf dem neuesten Stand muss auch Sebastian Herrmann, Experte in den Bereichen Vertragsrecht, Kartellrecht und Vertriebsrecht, sein. Denn auch in diesen Rechtsbereichen hat sich auf Gesetzgebungsebene in den letzten Jahren vor allem über europaweit bindende Rechtsverordnungen einiges getan. Aktuell beschäftigt sich der Vertrags- und Kartellrechtsspezialist insbesondere mit Inhalt und Konsequenzen einer kartellrechtlichen Gesetzesnovelle. Ende des vergangenen Jahres hat die Bundesregierung den Entwurf des Neunten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen beschlossen. Damit sollen unter anderem die Durchsetzung von Kartellschadensersatzansprüchen erleichtert und die Bußgeldhaftung von Konzerngesellschaften und Rechtsnachfolgern erweitert werden – das kartellrechtliche Haftungsrisiko verschärft sich demnach noch weiter. Besonders wichtige Gegenmaßnahme in diesem Zusammenhang ist die Ausarbeitung rechtlich sauberer Verträge. Damit kommt der Verdacht auf eine kartellrechtlich relevante Absprache erst gar nicht auf, und Mitarbeiter wie auch Geschäftsführung haben den richtigen Leitfaden für ihr unternehmerisches Handeln. „Vorbeugung ist das Mittel der Wahl, damit das Risiko hoher Bußgelder und Schadensersatzforderungen erst gar nicht entsteht“, präzisiert Experte Sebastian Herrmann. Denn nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Führungskräfte persönlich kann es beim Vorwurf der Bildung eines Kartells oder sonstiger wettbewerbsbeschränkender Abreden jetzt richtig teuer werden – aktuell entscheidet das Bundesarbeitsgericht über die Klage eines Unternehmens gegen seinen ehemaligen Geschäftsführer; es geht um die Erstattung einer gegen das Unternehmen verhängten Kartellbuße in dreistelliger Millionenhöhe. Letztlich muss also die Geschäftsleitung nicht nur ein unternehmerisches, sondern auch ein höchstpersönliches Interesse daran haben, dass die Verträge kartellrechtlich wasserdicht formuliert und die Mitarbeiter entsprechend geschult sind. Beide Beispiele zeigen, wie umfassend die mittelständische Full Service-Kanzlei mit deutlich über 40 Anwälten auch in speziellen Rechtsgebieten aufgestellt ist. Neben dem Informationstechnologierecht und Vertriebs- und Kartellrecht bietet die Kanzlei ebenfalls besondere Kompetenzen auf so spezifischen Feldern wie der bankrechtlichen Beratung für aufstrebende Fin- techs oder der Produkthaftung und Produkt-Compliance. Da versteht es sich fast von selbst, dass auch klassische Gebiete wie Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Unternehmenskäufe, Handelsrecht, Arbeitsrecht, Bankrecht, Immobilien- , Bau- und Vergaberecht, Umweltrecht oder Insolvenzrecht kompetent abgedeckt werden.

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