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Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss -06.03.2019-

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss ANZEIGE Wenn das Kind schlecht hört Eine Hörminderung ist kein Weltuntergang. Aber es gilt, so früh wie möglich zu handeln. Sie reagieren weder auf freundliche Worte noch auf laute Geräusche: Von 1000 Kindern kommen ein bis zwei mit einer schweren Hörminderung zur Welt. Meist handelt es sich um eine Schädigung des Innenohres. Oft merken die Eltern erst spät, dass das Kind nicht gut hört. Zwar gibt es Neugeborenen-Hörtests, die an immer mehr Kliniken durchgeführt werden, doch sie sind nicht verpflichtend. So ist die aufmerksame Beobachtung durch Eltern und Erzieher unerlässlich. Das gilt nicht nur für Säuglinge: Bei einem von 2000 Kindern treten in den ersten Lebensjahren beidseitige Mittelohrschwierigkeiten auf – meist als Folge von Infekten. Auch sie sollten schnellstmöglich behandelt werden. Denn ein beeinträchtigstes Hörvermögen gerade im Kindesalter kann weitreichende Konsequenzen haben. Wer nicht hört, kann nicht richtig sprechen lernen und versteht nicht, was andere ihm sagen. Das beeinträchtigt nicht nur die sprachliche Entwicklung des Kindes, sondern kann sich auch negativ auf die soziale Entwicklung auswirken. Eltern müssen unterscheiden: Erschrickt ihr Sprössling Gutes Hören ist für die Entwicklung von Sprache und sozialen Kompetenzen unentbehrlich. Hört das Kind schlecht, kann das durch ein Hörgerät ausgeglichen werden. nicht, wenn eine Tür hinter ihm zuknallt? Schlummert er auch bei lauter Musik? Auch wenn ein älteres Kind auf einmal beginnt, zu nuscheln, kann das auf eine Hörschädigung hinweisen. Weitere Alarmzeichen sind Hörschädigungen in der Familie, Krankheiten während der Schwangerschaft oder eine Risikogeburt. Wird ein Hörschaden festgestellt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit kann meist ein so genanntes Cochlear Implantat, ein künstliches Innenohr, helfen. Sonst wird ein Hörsystem verordnet. Für die Anpassung des Systems ist ein Hörgeräteakustiker zuständig. Der muss Fingerspitzengefühl walten lassen, schließlich soll das Hörgerät eine Chance und keine Strafe sein. Damit das Kind sich mit seiner Hörhilfe wohlfühlt und sie gerne trägt, gibt es mittlerweile viele Hörgeräte, die speziell auf die Bedürfnisse der jungen Kundschaft abgestimmt sind. Es gibt eine große Auswahl an Gesundheits-Serie: Das sind die Themen 27. Februar Zytostatika, Onkologie und Sicherheit 1. März Osteoporose 6. März Frühkindliche Hörstörung und ihre Folgen 13. März Ernährung 20. März Herzgesundheit (Schrittmacher und Defibrillatoren) 27. März Podologie: Für den gesunden Fuß 3. April Hilfsmittel im Sport 10 April Wenn die Gelenke schmerzen: Arthrose 24. April Neues aus dem Gesundheitsamt 1. Mai Beine schwer wie Blei: Die Schaufensterkrankheit bunten und unterschiedlich verzierten Hörgeräten. Wichtig ist, dass die regelmäßig kontrolliert werden. Vierteljährlich sollte überprüft werden, ob das Ohrpassstück noch richtig sitzt. Hinzukommen könne je nach Alter zudem eine halbjährliche Überprüfung der Hörfähigkeit. Und schließlich kann das Kind auch durch gezielte pädagogische Maßnahmen – von der Therapie beim Logopäden bis zum Besuch einer Kita für Hörgeschädigte – gefördert werden. INTERVIEW RÜDIGER LOHMANN „Ohne Hören kein Sprechen“ Herr Lohmann, seit 25 Jahren sind Sie Hörgeräteakustiker. Hat sich in der Zeit viel verändert? RÜDIGER LOHMANN Absolut. Durch die Digitalisierung und Miniaturisierung ist da enorm viel passiert. Man denke nur an die Chiptechnologie. Ein Beispiel: Die Rechenleistung des Microchips, der heute in einem Hörgerät eingebaut ist, verfügt über dieselbe Technik, mit der vor zehn Jahren Menschen auf den Mond geflogen sind. Woran erkennt man ein gutes Hörgerät? LOHMANN Von außen schon einmal gar nicht. Ein großes Hörgerät muss nicht schlecht sein. Aber viel wichtiger ist der Akustiker. Das Hörgerät ist wie ein Rohling. Der Akustiker muss den Bedarf des Kunden abschätzen und ein auf ihn zugeschnittenes System vorschlagen. Das können meiner Meinung nach nur gut ausgebildete Fachleute. Hörgeräteakustiker Rüdiger Lohmann Und wenn Kinder ein Hörgerät brauchen? LOHMANN Dann ist die richtige Anpassung besonders wichtig. Denn die Sprache ist bis zum fünften Lebensjahr zu 90 Prozent entwickelt. Und um richtig sprechen zu lernen, muss ein Kind präzise hören können. Wie stelle ich fest, ob mein Kind gut hört? LOHMANN Da muss man sensibel sein. Wenn das Kind auf Geräusche nicht reagiert, sollte man den Kinderarzt bei der U-Untersuchung darauf ansprechen. Allerdings ist das kein Grund zur Panik. Schlechtes Hören muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein Hörschaden da ist. Auch eine Mittelohrentzündung kann dazu führen, dass ein Kind kurzfristig schlecht hört. Hörcentrum Lohmann, Breite Straße 26, Grevenbroich, Telefon 02181/213 63 09, www.hoercentrumlohmann.de Die NGZ-Serie „Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss“ wird unterstützt von:

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