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Spieltag: Borussia - 1. FC Nürnberg -18.12.2018-

Spieltag: Borussia - 1. FC Nürnberg

BORUSSIA — 1. FC NÜRNBERG Sehnsuchts-Spiel für Drmic Bei Borussia ist der Schweizer Stürmer in einer Sackgasse angekommen, er spielt keine Rolle in der Planung von Trainer Dieter Hecking. Beim Gegner 1. FC Nürnberg war er eine Saison lang der Hauptdarsteller. VON KARSTEN KELLERMANN Tor für den „Club“: Josip Drmic erzielte am 9. November 2013 das 1:0 für den 1. FC Nürnberg. Martin Stranzl kam zu spät. INFO Meistens war es eng gegen den 1. FC Nürnberg Borussia Heimbilanz gegen den 1. FC Nürnberg ist eindeutig: 19 Siege, fünf Remis und fünf Niederlagen gab es in der Bundesliga. Meist aber ging es eng zu, nur einmal war es richtig deutlich: Im März 1966 beim 8:3-Sieg. Martin Stranzl, Borussias Abwehrchef, grätschte vergebens in jener 21. Minute, als Josip Drmic den Ball mit der Innenseite des linken Fußes vorbei an Borussias Torwart Marc-André ter Stegen ins Netz schob. Oscar Wendt schaute im Hintergrund entsetzt, denn Drmic, damals 21 Jahre alt, erzielte in diesem Augenblick das 1:0 für den 1. FC Nürnberg. Borussia drehte das Spiel noch an jenem 9. November 2013, siegte 3:1 am Ende. Doch Drmic wird sich vielleicht gerade in diesen Tagen an den Abend zurück erinnern. Schließlich kommt der „Club“ am Dienstag nach Gladbach, erstmals seit damals, und an Nürnberg hat der Schweizer Stürmer vor allem schöne Erinnerungen. Nürnberg war seine erste Station in der Bundesliga, die Franken holten Drmic für drei Millionen Euro vom FC Zürich. Der Treffer in Gladbach war der fünfte des Neulings in seiner Debüt-Saison in der Bundesliga, einer folgte noch in der Hinrunde, und dann kam der zweite Saisonteil, in dem sich Drmic in die Notizbücher fast jedes Bundesligisten schoss: Elf Tore in 17 Spielen schaffte er, es begann mit zwei Doppelpacks in Serie gegen Hoffenheim und in Berlin. Doch Drmics Tore konnten Nürnbergs Abstieg nicht verhindern. Borussia buhlte um ihn, er entschied sich aber für Leverkusen. Dort lief es nicht wie gewünscht und 2015 kam er doch nach Gladbach. Trotz seines Landsmanns Lucien Favre auf der Trainerbank tat sich Drmic jedoch auch in Gladbach schwer – und ist hier derzeit in einer Sackgasse angekommen. Dabei sah es am Ende der vergangenen Spielzeit wieder richtig gut aus für Drmic nach seiner bösen Verletzungsodyssee. Er kämpfte sich zurück nach dem Knorpelschaden im Knie, schoss vier Tore im Schlussspurt und fuhr mit der Schweiz zur WM nach Russland. Sein Traum wurde wahr, er machte auch noch sein Tor beim 2:2 gegen Costa Rica. Borussia holte in Alassane Plea indes einen neuen Mittelstürmer und Trainer Dieter Hecking erklärte Drmic, dass es für ihn schwer werden würde in dieser Saison. Es gab Wechselgerüchte, doch Drmic blieb. Aber eine echte Perspektive hat er nicht, selbst als Lars Stindl und Raffael fehlten, war er nicht im Kader. Nun ist das Mittelstürmer-Angebot wieder geschrumpft. Raffael hat sich das Schlüsselbein gebrochen und fällt aus, auch Julio Villalba ist verletzt und Stindl fraglich, nachdem beim 0:0 bei 1899 Hoffenheim das operierte Sprunggelenk wieder etwas abbekommen hat. Eine Chance für Drmic? „Es sind noch einige fraglich für morgen, wenn alle ausfallen, ist Josip ein Kandidat für den Kader“, sagte Hecking. Bereit ist Drmic jedenfalls, Hecking lobte zuletzt nochmal seine Einstellung. „Josip verhält sich super, er gibt in jedem Training Vollgas“, sagt auch Torhüter Yann Sommer, der seit Montag 30 Jahre alt ist. Drmic hilft, die Trainingsqualität hochzuhalten, das kommt dem Team zugute. „Ich bin zur Zeit wie ein Sparringspartner eines Boxers“, sagte er zuletzt dem „Blick“, der die Schweizer Garde in Gladbach besuchte. Drmic