Aufrufe
vor 7 Monaten

Wohnfühlen am Niederrhein -20.06.2018-

  • Text
  • Cello
  • Xanten
  • Alfred
  • Schweers
  • Juli
  • Tonne
  • Alexander
  • Zeit
  • Kloster
  • Kamp

Wohnfühlen am Niederrhein

MO-L4 C4 Kamp-Lintfort RHEINISCHE POST MITTWOCH, 20. JUNI 2018 SERIE KAMMERMUSIKFESTIVAL KLOSTER KAMP Ein Cello geht auf Reisen durch die Jahrhunderte Alexander Hülshoff, künstlerischer Leiter des Festivals, spielt ein Instrument des Mailänder Geigenbauers Grancino aus dem Jahr 1691. VON ANJA KATZKE KAMP-LINTFORT Verkauft, vergessen, verschenkt und getauscht: Das Cello von Professor Alexander Hülshoff, künstlerischer Leiter des Kammermusikfests Kloster Kamp, hat eine lange Reise durch die Jahrhunderte hinter sich. Sie führte von Mailand nach Rom, Berlin über Frankreich bis Argentinien. Für Alexander Hülshoff ist es mehr als nur ein Instrument. „Es ist meine Stimme. Oftmals denke ich, dass es sich viel besser ausdrücken kann, als ich es je tun werde“, sagt er. Bereits im Eröffnungskonzert des Kammermusikfests Kloster Kamp am Mittwoch, 25. Juli, wird Hülshoff sein Cello erklingen lassen. „Ich spiele die Urfassung von Johannes Brahms Klaviertrio h- Moll op. 8. Es war mein Herzenswunsch, dieses Werk einmal in dieser frühen Fassung zu spielen. Die Version, die viele kennen, ist eine spätere Fassung, die Brahms verändert hatte“, erklärt Hülshoff und hofft, dass das Spiel seines Cello fürs Publikum zu einem besonderen Erlebnis wird. Das Violoncello stammt aus der Werkstatt von Giovanni Grancino (1637 bis 1709) und wurde 1691 in Mailand gebaut. Der Geigenbauer gehörte zu den berühmtesten seiner Zunft. Seine Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabässe gelten für viele noch heute anderen Streichinstrumenten gegenüber als überlegen, berichtet Jeannette von der Leyen, Organisatorin des Kammermusikfests. Der erste Eigentümer war vermutlich Giovanni Antonio Haym, der auch Giovannino da Roma genannt wurde. „Er hat auf diesem Instrument zusammen mit Arcangelo Corelli für den Papst gespielt“, betont Jeannette von der Leyen. Im Vatikan sei das Instrument schließlich in Vergessenheit geraten – bis Francesco Alborea aus Neapel es für ein Konzert mit Domenico Scarlatti dort wieder entdeckte. Der italienische Cellist soll das Instrument vom Papst geschenkt bekommen haben. „Dessen Erben verkauften es nach Berlin, wo es unter anderem bei Hofe gespielt wurde“, berichtet von der Leyen. Dort wurde Jean Louis Duport neuer Besitzer des Granci- no-Cel- los. „Seine Etüden durchlaufen bis heute die meisten Cellisten“, sagt von der Leyen. Duport wiederum verschenkte es an Kaiser Napoleon, der es zu seinem Sohn nach Rom schickte. Doch: „Auf dem Weg nach Rom wurde es in Bergamo vergessen. Gefunden hat es der Vater des Cellisten Alfredo Piatti, der das Instrument lange Zeit spielte.“ Und so kam das Instrument in neue Hände: Vermutlich durch die Vermittlung von Johannes Brahms kam das Cello in den Besitz des böhmischen Cellisten und Komponisten David Popper. Die letzten Stationen seiner Reise führte das Grancino-Cello mit Robert Neumann nach Argentinien. Dort soll er sein Instrument mit einer Wiener Cellistin gegen ein französisches Cello getauscht haben. Alexander Hülshoff kaufte das Cello schließlich Mitte der 1990er Jahre. „Ich hatte gerade meine erste Stelle in der damaligen Philharmonie Zuid (Maastricht) als Solo- Cellist bekommen und suchte nach einem besseren Instrument. Ich spielte damals ein gutes Bernardel.