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Beruf & Karriere -07.10.2017-

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Beruf & Karriere

BERUF&KARRIERE EXTRA PERSPEKTIVE GESUNDHEIT & SOZIALES SAMSTAG, 7. OKTOBER 2017 rHEINISCHE POST Ein Fach der Techniken Plastische Chirurgen können mehr, als Nasen verkleinern oder Falten wegzaubern. Sie beseitigen Hauttumore, formen die Brust nach Krebserkrankungen neu und rekonstruieren das Gesicht nach Unfällen. VON ISABELLE DE BORTOLI Unfallfolgen, Narben und Fehlbildungen so behandeln, dass sie nicht mehr oder nur wenig sichtbar sind – das sind nur einige der Aufgaben Plastischer Chirurgen. „Filigrane Rekonstruktionen unter Verwendung verschiedenster Techniken und die Liebe zum Detail“: Auf diesen Nenner bringt Prof. Dr. Jutta Liebau, Chefärztin der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Ärztliche Direktorin des Florence-Nightingale-Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie, ihre Leidenschaft für ihren Beruf. Über die Allgemeinchirurgie und einen Ausflug in die Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie ist Liebau zur Plastischen Chirurgie gekommen. Als ehemals Teilgebiet der Chirurgie entwickelte sich die Plastische Chirurgie Ende der 90er Jahre zum eigenständigen Fachgebiet. Erst nach einer sechsjährigen Facharzt-Ausbildung ist es möglich, in diesem Feld zu arbeiten. Die Plastische Chirurgie ist ein Fach der Techniken, die Bandbreite der technischen Möglichkeiten ist sehr groß. Schwerpunkte der Arbeit von Jutta Liebau und ihrem Team sind die Brustchirurgie, also etwa Brustvergrößerungen oder -verkleinerungen, die Gesichtschirurgie bei Hautkrebs sowie die körperformende Chirurgie – etwa nach massiver Gewichtsreduktion. Auch bei größeren Wundheilungsproblemen kommen die Plastischen Chirurgen zum Einsatz. „Wir behandeln von Kopf bis Fuß, Männer und Frauen, Menschen jeden Alters“, sagt die Chefärztin. „Und da wir immer an der Körperoberfläche arbeiten, sieht man das Ergebnis sofort.“ Für das Entfernen von Tumoren an der Körperoberfläche, vor allem im Gesicht, kommen Betroffene teilweise von weit her nach Kaiserswerth gereist. Im Krankenhaus arbeitet das Team um Jutta Liebau auch interdisziplinär mit der Allgemeinchirurgie sowie mit der Orthopädie und Unfallchirurgie, mit der Gynäkologie, der Jutta Liebau ist Chefärztin der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Ärztliche Direktorin am Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf. FOTOS: CHRISTOPH GÖTTERT Till Scholz, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, und Jutta Liebau besprechen einen Fall. ÄRZTLICHE DIREKTORIN Vita Jutta Liebau Studium der Humanmedizin sowie Zahnmedizin (bis zum Physikum) 1991 Fachärztin für Chirurgie 1996 Teilgebiet Plastische Chirurgie 1996 europäische Prüfung für Plastische Chirurgie (EBOPRAS) 1999 Fachärztin für Plastische Chirurgie 2000 Habilitation 2002 Leitende Ärztin der Abteilung für Plastische Kinderchirurgie und auch mit der Psychiatrie zusammen. „In der Klinik haben wir sicher mehr rekonstruktive Eingriffe als die niedergelassenen Kollegen auf der Düsseldorfer Königsallee“, sagt Jutta Liebau. „Aber natürlich machen auch wir umfangreiche ästhetische Eingriffe, gerade im Bereich Chirurgie in der Fachklinik Hornheide, Münster seit 2006 Chefärztin der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Florence- Nightingale-Krankenhaus 2013-2015 Präsidentin der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) seit 2016 Ärztliche Direktorin des Florence-Nightingale- Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie des Gesichts, der Brustchirurgie und der Körperstraffung.