posierte mit Sommer, Nico Elvedi, Michael Lang und Denis Zakaria für das eidgenössische Gruppenfoto. „Im Gegensatz zu seinen Kollegen macht der Stürmer im Moment eine schwierige Zeit durch. Der WM-Torschütze hat bisher keine Bundesliga-Minute in den Beinen und auch keine Zukunft beim Verein. Sein Vertrag läuft Ende der Saison aus“, fasste „Blick“-Autor Michael Wegmann die Situation von Drmic zusammen. Sehnsuchsvolle Blicke: Josip Drmic als Borusse. FOTO: IMAGO (ARCHIV) FOTO: IMAGO (ARCHIV) In Nürnberg war Drmic Hauptdarsteller. Mehr als ein Drittel seiner 102 Bundesligaspiele machte er dort und gut 60 Prozent seiner 29 Erstliga-Treffer. In Leverkusen kam sein rasanter Aufstieg zum Stehen, in Gladbach läuft er jetzt nur noch mit. Das ist kein schöner Status. Doch Drmic gibt sich als Kämpfer, der dem Schicksal die Stirn bietet. Er postet bei Instagram Fotos wie er malt oder Lauftraining absolviert, Fotos, die ihn mal fröhlich zeigen, mal nachdenklich. Manche Bilder zeigen auch Drmic als Fußballer. In den Testspielen der Gladbacher beim Wiener SC und gegen Preußen Münster spielte er jeweils eine Halbzeit. In Wien traf er sogar. Wie am 9. November 2013 im Borussia-Park. Seine Sehnsucht nach solchen Szenen ist groß, ganz sicher. AM RANDE Zakaria zurück, keine Transfers geplant Die drei jungen Männer hatten sich in Schale geworfen. Normalerweise kennt man sie in kurzen Hosen und Arbeitshemden mit der Raute drauf: Denis Zakaria, Michael Cuisance und Ibrahima Traoré stellten sich bei der Weihnachtsfeier der Gladbacher im feinen Zwirn den Fotografen. Dass das Trio am Dienstag gegen den 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr) gemeinsam auf dem Rasen steht, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Denn Zakaria, der beim 0:0 der Borussen bei 1899 Hoffenheim wegen einer Gelbsperre fehlte, dürfte den Job bekommen, den dabei Cuisance hatte: als zweiter Achter neben Florian Neuhaus. Traoré hingegen könnte wie beim 3:0-Heimsieg gegen den VfB beginnen. Alternativ kann es sein, dass Trainer Dieter Hecking Fabian Johnson oder Patrick Herrmann mit Alassane Plea und Thorgan Hazard stürmen lässt. Lars Stindl und Jonas Hofmann, die wie auch Christoph Kramer am Montag zurück waren im Teamtraining, werden aber gegen Nürnberg nicht dabei sein. Möglich, dass es Freitag in Dortmund anders aussieht. In der Defensive fehlt weiter Tony Jantschke, weswegen der 18-jährige Jordan Beyer zu seinem fünften Bundesliga-Einsatz kommen wird. In Hoffenheim hatte der Teenager einen guten Job gemacht. Manager Max Eberl hat das Hoffenheim-Spiel am Fernsehen verfolgt. Er ist nach der Darm-OP wieder wohlauf, ob er aber Dienstag im Stadion sein wird, ließ er offen. Bei der Pressekonferenz zum Nürnberg-Spiel war er indes dabei am Montag – und stellte klar, dass es zunächst mal keine Überlegungen gibt, in der anstehenden Winter-Transferperiode den Kader zu verändern. „Wir wollen mit dem Kader durch die Saison gehen, den wir haben“, darauf haben sich der Manager und Hecking zunächst mal verständigt. „Wir müssen auch die Chemie in der Kabine im Auge haben“, sagte Eberl. Allerdings garnierte er seine Ausführungen auch mit dem branchenüblichen „Wenn, dann...“ – das heißt: Sowohl auf der Zugangs- als auch auf der Abgangsseite kann etwas passieren, wenn die Konstellation passt. „Wir werden aber auf keinen Fall etwas machen, das den eigenen Erfolg gefährdet“, sagte Eberl. Karsten Kellermann Denis Zakaria, Michael Cuiscane und Ibo Traoré im feinen Zwirn. FOTO: DWI Borussia M'Gladbach :1.FC Nürnberg Wirwünschen ein erfolgreiches Spiel 18. Dezember 2018 Hauptstraße 97 •MG/RY PLAMECO-Fachbetrieb Lammerding Adolf-Kempken-Weg 90–92, MG www.wilmskkl.de Unterhaltungselektronik

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