“ Bei einem Musikfestival in Krems (Österreich), auf dem er zusammen mit Igor Oistrach gespielt hatte, sei nach dem Konzert ein rotbärtiger Mann auf ihn zu gekommen, erzählt er, der sich als Geigenbaumeister aus Wien vorgestellt habe. Beide kamen ins Gespräch, und der Geigenbauer versprach, für Hülshoff ein passendes Instrument zu suchen. Es vergingen Monate. „Ich hatte das Gespräch längst vergessen, als ich einen Anruf erhielt: Das Cello war auf dem Weg zu mir. Ja, seitdem spiele ich auf einem Instrument des Geigenbauers Grancino. Dass es unter anderem im Besitz von David Popper war, habe ich erst einige Zeit später erfahren“, erzählt der künstlerische Leiter des Kammermusikfests. Seitdem hat er sich nie mehr von seinem Instrument getrennt. „Es ist ständig bei mir, auf allen Reisen, in allen Proben und Konzerte. Außerdem übe ich jeden Tag – ausnahmslos.“ Die Pflege scheint nicht aufwendig zu sein. Von Zeit zu Zeit geht es zum Geigenbauer für einen Check. Alle drei Monate werden die Saiten gewechselt. „Außerdem habe ich einen guten Kasten“, sagt Hülshoff. Die Geschichte seines Cellos hat er vor drei Jahren fürs Kinderund Jugendmusikfestival als musikalisches Theaterstück vertont. Darin erzählt das Cello als Protagonist den Kindern zum Schluss: „Endlich bin ich wieder in festen Händen. Das ist wie verheiratet sein.“ Das Grancino- Cello. FOTO: PRIVAT KAMMERMUSIKFEST Alexander Hülshoff Eröffnungskonzert im Audimax der Hochschule Das 15. Kammermusikfest Kloster Kamp startet am 22. Juli mit den offenen Proben. Das Musikfest findet bis zum 29. Juli statt. Unterstützt wird das Musikfest von der Volksbank Niederrhein, den Stadtwerken Kamp-Lintfort und Wellings Parkhotel. Tickets für das Eröffnungskonzert am Mittwoch, 25. Juli, 20 Uhr, im Audimax der Hochschule Rhein- Waal in Kamp-Lintfort gibt es im Internet unter www.kammermusikfest-klosterkamp.de. MELDUNGEN Radwandertag: Von der Ähre zum Brot KAMP-LINTFORT (RP) Am Sonntag, 1. Juli, geht es wieder los: Rund 30.000 Teilnehmer werden beim 27. Niederrheinischen Radwandertag erwartet, um sich dem „Spaß mit Rad“ hinzugeben. Das größte Rad-Event Deutschlands findet unter dem Motto „Kulinarik“ in 64 Veranstaltungsorten am Niederrhein statt. Zum diesjährigen Motto haben sich die Städte Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn etwas Besonderes ausgedacht: Die spezielle Themenroute „Von der Ähre zum Brot“. Zwei Bio-Betriebe, der Biolandhof Frohnenbruch in Kamp-Lintfort und die Biobäckerei Schomaker in Neukirchen-Vluyn laden Besucher ein, den Weg vom Weizenfeld bis zum fertigen Brot zu „erfahren“. Diese Strecke wird in zwei Längen, 35 oder 55 Kilometer, angeboten, um sowohl für Familien als auch Radprofis diese Route erfahrbar zu machen. Weitere Informationen und alle Routen zum Herunterladen, auch als GPX- Daten, finden unter https://niederrhein-tourismus.de/radwandertag. Startpunkt ist der Prinzenplatz. Schiedsfrau informiert über ihre Aufgaben KAMP-LINTFORT (RP) Die Seniorenund Interessengemeinschaft „Altsiedlung” führt am Mittwoch, 11. Juli, im „Alten Kasino“ an der Ringstraße eine öffentliche Veranstaltung durch. An diesem Abend wird Siebel Toramann, Schiedsfrau in Kamp-Lintfort, darüber berichten, wie das Aufgabengebiet einer Schiedsfrau aussieht. Eingeladen sind auch Interessenten, die nicht Mitglied in der Gemeinschaft sind. Abgeordneter empfängt Besuchergruppe KAMP-LINTFORT (RP) Eine Gruppe hauptamtlicher Mitarbeiter aus dem katholischen Kreisdekanat Moers hat den SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider im Landtag besucht. Neben dem Besuch der Plenar-Debatte entstand eine lebendige Diskussion mit dem SPD- Politiker über die Frage, wie man junge Menschen für Kirche und Politik begeistern kann. Schneider zieht das Fazit: „Es gibt keine Politikverdrossenheit oder eine Ablehnung von Werten. Vielmehr hält sich die Begeisterung für Kirchen und Parteien in Grenzen.