“ Mehr als drei Viertel der Eingriffe seien medizinisch indiziert, die sogenannte Schönheitschirurgie mache etwa 20 Prozent aus. Übrigens: Der Begriff Schönheitschirurg ist in Deutschland keine offizielle Berufsbezeichnung, jeder Arzt darf sich so nennen. Nur der „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ hat eine sechsjährige Weiterbildung absolviert. Mit insgesamt sieben Plastischen Chirurgen, davon drei Ärzten in Weiterbildung, ist das Florence-Nightingale- Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie in der Kliniklandschaft einer der mittelgroßen Standorte. „Wir haben keine Nachwuchssorgen, die Nachfrage auf unsere Studenten- und Assistentenstellen ist sehr hoch“, sagt Jutta Liebau. Mit ständigen Fortbildungen und Kongressen höre das Lernen als Chirurg niemals auf. „Und das ist auch gut: So nimmt beispielsweise die Eigenfettbehandlung, bei der man also an einer Stelle des Körpers Fett entnimmt, um es woanders wieder einzusetzen, immer mehr Raum ein. Diese Operationen konnten durch das Fortschreiten der Technik immer weiter optimiert werden.“ Der Blick über den Tellerrand reicht auch in die Ferne: In Brasilien, dem Mutterland der Plastischen Chirurgie, wurden neue Techniken der Unterlidstraffung und der Brustchirurgie aufgenommen und in die Klinik importiert. Jutta Liebau und ihr Team versorgen regelmäßig außerdem Kinder aus Krisengebieten, teilweise auch in Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen wie der Orthopädie. Dies sind Operationen, die aufwändig, schwierig und auch emotional sind. Dabei werden die Kinder meist mehrfach operiert und über Wochen behandelt, nach Unfällen sind sie oft schwer entstellt. „Das sind Fälle, die kommen in Deutschland überhaupt nicht vor“, sagt Jutta Liebau. Möglich ist dies durch die Finanzierung in Form von Spenden über die Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie. Eine besondere Herausforderung ist für die Chefärztin übrigens die Lidchirurgie: „Dabei muss man unglaublich filigran arbeiten, das Ergebnis fällt direkt ins Auge des Betrachters, und man kann tolle Vorher-Nachher-Effekte erzielen.“ Fernstudium Industrie- Pharmazie (rps) Der Bedarf an speziell schen Fachpersonal in der kann aktuell und auch in Zukunft nicht abgedeckt werden. Aus diesem Grund hat die Hochschule Kaiserslautern am Campus Pirmasens ein neues Fernstudium konzipiert. Das triepharmazie richtet sich an pharmanahen Berufen: Das technische Assistentinnen und Biologisch-, Chemisch-, Medizinisch-technische ten und Laborantinnen und Laboranten. Sie qualifizieren sich berufsbegleitend weiter und erreichen einen akademischen Abschluss, um später in Für die Zulassung zum Studium muss eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung sowie eine entsprechende Berufstätigkeit mindestens im Umfang einer halben Stelle bestehen und nachgewiesen Das berufsbegleitende Studium ist auf neun Semester angelegt. ausgebildetem pharmazeuti- Pharmazeutischen Industrie Fernstudienangebot Indus- beruflich Qualifizierte aus sind etwa Pharmazeutisch- Assistenten, Pharmakanten, Assistenten höheren Positionen in der pharmazeutischen Industrie zu arbeiten. werden. Weitere Informationen unter: www.zfh.de/bachelor/industriepharmazie/ ONLINE-SERVICE Checkliste zum Neustart: Fragen für Gründer Raus aus dem Kinderzimmer: Vier eigene Wände für Azubis Berufswahl: Kaufleute für Dialogmarketing hängen nicht nur am Telefon www.rp-online.de www.ngz-online.de Beruf&Karriere Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, Geschäftsführer: Dr. Karl Hans Arnold, Patrick Ludwig, Hans Peter Bork, Johannes Werle, Tom Bender (verantwortl. Anzeigen), Druck: Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, Anzeigen Verkaufsleiter: Sven Retz, RP Media Service, Tel. 0211 505-2490, E-Mail: sven.retz@rheinische-post.de, Redaktion: Rheinland Presse Service GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, José Macias (verantwortlich), Isabelle De Bortoli, Tel. 0211 528018-27, redaktion @rheinland-presse.de

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