“ Für diese neue Begeisterung will sich Schneider auch weiterhin einsetzen. Anzeige Wohnfühlen am Niederrhein Anzeige Gültig für die Modelle Metz Micos 43/49/55 TX68 UHD twin Vom02.Mai bis 14.Juli 2018 –nur solange der Vorrat reicht. Technikpartner Leinung Stadionatmosphäre zu Hause erleben. Sichern Sie sich jetzt einen Preisvorteil biszu300,– €. Micos 43 100 € Micos 49 200 € Lindenstraße 10 • 47506 Neukirchen-Vluyn • Tel. 02845-44 22 Micos 55 300 € Die Schönheits-Kur für Ihre Treppe Wir verschönern jede Treppe mit Teppichboden und anderen Belägen. Aufmaß und Angebot kostenlos. Rufen Sie einfach an. Sonsbecker Straße 24 (hinter Möbel Olfen) TERVOORT Raumausstattung Inh. Wolfgang Machwitz Xanten, Tel. 0 28 01-14 64 Sicherheit für das Smart Home Beim Smart Home hängen die Geräte ständig am Netz – Kriminelle können sich dies zunutze machen. Sind smarte Thermostate und vernetzte Rauchmelder aus der Ferne bedienbar, sind sie vielen Gefahren ausgesetzt – ähnlich wie ein PC. Maik Morgenstern vom IT-Forschungsunternehmen „AV-Test“ identifiziert vor allem zwei Bedrohungen: „Erstens, dass Menschen Zugriff bekommen und die Geräte dann fernsteuern oder blockieren können. Und zweitens, dass aufgezeichnete Daten abgegriffen werden.“ Dies sei ein Problem bei Bewegungsmeldern oder Kameras – Kriminelle könnten sehen, wann jemand zu Hause ist. Eine Methode von Kriminellen ist es etwa, smarte Geräte zu kapern und über ein sogenanntes „Botnetz“ zu verbinden. Damit führen sie dann sogenannte „Distributed Denial of Service“-Attacken (DDoS) durch. Dabei greifen die übernommenen Geräte gleichzeitig etwa auf eine Internetseite zu und bringen deren Server zum Absturz. „Wenn gerade eine DDoS- Attacke mit einem Gerät auf Dritte durchgeführt wird, ist die Leitung des Nutzers unter Umständen überlastet“, sagt Morgenstern. Er geht auch davon aus, dass sich künftig die Gesetze anpassen werden. „Dann könnte der Nutzer in die Pflicht genommen werden nachzuweisen, dass er etwas für die Sicherheit Ein smartes Heim bietet viele Vorteile. Um aber keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. getan hat.“ Alternativ könne diese Pflicht auch dem Hersteller übertragen werden. Der Schutz der Geräte ist also wichtig. Doch was können die Nutzer tun? Abgesehen von Sicherheitssiegeln einiger Anbieter könnten die Nutzer beim Kauf nur schlecht erkennen, ob ein Gerät sicher ist, sagt Morgenstern. Doch beim Einrichten sollten sie einige Dinge beachten. „Auf jeden Fall eigene Passwörter setzen – auch wenn das nicht verlangt wird“, sagt Morgenstern. Außerdem empfiehlt er, für das Smart Home ein eigenes Netz zu nutzen. „Manchmal kann man im Router noch ein zweites W-Lan einrichten, das man dann für diese Geräte nutzt.“ Damit verhindere man, dass sich Schädlinge vom PC ausbreiten. Das W-Lan selbst sollte natürlich auch mit einem entsprechend sicheren, selbst gewählten Passwort gesichert sein. Tipps dazu gibt etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Nutzer sollten außerdem die Geräte regelmäßig überprüfen. „Ich würde mindestens einmal im Monat empfehlen – und immer dann, wenn einem etwas komisch vorkommt“, sagt Morgenstern. Dabei solle man etwa überprüfen, ob die Software aktuell ist und es unter Umständen Updates gibt. „Entweder gibt es in der Oberfläche direkt die Möglichkeit, nach Updates zu suchen, oder es gibt einen Link.“

Sonderveröffentlichungen